John Paulson gehört zu den bekanntesten Investoren der Welt. In seinem ersten CNBC-Interview seit fast zwei Jahren äußerte sich der Hedgefondsmanager nun wieder ausführlich zu den Perspektiven des Goldpreises.
Berühmt wurde der US-Milliardär durch seine milliardenschwere Wette gegen den amerikanischen Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008. Anschließend setzte er frühzeitig auf Gold und baute über Jahre hinweg eine der größten Positionen im weltweit größten Gold-ETF SPDR Gold Shares auf. Inzwischen hat Paulson den Schwerpunkt seines Engagements verlagert und setzt verstärkt auf Goldminen- und Explorationsunternehmen, die seiner Ansicht nach ein noch größeres Wertsteigerungspotenzial besitzen als das Edelmetall selbst. Trotz der kräftigen Korrektur der vergangenen Monate sieht der Hedgefondsmanager den langfristigen Gold-Bullenmarkt keineswegs als beendet – im Gegenteil.
John Paulson sieht Gold erst am Beginn eines langfristigen Aufwärtstrends
Nach Einschätzung Paulsons befindet sich Gold noch immer in einer frühen Phase eines langfristigen Bullenmarktes. Als wichtigsten Treiber nennt er den schwindenden Vertrauensvorschuss gegenüber klassischen Papierwährungen. Immer mehr Staaten und Investoren suchten nach Vermögenswerten, die nicht unmittelbar von der Geldpolitik einzelner Zentralbanken abhängig seien. Gold profitiere deshalb von einem strukturellen Nachfrageanstieg, der weit über kurzfristige Konjunktur- oder Zinserwartungen hinausgehe.
Eine Schlüsselrolle misst der Milliardär dabei den Zentralbanken bei. Diese haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut und zählen inzwischen zu den wichtigsten Käufern am Weltmarkt. Gleichzeitig beobachtet Paulson eine zunehmende Nachfrage privater und institutioneller Anleger. Aus seiner Sicht spricht diese Kombination für einen langfristig stabilen Nachfragetrend, der den Goldpreis auch nach zwischenzeitlichen Rückschlägen stützen könnte.
Im CNBC-Interview betonte Paulson zudem, dass Gold aus seiner Sicht zunehmend die Funktion einer internationalen Reserveanlage übernehme. Während Papierwährungen durch hohe Staatsverschuldung, expansive Geldpolitik und geopolitische Unsicherheiten belastet würden, steige die Attraktivität des Edelmetalls als Vermögensspeicher. Die aktuelle Preiskorrektur ändere deshalb nichts an seiner grundsätzlichen Einschätzung des langfristigen Trends.
Warum Goldminenaktien für Paulson besonders attraktiv sind
Noch optimistischer als für Gold selbst äußert sich Paulson über Goldminenaktien. Nach seiner Einschätzung bieten insbesondere Unternehmen mit großen, noch nicht vollständig entwickelten Goldlagerstätten einen überdurchschnittlichen Hebel auf einen steigenden Goldpreis. Er begründet dies damit, dass der Wert umfangreicher Ressourcen mit jedem Anstieg des Edelmetallpreises überproportional zunehmen könne.
Paulsons Einschätzung steht im deutlichen Gegensatz zur derzeit vorsichtigen Stimmung vieler Marktteilnehmer. Der Goldpreis geriet zuletzt unter anderem durch steigende Anleiherenditen, einen festeren Dollar und die Erwartung längerfristig hoher Zinsen unter Druck. Für den Milliardär handelt es sich dabei jedoch um kurzfristige Einflussfaktoren, die den übergeordneten Trend nicht infrage stellen.
Fazit: Sein langfristiger Optimismus stützt sich in hohem Maße auf strukturelle Entwicklungen wie den anhaltenden Vertrauensverlust in Papierwährungen, die hohen Goldkäufe der Zentralbanken sowie eine weltweit wachsende Nachfrage nach realen Vermögenswerten. Sollten sich diese Trends fortsetzen, sieht Paulson den aktuellen Goldzyklus noch längst nicht am Ende. Aus seiner Sicht befindet sich der Markt vielmehr weiterhin in einer frühen Phase eines langfristigen Bullenmarktes, von dem neben dem Edelmetall selbst vor allem ausgewählte Goldminenunternehmen profitieren könnten.
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