US-Finanzminister Scott Bessent kündigt für Montag Sanktionen gegen eine große Bank an, nennt aber weder Institut noch Land. Für die Finanzmärkte kann das riskant werden – falls Washington einen systemrelevanten Akteur im Visier hat.

Die USA erhöhen den Druck auf Iran weiter. Finanzminister Scott Bessent sagte in der Nacht zum Donnerstag, am Montag werde eine „große Bank“ sanktioniert. Um welches Institut und welches Land es geht, ließ er offen. Genau diese Unklarheit macht die Ankündigung für Banken und Anleger so brisant.

„Wir werden es am Montag tun, weil wir das Andenken unserer am 11. September gefallenen Bürger ehren wollen. Aber behalten Sie den Montag im Auge“, sagte Bessent in der Streaming-Sendung „Real America’s Voice“, die der frühere Trump-Berater Steve Bannon moderiert. Die Sanktionen sind Teil der Strategie, Teheran wirtschaftlich zu isolieren und die Finanzierung proiranischer Milizen zu erschweren.

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Washington erhöht den Druck auf das Bankensystem

Die Vereinigten Staaten haben zuletzt eine ganze Reihe von Maßnahmen gegen Iran verhängt. Das US-Finanzministerium sanktionierte Organisationen und Einzelpersonen im Irak, im Libanon, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in der Türkei. Sie sollen nach Darstellung Washingtons die libanesische Hisbollah unterstützt sowie Iran bei der Umgehung von Sanktionen geholfen haben.

Bereits am Dienstag nahm Washington 27 iranische Fluggesellschaften auf die Sanktionsliste. Darunter befinden sich Kish Airlines, Iran Air Tour und ATA Airlines. Mehrere große iranische Airlines wie Mahan Air, Iran Air und Meraj Air waren bereits zuvor betroffen. Nun zielen die Maßnahmen deutlich breiter auf den iranischen Luftfahrtsektor.

Auch Banken und ausländische Unternehmen müssen aufpassen. Wer weiterhin Geschäfte mit den betroffenen Airlines oder anderen sanktionierten Akteuren betreibt, kann selbst ins Visier der US-Behörden geraten. Damit reichen die Folgen weit über Iran hinaus.

Um welchen Namen geht es?

Bessent verwies auf bereits getroffene Maßnahmen gegen eine Bank in Dubai, die zur zweitgrößten Bank Ägyptens gehört und Iranern nach US-Darstellung Zugriff auf 1,8 Milliarden US-Dollar ermöglicht haben soll. Außerdem soll eine türkische Bank, die Bessent als „die 30.-größte des Landes“ bezeichnete, geschlossen werden.

Ob die für Montag angekündigte „große Bank“ mit einem dieser Fälle zusammenhängt oder ein neues Institut betrifft, ist offen. Würde es sich um eine kleinere Regionalbank mit Iran-Geschäft handeln, dürfte der direkte Schaden begrenzt bleiben. Trifft Washington dagegen ein international stark vernetztes Institut, müssten Anleger mit Gegenmaßnahmen, höheren Compliance-Kosten und womöglich sogar Störungen im Zahlungsverkehr rechnen.

Steht also ein Stresstest im gesamten Banksystem bevor? Noch wäre es verfrüht, davon zu sprechen. Es gibt auch keine bestätigten Hinweise, dass eine globale Großbank unmittelbar vor dem Zusammenbruch stehen könnte. Das Risiko liegt vor allem in möglichen Ansteckungseffekten über Geschäftsbeziehungen der betroffenen Bank zu anderen Instituten.

Schwer berechenbare Nebeneffekte

Die US-Regierung verschärfte im vergangenen Monat mit der sogenannten „Operation Economic Outcast“ den Druck. Dabei wurden fast 60 Unternehmen, Schiffe und Einzelpersonen sanktioniert. Zugleich weitete Washington die sekundären Sanktionen aus. Betroffen sein können damit auch Akteure, die mit Iran Geschäfte machen – etwa in der Schifffahrt und bei Technologie.

Für Banken ist das neue Sanktionsregime der USA besonders heikel. Sie können den Zugang zum Dollar-Finanzsystem, zu Korrespondenzbanken und zu internationalen Zahlungswegen gefährden. Deshalb reagieren auch Institute, die nicht auf der Liste der betroffenen Unternehmen stehen, oft vorsichtiger. Schon das Risiko, versehentlich gegen US-Regeln zu verstoßen, kann Geschäftsbeziehungen verteuern oder beenden.

Neue Unsicherheit zur Unzeit

Für Anleger wird Montag damit unerwartet spannend. Es wird sich zeigen, ob die angekündigte Maßnahme lediglich den Druck auf Irans Netzwerk erhöht oder eine neue Eskalationsstufe im globalen Finanzsystem darstellt. Entscheidend sind der Name der Bank, ihre internationale Vernetzung und auch mögliche Reaktionen betroffener Staaten.

An den Märkten hat Bessent mit seiner Ankündigung damit für einen neuen, erheblichen Unsicherheitsfaktor gesorgt. Und das in einer Zeit, in der Investoren auch am Bondmarkt bereits eine Reihe von Warnsignalen aufflammen sehen

Man kann nur hoffen, dass der US-Finanzminister nicht nur die Folgen für Iran im Blick hat, sondern auch die für das weltweite Bankensystem.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen zum Thema

Was kündigte US-Finanzminister Scott Bessent für Montag an?

Scott Bessent kündigte Sanktionen gegen eine bislang nicht namentlich genannte große Bank an. Unklar ist außerdem, in welchem Land das Institut seinen Sitz hat. Die Maßnahme soll den wirtschaftlichen Druck auf Iran erhöhen und die Finanzierung proiranischer Milizen erschweren.

Warum sorgt die Ankündigung an den Finanzmärkten für Unsicherheit?

Die fehlenden Informationen über die betroffene Bank erschweren eine Einschätzung der möglichen Folgen. Sollte es sich um ein international stark vernetztes Institut handeln, könnten Gegenmaßnahmen und Störungen im Zahlungsverkehr drohen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Auswirkungen über Geschäftsbeziehungen auf andere Banken ausbreiten.

Welche Folgen können die verschärften US-Sanktionen für Banken und Unternehmen haben?

Banken und Unternehmen, die weiterhin mit sanktionierten Akteuren Geschäfte machen, können selbst ins Visier der US-Behörden geraten. Ihnen könnten der Zugang zum Dollar-Finanzsystem und zu internationalen Zahlungswegen erschwert werden. Schon die Angst vor Verstößen gegen US-Regeln kann zu höheren Compliance-Kosten und dem Abbruch von Geschäftsbeziehungen führen.