Im KI-Markt trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer spielt „nur“ mit, wer hat wirklich ein eigenes Territorium für sich abgesteckt? Morgan Stanley sieht nennt das „KI-Souveränität“ und sieht für fünf Aktien mindestens 20 Prozent Aufwärtspotenzial.
Mit „KI Souveränität“ (Englisch: „AI sovereignty“) beschreibt Morgan Stanley den politischen Drang, KI-Infrastruktur möglichst im eigenen Einflussbereich zu halten: Rechenzentren, Energie, Daten, lokale Cloud-Netze, Talent und Lieferketten. Für Anleger heißt das: Nicht nur die großen KI-Modelle zählen, sondern vor allem die Unternehmen, die die physische und technologische Basis dafür liefern.
Die Bank spricht laut Business Insider von einer der am schnellsten wachsenden Themen im Markt. Und das ist logisch. Wenn Regierungen ihre Abhängigkeit von ausländischen Anbietern verringern wollen, steigt der Bedarf an lokaler Rechenleistung, Redundanz und kontrollierbarer Technologie. Genau dort setzt die Liste von Morgan Stanley an.
Die fünf Namen
SpaceX stuft Morgan Stanley als „core to thesis“ ein. Die Investmentbank nennt für die Aktie ein Kursziel von 300 US-Dollar und sieht somit ein Aufwärtspotenzial von 105 Prozent. Für Morgan Stanley ist SpaceX nicht nur ein Raumfahrt- und Satellitenwert, sondern ein zentraler Infrastrukturbaustein für Konnektivität und KI-nahe Anwendungen. Dass ein solches Unternehmen in einer „AI sovereignty“-Liste ganz oben steht, zeigt schon, wie weit der Begriff gefasst wird.
Amkor Technology erhält ebenfalls das Label „core to thesis“. Dem Halbleiter-Spezialisten setzt Morgan Stanley ein Kursziel von 70 US-Dollar und sieht damit 26 Prozent Luft nach oben. Amkor ist in der Chipwelt ein klassischer Nadelöhr-Wert: Packaging, Assembly und Testen werden immer wichtiger, weil immer komplexere Chips sicher und effizient in Systeme eingebaut werden müssen.
ACM Research wird von Morgan Stanley ebenfalls als „core to thesis“ geführt. Das Kursziel liegt bei 130 US-Dollar, das Kurspotenzial beträgt somit 60 Prozent. ACM Research entwickelt und verkauft Spezialanlagen für die Halbleiterindustrie, insbesondere Nassreinigungsanlagen für einzelne Wafer. Das unternehmeist also ein klassischer Zulieferer für den Boom. Nicht der glamouröseste Name, aber ein Hebel in der Lieferkette.
Die Alibaba Group steht auf der Liste als „significant“. Morgan Stanley nennt ein Kursziel von 180 US-Dollar und sieht 44 Prozent Aufwärtspotenzial. Dass ausgerechnet Alibaba auftaucht, unterstreicht den geopolitischen Charakter der Auswertung. Der Konzern sitzt mitten in Chinas KI- und Cloud-Ökosystem und profitiert davon, dass in China nationale Infrastruktur und lokale Plattformen bevorzugt werden.
KLA komplettiert die Liste mit dem Label „significant“. Das Kursziel liegt bei 253 US-Dollar, das entspricht 21 Prozent Potenzial. KLA ist einer der großen Namen im Bereich Prozesskontrolle und Inspektion für die Halbleiterfertigung. Gerade bei komplexen und teuren KI-Chips sind die Qualitätssicherung und die Reduzierung von Ausschuss ein essenzieller Teil der Wertschöpfungskette.
Warum genau diese Aktien?
Die Logik hinter der Auswahl: Morgan Stanley sucht keine reinen KI-Storys, sondern Unternehmen, die von der Lokalisierung und Verstaatlichung der KI-Infrastruktur profitieren. Staaten wollen nicht einfach Zugang zu KI, sondern Kontrolle über di Rechenleistung, die Daten, die Energie, die notwendigen Produktionsmaschinen und Lieferketten.
Deshalb landen auf der Liste der Bank nicht nur offensichtliche Tech-Gewinner, sondern auch Firmen, die an weniger sichtbaren, aber entscheidenden Stellen sitzen.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.