Der Goldpreis ist schwach in die neue Woche gestartet. Experten der Citigroup sehen für das Edelmetall dennoch weiteres Potenzial – und rechnen damit, dass insbesondere große Goldproduzenten überproportional profitieren könnten.
Der Goldpreis kämpft nach einer starken Rally seit Ende August mit Kursverlusten. Ein überraschend robuster US-Arbeitsmarkt hatte die Spekulationen auf eine mögliche Leitzinserhöhung in den Vereinigten Staaten verstärkt. Steigende Zinsen gelten als Belastungsfaktor für Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft und im Vergleich zu verzinslichen Anlagen an Attraktivität verliert.
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Gold unter Druck: Fed-Entscheidung kommende Woche
Die US-Notenbank will in der kommenden Woche über ihren weiteren geldpolitischen Kurs entscheiden. Eine Zinserhöhung gilt an den Märkten als möglich, ist aber keineswegs ausgemacht. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt dagegen erneut für Zinssenkungen ausgesprochen.
Zusätzlichen Druck auf den Goldpreis hatte zuletzt der Fed-Chef Kevin Warsh ausgeübt. Er betonte die Bedeutung einer konsequenten Inflationsbekämpfung. Marktteilnehmer werteten dies als Hinweis darauf, dass die US-Notenbank bei den Zinsen möglicherweise einen strafferen Kurs einschlagen könnte.
Noch am 25. August war der Goldpreis bis auf knapp 4.700 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Seitdem hat das Edelmetall einen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben. Für die Citigroup ist die jüngste Schwächephase jedoch kein Grund, den langfristig positiven Ausblick infrage zu stellen.
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Citi sieht Goldpreis bis 2027 bei 5.000 Dollar
Das globale Rohstoffteam der Großbank bleibt für Gold optimistisch. Nach Einschätzung der Citi könnte der Preis bis Ende 2027 auf 5.000 US-Dollar je Feinunze steigen.
Besonders interessant ist aus Sicht der Bank die Bewertung der Goldminenaktien. Diese preise derzeit einen Goldpreis ein, der rund 500 US-Dollar unter dem aktuellen Spotniveau liege. Sollte sich der Goldpreis stabilisieren oder seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen, könnten die Aktien der Minenbetreiber daher überdurchschnittlich zulegen.
Der Grund: Große Goldproduzenten erwirtschaften bei den aktuellen Goldpreisen bereits kräftige Cashflow-Renditen. Zwar steigen auch ihre Förderkosten, doch die Kosteninflation entwickelt sich laut Citi deutlich langsamer als der Goldpreis. Dadurch können sich die Gewinnmargen der Unternehmen ausweiten.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Citigroup insbesondere für große Goldminenbetreiber bullish. Zu den bevorzugten Werten der Bank zählen Newmont sowie Agnico Eagle Mines.
Beide Unternehmen könnten von einem anhaltend hohen Goldpreis profitieren, weil bereits moderate Preissteigerungen bei gleichzeitig kontrollierten Kosten einen überproportionalen Effekt auf die Profitabilität haben können. Für Anleger bleibt der Sektor allerdings schwankungsanfällig: Neben der Entwicklung des Goldpreises beeinflussen unter anderem Förderkosten, Energiepreise, Währungen, politische Risiken und die Qualität einzelner Minenprojekte die Aktienkurse.
Goldminen-ETFs haben zugelegt
Spannend ist auch der Blick auf europäische Goldminen-ETFs. Sie konnten im August trotz der Korrektur beim Goldpreis kräftig zulegen und laut “ETFstream” deutliche Zuflüsse verzeichnen. Das gilt vor allem für die beiden größten UCITS-Strategien des Segments, der iShares Gold Producers UCITS ETF und der VanEck Gold Miners UCITS ETF.
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Enthält Material von dpa-AFX
Häufige Fragen
Wie entwickelt sich der Goldpreis laut Citigroup?
Die Citigroup erwartet, dass der Goldpreis bis Ende 2027 auf bis zu 5.000 US-Dollar je Feinunze steigen könnte. Die aktuelle Schwächephase bewertet die Bank daher eher als Korrektur innerhalb eines langfristig positiven Trends.
Warum könnten Goldminenaktien stärker steigen als der Goldpreis?
Goldproduzenten profitieren direkt von höheren Verkaufspreisen, während ihre Förderkosten laut Citigroup langsamer steigen als der Goldpreis. Dadurch können sich die Gewinnmargen ausweiten. Bereits moderate Preissteigerungen beim Edelmetall könnten deshalb einen überproportionalen Effekt auf die Gewinne der Unternehmen haben.
Welche Goldminenaktien favorisiert die Citigroup?
Zu den bevorzugten Goldproduzenten der Citigroup zählen Newmont und Agnico Eagle Mines. Beide Unternehmen könnten von einem anhaltend hohen Goldpreis und einer möglichen Stabilisierung der Förderkosten profitieren. Goldminenaktien bleiben jedoch unter anderem von Energiepreisen, Währungen, politischen Risiken und der Qualität einzelner Minenprojekte abhängig.