Die Inflation in der Eurozone zieht weiter an und die EZB dürfte angesichts dieser Nachrichten nun zum Handeln gezwungen sein. Was das jetzt für Aktien, Zinsen, Gold, Euro und Co. bedeutet
Der DAX schwächelt am Dienstag und einer der Gründe sind die neuesten Inflationsdaten für die Eurozone. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte.
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Inflation zieht an, EZB muss handeln
Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023. Im Juli hatte die Inflationsrate bei 2,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten den Anstieg der Rate auf 3,3 Prozent im Schnitt erwartet. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Preisniveau in der Eurozone im August um 0,4 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.
"Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten viele Betriebe, insbesondere in der Industrie und in der Lebensmittelproduktion, die höheren Energiepreise weitergeben werden", schrieb Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer in einem Kommentar. "Insbesondere der hohe Erdgaspreis dürfte in diesen Branchen in den kommenden Quartalen die Kosten erhöhen. Daher dürfte die Kernrate im Laufe des kommenden Jahres deutlich steigen."
Als Reaktion auf diese zu erwartende Steigerung des Preisniveaus dürfte die EZB reagieren und die Zinsen im Euro-Raum anheben. Laut EZB Watch Tool gilt eine Anhebung auf 2,50 Prozent am 10. September als sicher. Die Chancen auf eine weitere Anhebung bis Jahresende liegen bei 56 Prozent, die auf zwei weitere bei elf Prozent.
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Was das jetzt für Aktien, Zinsen, Gold, Euro und Co. bedeutet
Für Aktienanleger im Euro-Raum sind das potenziell keine guten Nachrichten, denn höhere Zinsen belasten die Kurse. Zudem wächst in Europa angesichts der Anhebung die Angst vor einer Staatsschuldenkrise mit Blick auf Länder wie Frankreich.
Sparer dürfen sich derweil freuen, denn steigende EZB-Einlagenzinsen gehen in der Regel mit besseren Angeboten bei Tagesgeld und Festgeld einher. Viele Anbieter haben bereits jetzt reagiert, wie eine Auswertung von Verivox zeigt. Hier heißt es: “Die Zinsen für festverzinsliche Sparanlagen sind seit Beginn des Irankriegs deutlich gestiegen. Bundesweit verfügbare Angebote mit zwei Jahren Laufzeit bringen im Schnitt aktuell 2,53 Prozent. Das entspricht einem Zinsanstieg um 0,46 Prozentpunkte seit Kriegsbeginn. [...] Über alle Laufzeiten liegen die durchschnittlichen Festgeldzinsen mittlerweile deutlich oberhalb des aktuellen Einlagezinssatzes der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,25 Prozent.” Mehr zu den aktuellen Angeboten im BÖRSE ONLINE Festgeld Vergleich.
Der Goldpreis schwächelt dagegen ebenso wie die Aktien bei der Aussicht auf steigende Zinsen. Angesichts der wachsenden Staatsverschuldung und der Sorge vieler Investoren vor der geopolitischen Spannung könnte sich das Edelmetall aber weiter als sicherer Hafen erweisen. Selbiges gilt für den Bitcoin.
Währungsseitig verlor der Euro derweil am Dienstag. Das liegt allerdings weniger an der Zinsentwicklung, die die Währung eigentlich stärken dürfte, sondern an dem Fakt, dass Investoren wegen der geopolitischen Unsicherheit in den US-Dollar flüchten.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum steigt die Inflation in der Eurozone weiter?
Die Verbraucherpreise stiegen im August im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Höhere Energiepreise, insbesondere der hohe Erdgaspreis, dürften laut Commerzbank in den kommenden Quartalen die Kosten vieler Betriebe erhöhen und zu weiteren Preissteigerungen führen.
Welche Folgen haben steigende EZB-Zinsen für Aktien und Sparer?
Höhere Zinsen können die Kurse von Aktien im Euro-Raum belasten und die Sorge vor einer Staatsschuldenkrise verstärken. Sparer profitieren dagegen in der Regel von besseren Angeboten bei Tagesgeld und Festgeld.
Wie reagieren Gold, Bitcoin und der Euro auf die steigenden Zinsen?
Gold und Bitcoin schwächeln zunächst bei der Aussicht auf steigende Zinsen, könnten sich wegen der wachsenden Staatsverschuldung und geopolitischer Spannungen aber weiter als sichere Häfen erweisen. Der Euro verlor, weil Investoren angesichts der geopolitischen Unsicherheit in den US-Dollar flüchteten.
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