Das teilte der SFR-Eigentümer, der französische Medienkonzern Vivendi, am Wochenende mit. Damit endet eine monatelange Übernahmeschlacht. Das Nachsehen hat der kleinere SFR-Rivale Bouygues, der eigentlich mehr Bargeld auf den Tisch gelegt hatte. Am Ende entschieden aber andere Kriterien, etwa die Zusicherung zum Erhalt von Arbeitsplätzen.

SFR ist der zweitgrößte französische Mobilfunker. Bouygues, die Nummer drei, hätte zusammen mit SFR Marktführer Orange überholen können. Der Markt ist seit zwei Jahren durch einen harten Preiskampf gekennzeichnet, seitdem der Billig-Anbieter Iliad Druck auf die etablierten Firmen macht. Nun bekommt aber Numericable den Zuschlag für SFR. Der Deal erinnert damit an die Übernahme von Kabel Deutschland durch den britischen Mobilfunk-Riesen Vodafone. Auch hier ging es um die Verbindung von TV-, Internet- und Mobilfunk-Diensten.

Vivendi bekommt im Rahmen der Transaktion zunächst 13,5 Milliarden Euro in bar plus eine 20-prozentige Beteiligung an der neuen Gesellschaft. Sollte der Deal ein Erfolg werden, fließen weitere 750 Millionen Euro. Der Medienkonzern teilte am Samstag mit, der Aufsichtsrat habe sich einstimmig für das Numericable-Gebot ausgesprochen. Dieses besteche durch seine Geschäftslogik, das Versprechen zum Erhalt von Arbeitsplätzen sowie die besseren Chancen, grünes Licht von den Regulierungsbehörden zu bekommen. Es sei das ausgewogenere Angebot gewesen.

KAMPF DER MILLIARDÄRE

Hinter Numericable steht der milliardenschwere französisch-israelische Geschäftsmann Patrick Drahi. Er hat sich gegen den ebenfalls überaus reichen Martin Bouygues durchgesetzt, dessen Familie den gleichnamigen Mischkonzern samt Mobilfunksparte kontrolliert. Bouygues war der Favorit der französischen Regierung. Er wollte durch die Fusion die Billig-Konkurrenz abhängen. Bouygues hatte zuletzt 15 Milliarden Euro in bar sowie eine 10-prozentige Beteiligungen an der neuen Gesellschaft geboten. Beide Rivalen hatten mehrfach ihre Offerten aufgestockt.

Der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg sagte, die Regierung in Paris werde genau darauf achten, dass es nicht doch zu einem Stellenabbau komme. Dies wird befürchtet, weil der Preiskampf selbst Marktführer Orange zusetzt. Vivendi will die Telekombranche wegen der Rabattschlacht so schnell wie möglich verlassen, um sich stärker auf das Mediengeschäft zu konzentrieren. SFR war einst sehr erfolgreich. Seit 2011 hat sich der operative Gewinn aber auf zuletzt noch 1,07 Milliarden Euro halbiert. Trotzdem stand der Mobilfunker damit noch für mehr als die Hälfte des Vivendi-Gewinns im vergangenen Jahr.

Numericable kann nach der Übernahme Festnetz, Internet und Mobilfunk aus einer Hand anbieten. An der neuen Gesellschaft wird Drahis Firma Altice 60 Prozent halten, Vivendi 20 Prozent. Der Rest ist frei handelbar an der Börse. Vivendi darf seine Beteiligung mindestens ein Jahr nicht verkaufen. Numericable plant zur Finanzierung der Übernahme unter anderem eine Kapitalerhöhung von bis zu 4,7 Milliarden Euro.

Reuters