Europas Börsen im Minus - Gewinne bei Deutscher Bank-Aktie und Osram
· Börse Online Redaktion
Die deutsche Industrie sammelte im August ein Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat - fünf Mal so viel wie erwartet. Daraufhin hob der Branchenverband BDI seine Vorhersage für das Wirtschaftswachstum 2016 auf 1,9 von 1,7 Prozent an. "Möglicherweise sind die jüngsten Prognoseverbesserungen immer noch einen Hauch zu konservativ", sagte der Chef-Volkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die Europäische Zentralbank (EZB) betonte dennoch, sie wolle an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten, um der Konjunktur und der Preisentwicklung in der Euro-Zone weiter Impulse zu geben.
Mit Argusaugen blicken Anleger daher in die USA, wo sich eine baldige Anhebung der Zinsen andeutet. Der für Freitag auf dem Terminzettel stehende US-Arbeitsmarktbericht für September könnte der Notenbank Fed neue Argumente liefern, die Leitzinsen im Dezember zu erhöhen, sagte Aktienstratege Alvin Tan von Societe Generale. Experten rechnen mit einem Aufbau von 176.000 Arbeitsplätzen nach zuvor 151.000. Börsianer schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung der Zinsen im Dezember mit mehr als 60 Prozent ein.
CITIGROUP EMPFIEHLT EUROPÄISCHE BANKEN ZUM KAUF
Abseits der Zinsspekulationen spielte die Musik bei den Banken. Die Analysten der Citigroup betonten in einer Studie, die Zeit sei gekommen, wieder europäische Finanzwerte zu kaufen. Der europäische Banken-Index war mit einem Plus von 0,6 Prozent zeitweise der einzige Branchengewinner.
Deutsche Bank gewannen bis zu 2,7 Prozent, nachdem Aktionär Union Investment dem Institut den Rücken stärkte. "Die Deutsche Bank ist für uns keine Krisenbank", betonte Frank Engels, Portfoliomanager des Vermögensverwalters. Zudem hat das Institut Insidern zufolge wegen ihres Geldwäsche-Skandals in Russland von der Finanzaufsicht Bafin keine große Strafe zu befürchten.
LUFTFAHRTAKTIEN AUF DER VERKAUFSLISTE
Die Aktien des Leuchtenherstellers Osram schossen nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" über ein Kaufinteresse eines chinesischen Konzerns um bis zu 13,7 Prozent in die Höhe und waren mit 61,75 Euro so teuer wie noch nie.
Nach einem Gewinneinbruch bei Easyjet nahmen Anleger von Luftfahrtwerten Reißaus. Lufthansa sackten auf ein Vier-Jahres-Tief von 9,41 Euro. Easyjet brachen um sechs Prozent ein, Air France verloren 1,8 Prozent.
In den USA standen Twitter im Rampenlicht. Einem Bericht zufolge sind Google und Apple nicht an einem Kauf des Kurznachrichtendienstes interessiert. Twitter-Aktien brachen vorbörslich um 15 Prozent ein.
rtr
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