Der Aktie von DroneShield trauen Analysten wieder rund 50 Prozent Kurspotenzial zu. Gleichzeitig ist sie die meist-geshortete Aktie an der australischen Börse. Welche Einschätzung stimmt?
Selten wurde eine Wette so zugespitzt wie bei den Aktien von DroneShield. Nach Daten der australischen Börsenaufsicht ASIC waren zum 27. August 15,5 Prozent des gesamten Aktienregisters leerverkauft – mehr als bei jedem anderen Titel an der Australian Stock Exchange (ASX). Das sorgt für erheblichen Abwärtsdruck, der sich auch im Kursverlauf dieses Jahres ablesen lässt.
Seit Jahresbeginn hat die DroneShield-Aktie, in australischen Dollar gerechnet, mehr als 40 Prozent verloren.
Doch eines passt nicht zum Narrativ der Pleite-Aktie: Operativ konnte der Spezialist für Drohnenabwehrsysteme zuletzt überzeugen. Im ersten Halbjahr sprang der Umsatz um 74 Prozent auf 125,8 Millionen australische Dollar in die Höhe. Das zeigt, dass die Produkte von DroneShield, trotz der Skandale um auffällige Insiderverkäufe vor schlechten Zahlen, weiterhin gefragt sind. Allerdings stand unter dem Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 32,2 Millionen australischen Dollar zu Buche. Im Vorjahr hatte Droneshield noch 2,1 Millionen Gewinn ausgewiesen.
Umsatz wächst, Verluste bleiben
Genau dieser Widerspruch lockt offenbar die Shortseller an. Sie setzen darauf, dass DroneShield das schnelle Wachstum nicht rasch genug in profitables Geschäft ummünzen kann. Dazu passt, dass auch das EBITDA mit minus 12,4 Millionen australischen Dollar im roten Bereich lag. Das ist zwar für einen Wachstumswert nicht ungewöhnlich, sät aber Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.
Immerhin verfügt der Drohnenabwehrspezialist noch über einen großen finanziellen Puffer: Die Barreserven betrugen zuletzt rund 180 Millionen australischen Dollar. Das verschafft Zeit. Die Frage ist nun: Wie viel Zeit gibt der Kapitalmarkt dem Unternehmen, um zu beweisen, dass das Geschäftsmodell dauerhaft funktioniert?
Aufsehenerregende Kursprognose
Genau in diese Phase fällt nun ein überraschend bullisches Signal: Die Analysten von Canaccord Genuity bestätigten am 27. August ihre Kaufempfehlung und setzten das Kursziel auf 2,60 australische Dollar. Vom aktuellen Kurs bei rund 1,72 australischen Dollar (Stand 02.09.2026) entspräche das einem Potenzial von gut 50 Prozent.
Die Mehrheit der Analysten ist allerdings deutlich vorsichtiger. Ihr durchschnittliches Kursziel von 1,42 australischen Dollar liegt unter dem aktuellen Kursniveau.
Für die Aktie und ihre Investoren beginnt damit eine heikle Phase – in beide Richtungen. Steigt der Kurs kräftig, könnten Shortseller gezwungen sein, schnell zurückzukaufen. Dann wäre ein Short Squeeze angesichts der hohen Leerverkaufsquote wahrscheinlich. Fällt die Aktie dagegen weiter, dürften sich die Shortseller bestätigt fühlen und Kurs womöglich noch tiefer treiben.
Mittlerweile beträgt die annualisierte 30-Tage-Volatilität stolze 87 Prozent. Das deutet darauf hin, dass der Titel schon bei kleinen Nachrichten massiv ausschlagen kann. Wer hier investiert, muss also krasse Kursbewegungen aushalten können.
Das ist der neue Marktindikator
So ist die Shortquote bei DroneShield nun selbst zum Marktindikator geworden. Anleger werden Daten zur Short-Quote bei DroneShield nun weiter genau verfolgen. Wer am Ende recht behält, kann viel verdienen. Wer falschliegt, muss womöglich mit einem Totalverlust rechnen.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist die DroneShield-Aktie die meist-geshortete Aktie an der australischen Börse?
Zum 27. August waren 15,5 Prozent des gesamten Aktienregisters leerverkauft. Shortseller setzen offenbar darauf, dass DroneShield sein schnelles Umsatzwachstum nicht schnell genug in ein profitables Geschäft umwandeln kann. Im ersten Halbjahr stand trotz eines Umsatzanstiegs von 74 Prozent auf 125,8 Millionen australische Dollar ein Nettoverlust von 32,2 Millionen australischen Dollar zu Buche.
Welches Kursziel sehen die Analysten für die DroneShield-Aktie?
Canaccord Genuity bestätigte am 27. August die Kaufempfehlung und setzte das Kursziel auf 2,60 australische Dollar. Ausgehend von einem Kurs von rund 1,72 australischen Dollar entspricht das einem Potenzial von gut 50 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt dagegen bei 1,42 australischen Dollar und damit unter dem aktuellen Kursniveau.
Welche Folgen kann die hohe Shortquote für die DroneShield-Aktie haben?
Bei einem kräftigen Kursanstieg könnten Shortseller zu schnellen Rückkäufen gezwungen werden, wodurch ein Short Squeeze wahrscheinlich wäre. Bei weiteren Kursverlusten könnten sich die Shortseller bestätigt fühlen und den Kurs womöglich noch stärker unter Druck setzen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 87 Prozent deutet zudem auf krasse Kursbewegungen hin
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