Ein Magificent-7-Unternehmen hat am Montag eine Mega-Kapitalerhöhung angekündigt – und will zusätzlich eigene Aktien verkaufen. Die Börse reagiert ungewöhnlich.
Bereits vergangene Woche hatte Meta die Börse verschreckt, als Gründer Mark Zuckerberg ankündigte, eine neue Aktiengattung zu schaffen: stimmrechtslose C-Shares, die am ehesten mit deutschen Vorzugsaktien zu vergleichen sind.
Keine Woche später zieht Zuckerberg seinen neuen Joker bereits: Der Plattformkonzern will durch den Verkauf von Meta-Aktien bis zu 95 Milliarden US-Dollar einnehmen und für seinen KI-Ausbau einsetzen. Dazu bietet Meta börsengehandelte Stammaktien der Klasse A im Volumen von rund 35 Milliarden Dollar an, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Hinzu kommen 60 Milliarden US-Dollar, die über ein sogenanntes „At-the-Market“-Programm (ATM) erlöst werden sollen. Dieses Programm erlaubt es Meta, Aktien schrittweise selbst direkt am freien Markt zu verkaufen. Bei diesen Aktien wird es sich um die neuen, stimmrechtslosen Aktien der Klasse C handeln.
Die eigenen Chip-Lieferanten beteiligen sich an Meta
Ungewöhnlich ist der Aktionärskreis, den Meta bereits vorab als Ankerinvestoren gewonnen hat: Laut Mitteilung haben Nvidia, Advanced Micro Devices (AMD) und Broadcom ihr Interesse bekundet, im Rahmen des Aktienangebots Stammaktien der Klasse A im Gesamtwert von bis zu fünf Milliarden Dollar zu kaufen. Es handle sich allerdings weder um verbindliche Vereinbarungen noch um feste Kaufverpflichtungen.
Ein Blick auf die Bilanz von Meta weckt den Verdacht, dass der Schritt nicht ganz freiwillig erfolgt. Laut dem jüngsten Quartalsbericht hatte der Facebook-Konzern zum 30. September 2026 langfristige Schulden in Höhe von 80,9 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen 31,2 Milliarden Dollar aus Leasingverpflichtungen. Auch in diesem Posten stecken Investitionen in KI-Rechenzentren. Alles in allem waren das also 112,1 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten. Verglichen mit dem ausgewiesenen Eigenkapital von 272,4 Milliarden US-Dollar ist das noch nicht beunruhigend. Aber die Schulden wuchsen zuletzt schnell und im dritten Quartal schmolz die Cash-Reserve um 14,7 Milliarden US-Dollar auf 39,1 Milliarden zusammen.
Schulden steigen, Cashflow sinkt
Im Quartalsbericht hatte Meta so einen Schritt noch als vage Möglichkeit umrissen: „Wir gehen derzeit davon aus, dass unsere verfügbaren Mittel sowie der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeiten ausreichen werden, um unseren operativen Liquiditätsbedarf zu decken und unsere finanziellen Verpflichtungen für Investitions- und Finanzierungstätigkeiten zu finanzieren, einschließlich Investitionen in Infrastruktur und KI-Initiativen sowie etwaige Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre in den nächsten 12 Monaten und danach auf absehbare Zeit. (…) Von Zeit zu Zeit beabsichtigen wir, zusätzliches Kapital durch Fremdkapital, Eigenkapital oder andere Finanzierungsvereinbarungen zu beschaffen.“
Die Börse hat schon reagiert
An der Börse war der Schritt nach der Ankündigung aus der vergangenen Woche offenbar schon weitgehend eingepreist: Die Meta-Aktie verliert im frühen Handel in New York nur 1,7 Prozent auf 631,70 US-Dollar. Seit Vorlage der Quartalszahlen am vergangenen Mittwoch ist der Kurs damit nun allerdings schon fast zehn Prozent im Minus.
Die BÖRSE-ONLINE-Redaktion hat Meta zuletzt Ende September in der Heftausgabe 40 analysiert. Das Kursziel und den Stoppkurs können Sie hier als E-Paper-Ausgabe 40/2026 nachlesen.