Citadel-Gründer Ken Griffin sieht die Begeisterung für Künstliche Intelligenz kritisch, glaubt aber an bleibende Gewinner. Was Anleger beachten sollten.
Ken Griffin gilt als kühler Pragmatiker und disziplinierter Investor - und er steht der KI-Euphorie skeptisch gegenüber. Am Dienstag erklärte der Gründer des Hedgefonds Citadel auf einer Konferenz von Citadel Securities in New York, Anleger befänden sich „fast sicher“ mitten in einer Blase rund um Künstliche Intelligenz.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.
Griffin warnt: Anleger stecken „fast sicher“ in einer KI-Blase
Denn: „Jede radikale Umgestaltung unserer Wirtschaft ist im Allgemeinen mit einer Blase verflochten“, sagte Griffin. „Diese Blasen fallen häufig mit solchen gewaltigen technologischen Umbrüchen zusammen.“
Als Beispiel nennt er die Internetblase um die Jahrtausendwende. Diese sorgte für eine heftige Korrektur und Insolvenzen – allerdings entstanden dort auch die heutigen Tech-Giganten. „Die Unternehmen, die auf der anderen Seite dieser Blase stehen, sind für die kommenden Jahrzehnte Marktführer“, erklärte der Investor weiter. „Ich wünschte nur, ich hätte damals meine Amazon-Aktien behalten.“
Tipp: Wenn Sie auch auf Amazon und einige andere spannende Tech-Titel setzen wollen, dann könnte das Investment in den BÖRSE ONLINE Tech-Giganten Index das Richtige für Sie sein.
KI könnte auch neue Unternehmensgründungen auslösen
Das heißt, die Frage ist eher, wer bei KI Gewinner und wer Verlierer wird. „Die Fähigkeit der US-Unternehmen, aus ihren KI-Modellen Wert zu schöpfen, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt“, sagte Griffin dazu. „Ich glaube, ganz Corporate America schaut auf seine Rechnungen von Anthropic und OpenAI und denkt: ‚Okay, wir müssen darüber nachdenken, wie wir sicherstellen, dass wir daraus Produktivität gewinnen.‘“ KI könnte zwar viele Jobs und Firmen in den USA bedrohen, aber auch eine neue Welle von Unternehmensgründungen auslösen.
Auf der anderen Seite warten die Anleger darauf, dass sich die enormen Investitionen in Chips, Rechenzentren und Rechenkapazität in Gewinnen niederschlagen. Die Zeitspanne zwischen Ausgabe und Ertrag wird länger, die Geduld kürzer. Auch die Schuldenlast wächst: Große Technologiekonzerne haben im ersten Halbjahr 2026 Anleihen in Höhe von fast 200 Milliarden US-Dollar platziert, fast doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025. Und das alles, um beim KI-Rennen vorne zu bleiben.
Einordnung für Anleger: Ein anderer Blick
Mit seiner Warnung ist Griffin nicht allein. Bridgewater-Gründer Ray Dalio hatte kurz zuvor ebenfalls von einer „klassischen Blase“ gesprochen und die hohe Verschuldung als größtes Risiko benannt.
Doch Ken Griffin hat noch einen etwas anderen Blick auf den Markt. Nachdem er zuvor harte Kritik an KI geäußert hatte (er bezeichnete die Technologie unter anderem als “Müll”), scheint er sie nun als zukunftsweisend anzusehen. Seine Warnung gilt eher der Tatsache, dass viel Geld in eine Entwicklung fließt, deren Nutzen noch ungleich verteilt ist. Damit bleibt die Frage: Wer wird aus dem KI-Rennen als Gewinner hervorgehen?
Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Häufige Fragen
Was hat Ken Griffin genau gesagt?
Am 20. Oktober 2026 erklärte der Citadel-Gründer auf einer Konferenz von Citadel Securities in New York, Anleger befänden sich „fast sicher“ in einer KI-Blase. Er begründete das damit, dass radikale wirtschaftliche Umbrüche meist mit Blasen einhergehen.
Heißt das, Anleger sollten KI-Aktien jetzt verkaufen?
Nicht zwingend. Griffins Aussage deutet eher auf Schwankungen und Verlierer auf dem Weg hin als auf den Zusammenbruch des Trends. Eine Blase bedeutet außerdem nicht, dass die Technologie wertlos ist.
Warum ist Griffin trotz seiner Warnung optimistisch?
Er sieht in KI einen Treiber für neue Unternehmensgründungen in den USA und spricht von einem „goldenen Zeitalter“ für Unternehmer. Seine Skepsis richtet sich vor allem darauf, wie ungleich Firmen bislang Nutzen aus ihren KI-Modellen ziehen.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.