Der DAX startet am Freitag knapp unter seinem Rekordhoch. Im Fokus stehen die folgenden Themen: BMW, Amazon, IREN, Nvidia, PayPal, Take-Two, Anthropic, Bitcoin und Jackson Hole.
Vor der Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf der Tagung in Jackson Hole bleiben die Anleger am Freitag zuversichtlich. Der Dax zeigte ein Plus von 0,3 Prozent auf 26.448 Punkte. Bis zu seinem Rekordhoch fehlen ihm nur noch etwas mehr als 100 Punkte.
Die Zahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia oder Salesforce hatten am Vortag die Märkte angetrieben. Vor allem an der Nasdaq-Börse in New York war es deutlich bergauf gegangen. Getrübt wird dies jedoch durch nachbörslich hohe Kursverluste für die Aktien des KI-Chipherstellers Marvell Technology, der sich laut Marktanalyst Maximilian Wienke vom Broker etoro neben Nvidia und Broadcom zu einem wichtigen Profiteur des KI-Infrastrukturbooms entwickelt habe. Nach extremer Kursrally sei bei Marvell bereits viel Wachstum eingepreist.
Am Markt sind am Freitag die Augen auf Kevin Warsh gerichtet, der am Nachmittag (16 Uhr MESZ) auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole sprechen wird. Die Märkte warteten gespannt auf Signale zum weiteren Zinskurs, denn in Erwartung einer möglicherweise restriktiven Haltung seien die Anleiherenditen bereits gestiegen, schrieb die Commerzbank.
Sende die Rede von Kevin Warsh die richtigen Signale, könnte sich der Dax auf einem neuen Rekordhoch ins Wochenende verabschieden, glaubt Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Zuletzt hat ein ruckartiger Renditeanstieg auch den Dax aus dem Tritt gebracht. Heute entscheidet Warshs Wortwahl darüber, ob der Zins-Blues vorerst vom Parkett verschwindet."
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Ausführlicher Trailer von 'Grand Theft Auto VI' gestartet
Knapp drei Monate vor Erscheinen des mit Spannung erwarteten nächsten Videospiels aus der "GTA"-Reihe ist ein ausführlicher Trailer dazu veröffentlicht worden. Die rund 26-minütige Episode aus "Grand Theft Auto VI" kann seit dem Abend auf Netflix gestreamt werden, am frühen Morgen sollte das Material auch auf YouTube erscheinen. Das Actionspiel soll nach mehrfacher Verzögerung am 19. November erscheinen. Die Vorbestellungen waren in Deutschland Ende Juni freigeschaltet worden.
"Grand Theft Auto" von Rockstar Games, einer Tochter von Take-Two Interactive, ist eine der bekanntesten Videospielserien weltweit und wurde erstmals 1997 veröffentlicht. Der vorherige Titel der Reihe kam im Jahr 2013 heraus. Das große Interesse potenzieller Käufer signalisiert schon jetzt, dass es eines der erfolgreichsten Spiele der Branchengeschichte werden könnte.
In dem Trailer von "GTA VI" wirkt die Grafik sehr realistisch und detailreich. Es gibt wilde Verfolgungsjagden durch eine fiktive Stadt - die sich an der US-Metropole Miami orientiert - mit Straßenschluchten, Palmen und Wolkenkratzern.
Mit dabei ist man auch bei Schießereien, untermalt unter anderem mit dem Song "People are People" von Depeche Mode. Oder es wird im Club oder Fitnessstudio gechillt oder mit Fallschirm von einem Hochhaus gesprungen.
Kreise: Stripe und Advent geben Pläne zur Paypal-Übernahme auf
Eine Übernahme des US-Zahlungsdienstleisters Paypal durch den Finanzinvestor Advent und den Zahlungsabwickler Stripe ist Insidern zufolge geplatzt. Die Gruppe verfolge keine Übernahme von Paypal mehr, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend (Ortszeit) nach US-Börsenschluss unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Zuvor habe sie mehr als 50 Milliarden US-Dollar (rund 43 Mrd Euro) für das Unternehmen geboten. Vertreter von Advent, PayPal und Stripe lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Der Aktienkurs von Paypal sackte im nachbörslichen US-Handel um fast 14 Prozent ab.
PayPal war Ende der neunziger Jahre gegründet worden und galt als früher Vorreiter bei digitalen Bezahlverfahren. Zuletzt tat sich das Unternehmen jedoch mit der Modernisierung seiner Zahlungstechnologien schwer, während Wettbewerber wie Apple und die Google-Mutter Alphabet Marktanteile gewannen. Bloomberg hatte im Februar zuerst berichtet, dass Stripe nach einem Kursrutsch bei PayPal eine teilweise oder vollständige Übernahme des Unternehmens prüfe. Die Aktie von PayPal hat in den vergangenen fünf Jahren fast 80 Prozent an Wert verloren.
BMW zieht etwas an - Citigroup erwartet positivere Schlagzeilen
In einem wenig bewegten Autosektor-Umfeld fallen die Aktien von BMW am Freitag mit vorbörslichen Gewinnen auf. Nach der sektorweiten Erholungsrally vom Vortag ging es im Tradegate-Handel für den Autobauer nochmals um 0,7 Prozent bergauf, während die Konkurrenten Volkswagen und Mercedes-Benz sich nur knapp über ihrem Vortagsniveau bewegten. Die Citigroup vergab BMW den Status "Positive Catalyst Watch" mit einer Frist von 90 Tagen. Analyst Harald Hendrikse erwartet damit positive Kurstreiber, auch wenn er sein Votum auf "Neutral" belässt.
Der Experte verwies in seiner Studie auf die bereits nach unten korrigierten Gewinnerwartungen am Markt in China, wo der negative Trend sein Extrem wohl überstanden habe. Wenige Monate nach einer Gewinnwarnung - wie zuletzt im Juni - lege die Aktie häufiger wieder zu. Im Hinblick auf den Kapitalmarkttag Ende September, der unter neuer Führung stattfinde, seien die Erwartungen sehr niedrig angesetzt und im Vergleich zu Mercedes-Benz werde BMW auf einem historischen Tief bewertet. Er hält es daher für möglich, dass bald positive Schlagzeilen kommen und dazu führen, dass Spekulanten sich eindecken müssen, die auf fallende Kurse gesetzt hätten.
Amazon schließt Stromverträge mit vier schwedischen Windparks
Amazon hat langfristige Stromabnahmeverträge mit vier schwedischen Windparks unterzeichnet, um den wachsenden Energiebedarf seiner Rechenzentren zu decken. Die Vereinbarungen umfassen fast 200 Megawatt zusätzliche Kapazität und sollen Amazons Stromversorgung in Schweden auf mehr als ein Gigawatt erhöhen. Entwickelt werden die Windparks von Eolus und OX2, das sich im Besitz von EQT befindet.
IREN plant bis zu 30 Milliarden Dollar Investitionen
IREN will im Geschäftsjahr 2027 rund 25 bis 30 Milliarden Dollar investieren, während für die Kapazitäten 2026 bereits ein Jahresumsatz von vier Milliarden Dollar vertraglich gesichert ist. Das Unternehmen erwartet bis zum Ende des Dezemberquartals einen jährlichen Umsatz von mehr als vier Milliarden Dollar und plant zusätzliche GPU-Finanzierungen sowie Vorauszahlungen. Der Quartalsverlust von 684 Millionen Dollar wurde vor allem durch Wertminderungen von 450,4 Millionen Dollar und die Abwertung von Mining-Hardware belastet, während der Bitcoin-Mining-Betrieb bis Ende Dezember 2026 weitgehend beendet werden soll.
Nvidia setzt umstrittene Finanzierungsinitiative vorerst aus
Nvidia hat laut einem Bericht des Wall Street Journal einige Vereinbarungen im Rahmen eines Finanzierungsprogramms für KI-Cloud-Anbieter vorerst ausgesetzt. Mitarbeiter äußerten demnach Bedenken wegen möglicher kartellrechtlicher Prüfungen und der weitreichenden Kontrolle über die Geschäfte der Partner. Nvidia soll unter anderem eine Vermietung der Chips nur an zugelassene Kunden verlangt und eine Beteiligung von 50 Prozent an Umsätzen oberhalb einer bestimmten Schwelle vorgesehen haben.
Anthropic erwägt Partnerschaft mit MatX
Anthropic hat laut Reuters eine Übernahme des KI-Chip-Startups MatX für rund sieben Milliarden Dollar geprüft, die Gespräche sind jedoch ins Stocken geraten. Beide Unternehmen erwägen nun offenbar eine Partnerschaft, während MatX eine neue Finanzierung bei einer Bewertung von etwa vier Milliarden Dollar sucht. Anthropic will mit eigener Hardwareentwicklung seine Abhängigkeit von Nvidia verringern und Leistung sowie Effizienz seiner Claude-Modelle verbessern.
StarkWare testet quantensichere Bitcoin-Transaktion
StarkWare hat nach eigenen Angaben erstmals eine quantensichere Bitcoin-Transaktion im Mainnet durchgeführt, ohne die Konsensregeln des Netzwerks zu verändern. Die Methode Quantum-Safe Bitcoin nutzt Hashfunktionen und soll einzelne Bestände vor künftigen Angriffen durch Quantencomputer schützen, ist jedoch mit mehreren hundert Dollar Kosten verbunden und funktioniert nicht für zuvor veröffentlichte öffentliche Schlüssel. StarkWare hält weiterhin einen Soft Fork für die dauerhafte Lösung und betont, dass die aktuelle Methode Bitcoin insgesamt nicht quantensicher macht.
Enthält Material von dpa-AFX