Micron, Intel, Dell, AMD und Broadcom haben viele Anleger reich gemacht. Doch neue Kursziele zeigen ein gespaltenes Bild: Welche KI-Aktien haben noch Luft nach oben – und wo wird es eng?

Die KI-Euphorie an der Börse kennt aktuell kaum Grenzen. Die Hyperscaler erhöhen ihre Investitionsbudgets von Quartal zu Quartal und viele KI-Aktien markieren nahezu täglich neue Allzeithochs.

Für Anleger stellt sich daher die entscheidende Frage: Sind die Aktien der KI-Profiteure inzwischen zu weit gelaufen oder ist die Rallye durch die fundamentale Entwicklung gerechtfertigt?

Einen Hinweis darauf könnten die neuesten Analystenmeldungen geben. Denn bei Micron, Intel, Dell, AMD und Broadcom haben mehrere Analysten diese Woche ihre Einschätzungen aktualisiert.

Dell: 7 Prozent Aufwärtspotential

Zu den überraschenden Gewinnern des KI-Booms zählt zweifelsfrei Dell. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie bereits rund 270 Prozent im Plus. Allein nach den starken Quartalszahlen der vergangenen Woche sprang der Kurs an einem Tag um mehr als 30 Prozent nach oben.

Trotz der starken Rally sieht Goldman Sachs offenbar weiteres Potenzial. Analystin Katherine Murphy stuft die Dell-Aktie weiterhin mit „Buy“ ein und setzt das Kursziel auf 500 Dollar. Als wichtigen Wachstumstreiber nennt Murphy vor allem die steigende Nachfrage nach KI-Agenten.

Intel: 8 Prozent Abwärtspotenzial

Totgesagte leben länger – das gilt aktuell auch für Intel. Nach vielen Jahren schwacher Entwicklung hat die Aktie in den vergangenen Monaten ein regelrechtes Kursfeuerwerk abgeliefert. Auslöser waren unter anderem das Investment der US-Regierung, der Einstieg von Nvidia sowie die Hoffnung auf einen steigenden CPU-Bedarf im Zuge des KI-Booms.

Am Montag hat Barclays sein Kursziel für die Intel Aktie nun deutlich angehoben – von 65 auf 100 Dollar. Dennoch liegt dieses Ziel rund 8 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau. Zudem bleibt die Einstufung lediglich bei „Neutral“. Zwar sieht Barclays eine stark steigende CPU-Nachfrage aufgrund der Verbreitung von KI-Agenten, jedoch ist AMD nach Einschätzung des Analysten besser positioniert als Intel.

Intel (WKN: 855681)

AMD: 30 Prozent Aufwärtspotential

Auch bei AMD hat Barclays sein Kursziel von 500 auf 665 Dollar deutlich erhöht. Damit sieht Analyst Thomas O'Malley noch rund 30 Prozent Aufwärtspotential. AMD sei ein klarer Gewinner der steigenden CPU-Nachfrage im agentic-AI-Zeitalter.

Broadcom: 5 Prozent Aufwärtspotenzial

Mit einem Kursplus von „nur“ 33 Prozent seit Jahresbeginn ist Broadcom die Aktie mit der niedrigsten Performance in dieser Liste. Am Mittwoch nach Börsenschluss wird Broadcom seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2026 vorstellen.

Bereits vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse hat Joseph Moore von Morgan Stanley nun sein Kursziel von 470 auf 485 Dollar angehoben. Die Einstufung bleibt auf “buy“. Als Grund für das höhere Kursziel nannte der Analyst vor allem die starke Nachfrage im KI-Netzwerkbereich sowie bei den TPUs.

Micron: 6 Prozent Aufwärtspotenzial

Seit Jahresbeginn liegt die Micron-Aktie bereits rund 262 Prozent im Plus. Vergangene Woche stieg der Speicherchip-Hersteller sogar in den Billionen-Dollar-Club auf. Dennoch sieht Raymond James weiterhin Luft nach oben: Analystin Melissa Fairbanks hat das Kursziel für Micron am Montag von 530 auf 1.100 Dollar mehr als verdoppelt und die Aktie weiter mit „Buy“ eingestuft.

Allerdings entspricht das nach der starken Kursrallye nur noch einem Aufwärtspotenzial von rund 6 Prozent. Der Optimismus beruht vor allem auf der anhaltend hohen KI-Nachfrage. Diese dürfte laut Raymond James dafür sorgen, dass die Angebotsengpässe bei Speicherprodukten auch 2027 und 2028 bestehen bleiben. Dadurch könnte Micron das aktuell hohe Preisniveau länger halten.

Micron Technology (WKN: 869020)

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