Der Halbleiter-ETF SOXX verlor vergangene Woche 10,5 Prozent. Goldman Sachs sieht darin ein Zeichen einer Momentum-Umkehr. Doch einige bislang wenig beachtete Aktien könnten davon profitieren.

Die Nervosität am Markt wächst: Vergangene Woche mussten insbesondere KI-Aktien deutliche Kursverluste hinnehmen. Der „Fear & Greed Index“ von CNN, der als guter Indikator für die allgemeine Marktstimmung gilt, steht derzeit auf „extreme Angst“. In ihrem wöchentlichen Kickstart-Report gab die Investmentbank Goldman Sachs vergangenen Freitag ihre Einschätzung zur aktuellen Marktlage ab und erläuterte, wie sich Anleger nun positionieren sollten.

Marktbreite auf dem niedrigsten Niveau seit der Dotcom-Blase

Zum Zeitpunkt der Analyse notierte der S&P 500 lediglich zwei Prozent unter seinem Allzeithoch. Die durchschnittliche Aktie lag, gemessen am Median, jedoch 15 Prozent unter ihrem jeweiligen Höchststand. Damit war die Marktbreite so gering wie seit der Dotcom-Blase nicht mehr.

Goldman Sachs warnte im Zuge dessen vor einer möglichen Momentum-Umkehr. Das bedeutet, dass entweder die bisherigen Verlierer aufholen oder die bisherigen Gewinner korrigieren. Stand Montag sieht es so aus, als hätte ein Teil dieser Momentum-Umkehr bereits stattgefunden, da insbesondere die zuvor starken KI-Aktien vergangene Woche deutlich korrigiert haben.

Unternehmensgewinne wachsen weiter

Für 2026 erwartet Goldman Sachs für den S&P 500 ein bereinigtes Gewinnwachstum von 29 Prozent. Rund die Hälfte des Gewinnwachstums ist laut der Investmentbank auf die gigantischen Investitionen in KI zurückzuführen.

Goldman-Analyst Ben Snider erwartet, dass dieser Wachstumstreiber in den kommenden Jahren deutlich schwächer wird, weil das Wachstum der KI-Investitionen nachlässt und die Abschreibungen steigen. Für 2027 rechnet er aber immer noch mit einem bereinigten Gewinnwachstum von 18 Prozent im S&P 500.

Konsumaktien könnten 2027 zu den Gewinnern gehören

Für das kommende Jahr sieht Goldman Sachs unter anderem Konsumaktien auf der Gewinnerseite. Die These: Sinkende Inflation, Energiepreise und Zinsen sollten 2027 die Kaufkraft stärken. Das reale Einkommenswachstum des untersten Einkommensfünftels soll von 0,4 Prozent im laufenden Jahr auf 1,8 Prozent im Jahr 2027 steigen. Hinzu kommt, dass Hedgefonds derzeit so gering in zyklischen Konsumaktien investiert sind wie seit mehreren Jahren nicht mehr.

Fazit

Aufgrund der weiterhin soliden Gewinnentwicklung erwartet Goldman Sachs keinen Abbruch der Aktienrally. Allerdings könnten bislang vernachlässigte Konsumaktien im kommenden Jahr besonderes Aufholpotenzial bieten.

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Häufig gestellte Fragen:

Was erwartet Goldman Sachs für den Aktienmarkt?

Goldman Sachs erwartet aufgrund des weiterhin starken Gewinnwachstums eine Fortsetzung der Aktienrally. Allerdings warnt die Investmentbank vor Risiken bei den bisherigen Gewinneraktien.

Welche Aktien empfiehlt Goldman Sachs für 2027?

Goldman Sachs sieht insbesondere bei bislang schwachen Konsumaktien Aufholpotenzial. Diese könnten von einer steigenden Kaufkraft und sinkenden Zinsen profitieren.

Warum warnt Goldman Sachs vor KI-Aktien?

Goldman Sachs erwartet, dass der Beitrag der KI-Investitionen zum Gewinnwachstum künftig nachlässt. Zudem könnten die bisherigen Börsengewinner durch eine Momentum-Umkehr unter Druck geraten.