Noch läuft es an den Börsen. Ein Analyst warnt nun aber vor einem möglichen Horrorszenario für die Märkte.
Daniel Jones, Analyst bei Seeking Alpha, hält es für möglich, dass die USA in eine Rezession abrutschen. Eine solche Entwicklung könnte auch für deutsche Anleger erhebliche Folgen haben – insbesondere dann, wenn gleichzeitig die Inflation steigt und die US-Notenbank ihre Geldpolitik nicht lockert.
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Gropolitische Lage als größter Risikofaktor
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran ist der zentrale Auslöser für die aktuelle Warnung. Eine weitere Eskalation könnte die Energieversorgung, den internationalen Schiffsverkehr und damit auch die Weltwirtschaft belasten. Besonders wichtig sind dabei die Straße von Hormus und das Rote Meer.
Gleichzeitig besteht das Risiko, dass sich der Konflikt auf eine weitere wichtige Handelsroute ausweitet. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen erklärten, zwei saudische Öltanker mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. CNBC konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig bestätigen. Eine erneute oder anhaltende Bedrohung durch die Miliz könnte Reedereien dazu zwingen, die Meerenge Bab al-Mandab und das Rote Meer zu meiden.
Für Unternehmen hätte das mehrere Folgen: Höhere Energie- und Transportkosten können die Gewinnmargen belasten. Außerdem können Lieferketten ins Stocken geraten und Verbraucher durch steigende Preise weniger Geld für andere Ausgaben haben. Das schwächt die Konjunktur zusätzlich. Das Rote Meer ist eine wichtige Handelsroute zwischen Asien und Europa.
Doch es gibt auch Aktien, die solchen geopolitischen Krisen standhalten können. Einige davon finden Anleger im Stabile Werte Index von BÖRSE ONLINE.
Druck auf US-Notenbank wächst
Steigende Ölpreise könnten die Inflation anheizen, während eine schwächere Wirtschaft für Zinssenkungen sprechen würde. Genau daraus entsteht das Dilemma der US-Notenbank: Sie müsste entscheiden, ob sie die Konjunktur stützt oder die Inflation bekämpft. Daniel Jones hält es für möglich, dass der Inflationsdruck überwiegt und die Fed die Zinsen deshalb länger hoch hält oder sogar erneut anhebt. Zum Zeitpunkt seiner Einschätzung rechnete laut dem CME FedWatch Tool rund ein Drittel der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung im Juli.
„Der Markt scheint angesichts der bevorstehenden Quartalszahlen wie auf Nadeln zu sitzen“, schrieb Jones. Ein wichtiger Prüfstein für die aktuelle Marktlage stellten nach Meinung des Experten die Quartalszahlen von Telsa dar. Das Unternehmen übertraf beim Umsatz zwar die Erwartungen, enttäuschte jedoch bei Marge, Gewinn je Aktie und operativem Ergebnis. Die Aktie gab nachbörslich deutlich nach. Denn: Eine weitere Eskalation könnte Energie-, Fracht- und Versicherungskosten erhöhen und dadurch vor allem Industrie, Autobauer, Logistik sowie andere zyklische Werte belasten. Auch der DAX könnte bei wachsender Risikoaversion nachgeben. Anleger sollten deshalb die Risiken im eigenen Depot prüfen und auf eine breite Streuung achten.
Der Iran-Konflikt hat allerdings auch einige Nutznießer hervorgebracht. Im Zuge der Knappheit eines wichtigen Rohstoffes, der zur Chipherstellung benötigt wird, können Anleger jetzt bei drei Unternehmen von bis zu 240 Prozent Kurspotenzial profitieren. Im exklusiven Aktienreport "Kampf um den Super-Rohstoff" finden Sie eine Analyse zu den jeweiligen Konzernen.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert mit Aktien, wenn der Ölpreis stark steigt?
Ein stark steigender Ölpreis erhöht zunächst die Kosten für Unternehmen und Verbraucher. Besonders unter Druck geraten können Industrie, Transport, Logistik und Autobauer, während Energieunternehmen und bestimmte Rohstoffproduzenten profitieren können.
Welche Aktien gelten in Krisenzeiten als vergleichsweise stabil?
Als vergleichsweise defensiv gelten häufig Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Basiskonsumgüter und Versorger. Vollständig krisenfest ist jedoch keine Aktie, da auch defensive Unternehmen bei einer allgemeinen Marktschwäche Kursverluste erleiden können.
Was bedeutet eine Rezession für Anleger?
In einer Rezession sinken häufig Nachfrage, Unternehmensgewinne und Investitionen. Anleger sollten deshalb besonders auf die Verschuldung, die Gewinnentwicklung und die Abhängigkeit eines Unternehmens von der Konjunktur achten.
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