Fünf der sechs größten US-Banken haben ihre Quartalszahlen präsentiert. Einige davon haben die Erwartungen deutlich übertroffen. Dennoch warnte einer der mächtigsten Banker der Welt in einer Mitteilung zu den Quartalszahlen vor anhaltenden Risiken für die Finanzmärkte.
Eigentlich sollte JPMorgan-Chase-CEO Jamie Dimon zufrieden sein: Das zweite Quartal 2026 der US-Großbank hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Gleichzeitig sank die Inflationsrate in den USA stärker als angenommen. Dennoch warnte er in einer Mitteilung vom Dienstag vor anhaltenden Risiken, die nach wie vor die Märkte bedrohen.
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Starke JPMorgan-Zahlen überzeugen
In den drei Monaten bis Ende Juni stieg der Gewinn des Geldhauses auf 21,2 Milliarden US-Dollar an. Im Vorjahr verzeichnete JPMorgan noch 15 Milliarden US-Dollar. Ein wichtiger Treiber war der Aktienhandel. Die Erträge im Aktiengeschäft stiegen um 82 Prozent im zweiten Quartal auf 6,03 Milliarden US-Dollar. Das Investmentbanking profitierte ebenfalls von der hohen Aktivität. Die Gebühren in dieser Sparte stiegen um 30 Prozent und erreichten den höchsten Stand seit 2021, was sogar die eigenen Erwartungen des Geldhauses übertraf. Die Ergebnisse kommen „dem Bestmöglichen sehr nahe“, sagte Bankenchef Dimon bei der Analystenkonferenz am Dienstag.
Am selben Tag veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics die US-Inflationszahlen aus dem Juni: Der Verbraucherpreisindex sank im Juni auf Monatsbasis um 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich lag die Inflationsrate bei 3,5 Prozent. Volkswirte hatten mit 3,8 Prozent gerechnet.
Aktie erreicht neues Jahreshoch
Die JPMorgan-Aktie reagierte positiv auf die starken Quartalszahlen und erreichte ein neues 52-Wochen-Hoch. Auch die unerwartet niedrige US-Inflation stützte die Hoffnung der Anleger auf eine weniger restriktive Geldpolitik der US-Notenbank.
Für JPMorgan sprechen vor allem die hohen Erträge im Aktienhandel und die Erholung des Investmentbankings. Anleger sollten jedoch beachten, dass die außergewöhnlich starke Marktaktivität nicht zwingend von Dauer sein muss.
Trotz besserer US-Wirtschaft "Wir können nicht vorhersehen, wie sich diese Kräfte letztlich entwickeln"
Jamie Dimon sieht die US-Wirtschaft derzeit grundsätzlich robust. „Die US-Wirtschaft hat in diesem Jahr eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt, mit höheren Unternehmensinvestitionen und einer stärkeren Beschäftigungsentwicklung“, schrieb der JPMorgan-Chef in einer Mitteilung. Vor allem Investitionen in künstliche Intelligenz, fiskalische Impulse und eine effizientere Regulierung hätten das Wachstum seiner Meinung nach angetrieben.
Gleichzeitig warnt Dimon davor, die positive Entwicklung als dauerhaft zu betrachten. Er verwies auf geopolitische Spannungen und Kriege, eine hartnäckige Inflation, hohe weltweite Haushaltsdefizite sowie hohe Bewertungen an den Vermögensmärkten. "Wir können nicht vorhersehen, wie sich diese Kräfte letztlich entwickeln werden. Sie könnten beherrschbar bleiben, aber sie könnten auch erhebliche Verwerfungen verursachen, wenn sie sich verschieben oder aufeinanderprallen“, schrieb er.
Während neue Rekorde die Aktienkurse antreiben, sollten Anleger die Risiken nicht außer Acht lassen. Immer mehr Experten raten zu einer Diversifikation im Depot. Die Bank of America empfiehlt derzeit sogar eine ganz bestimmte Anlagestrategie. Wer allerdings das Risiko liebt, findet im neuen Aktienreport "Momentum-Raketen" drei Werte mit einer möglichen Gewinnchance von 300 Prozent.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet die US-Inflation für die Zinsen?
Sinkende Inflationsraten können den Druck auf die US-Notenbank verringern, die Leitzinsen hoch zu halten. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Gesamtinflation, sondern auch die Entwicklung der Kerninflation, der Löhne und der Konjunktur. Ein einzelner Monatswert reicht deshalb normalerweise nicht für eine sichere Prognose der nächsten Zinsentscheidung.
Warum sind die Quartalszahlen von JPMorgan für Anleger wichtig?
JPMorgan gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Lage im US-Finanzsektor und an den Kapitalmärkten. Steigende Erträge im Aktienhandel und im Investmentbanking können darauf hindeuten, dass Unternehmen und Investoren wieder aktiver sind. Anleger sollten allerdings prüfen, wie nachhaltig diese Erträge sind und welcher Anteil auf Sondereffekte entfällt.
Wie beeinflussen hohe Vermögenspreise die Börse?
Hohe Aktien- und andere Vermögenspreise können die Bewertungen vieler Unternehmen nach oben treiben. Das erhöht das Rückschlagpotenzial, wenn Gewinne, Zinsen oder Konjunkturerwartungen enttäuschen. Gleichzeitig können Banken wie JPMorgan von einer hohen Handels- und Emissionsaktivität profitieren, solange die Marktteilnehmer optimistisch bleiben.
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