"Die Geschäftszahlen sind zwar in Ordnung", sagte Portfolio-Manager Gary Waite vom Vermögensverwalter Walker Crips. "Die Ausblicke bieten aber keinen Grund, allzu optimistisch zu sein." Dax und EuroStoxx50 legten am Mittwoch jeweils etwa 0,3 Prozent auf 11.349 beziehungsweise 3244 Punkte zu.

Positive Aussagen von Donald Trump zum Verlauf der Handelsgespräche mit China nährten Optimismus unter Anlegern. Außerdem bezeichnete der US-Präsident erneut eine Verlängerung der Frist für die Verschärfung der Strafzölle auf chinesische Importe als möglich. Eine dauerhafte Lösung könnte den Börsen Schub verleihen, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Es bliebe allerdings dann immer noch die Frage offen, ob es auch eine Einigung zwischen Washington und Brüssel geben wird."

Auf den Weg in die belgische Hauptstadt machte sich auch Theresa May. Die britische Premierministerin will mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker über den Stand der Brexit-Verhandlungen beraten. Ein Durchbruch sei aber nicht zu erwarten, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Das Pfund Sterling bröckelte auf 1,3037 Dollar ab. Der Euro stagnierte bei 1,1343 Dollar.

PALLADIUM KNACKT 1500-DOLLAR-MARKE - ÖLPREIS FÄLLT

Am Rohstoffmarkt durchbrach Palladium erstmals die Marke von 1500 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). "Die Nachfrage steigt Jahr für Jahr wegen der höheren Nachfrage nach Katalysatoren für Benziner", sagte Yuichi Ikemizu, Leiter der Tokioter Filiale der ICBC Standard Bank. "Außerdem werden die Abgasvorschriften immer strikter, was dazu führt, dass künftig immer mehr Palladium in Autos verwendet wird."

Gold war ebenfalls gefragt und stieg zeitweise auf ein Zehn-Monats-Hoch von 1346,73 Dollar. Für heimische Anleger war die "Antikrisen-Währung" mit 1186,68 Euro sogar so teuer wie zuletzt vor knapp zwei Jahren. Börsianer machten Konjunktursorgen angesichts von Brexit und möglichen US-Strafzöllen auf europäische Autos hierfür verantwortlich.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich dagegen um 0,6 Prozent auf 66,03 Dollar je Barrel (159 Liter). Die wachsende US-Produktion bei gleichzeitig schwächelnder Weltkonjunktur drücke auf die Preise, schrieben die Analysten der Bank BNP Paribas. Dem US-Energieministerium zufolge wird allein die US-Schieferölförderung im März ein Rekordhoch von 8,4 Millionen Barrel pro Tag erreichen.

HÖHERE DIVIDENDE

Ein Geldregen für Anleger von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) verlieh den Aktien der Dax-Konzerne Flügel. Der Gesundheitskonzern und seine Dialyse-Tochter wollen ihre Dividenden anheben. Letztere kündigte zudem einen milliardenschweren Aktienrückkauf an. Die Titel legten in der Spitze jeweils etwa sieben Prozent zu.

In London brachen die Papiere von Sainsbury dagegen zeitweise um knapp 17 Prozent ein. Auslöser waren Bedenken der britischen Wettbewerbshüter wegen der geplanten Fusion der Supermarktkette mit der Walmart-Tochter Asda. "Für Investoren ist der Deal gestorben", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Hürden für eine Genehmigung seien zu hoch.

UBS verloren bis zu 3,1 Prozent, nachdem ein Gericht in Frankreich die Schweizer Großbank wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu einer Strafe von 3,7 Milliarden Euro verdonnert hatte. In ihrem Sog gab der europäische Banken-Index seine anfänglichen Gewinne fast komplett ab.

rtr