Die Star-Investorin Cathie Wood erwartet durch die Verschmelzung von KI, Robotik, Energiespeicherung, Blockchain und Multiomics einen Innovations-Superzyklus. Was sie zu den Sorgen der Anleger sagt.
Star-Investorin und ARK-Invest-Gründerin Cathie Wood blickt optimistisch nach vorn. In ihrem jüngsten Quartals-Makro-Update sieht die Tech-Utopistin die Aktienmärkte am Beginn einer Phase, die sie mit der Zeit der industriellen Revolution vergleicht und Anlegern große Gewinne bescheren könnte.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt die BÖRSE ONLINE-App auf iOS oder Android herunterladen und unter "Einstellungen" die Benachrichtigungen aktivieren.
Cathie Wood und die Wand aus Sorgen
Wood beschreibt die aktuelle Lage als „wall of worry“, also als Mauer aus Sorgen. Auf der Liste stehen Inflation, hohe Zinsen, staatliche Defizite, Zölle, Kriege und technologische Umbrüche. Ähnliche Stimmungen habe es in den 1980er- und 1990er-Jahren gegeben. Auch die Furcht, künstliche Intelligenz könne eine Spekulationsblase sein, erinnere sie an die Zeit der PC- und Smartphone-Revolution. Damals sei die Skepsis am Ende gewichen, weil die neuen Technologien in reale Produktivitäts- und Gewinnsprünge übersetzt wurden.
Aus dieser Parallele leitet Wood ab, dass die Volatilität der vergangenen Jahre kein Warnsignal im klassischen Sinne sei. Vielmehr handle es sich um den Preis, den Anleger für eine Phase des Umbruchs zahlen müssten. Die Investorin spricht vom längsten Aktienbullenmarkt seit den „Roaring Twenties“.
Tipp: Wer gerne in den Hype einsteigen möchte, sollte sich den "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE genauer anschauen.
Wo Cathie Wood enorme Potenziale sieht
Außerdem verweist sie auf die Fortschritte - auch die ökonomischen - durch KI: „Die Kosten für KI-Inferenz, also die Kosten, die Grok, Muse oder Gemini für die Beantwortung von Fragen entstehen, sinken jährlich um mehr als 99 Prozent“, erklärt Wood. Im Gegensatz zur globalen Finanzkrise sei das aber eine „gute“ Deflation, denn sie lasse Nachfrage und Umsätze schneller wachsen.
Zwar befinde sich das alles noch in einem frühen Stadium, aber Wood sieht enormes Potenzial und nennt die Beispiele autonome Mobilität und Healthcare: „Der Markt für autonome Mobilität soll sich Prognosen zufolge von heute wenigen Milliarden US-Dollar Umsatz in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf Billionen von US-Dollar ausweiten. Zudem entsteht durch die Konvergenz von Multiomics-Sequenzierungstechnologien und KI ein tiefgreifendes Anwendungsfeld: die Heilung von Krankheiten und die Verlängerung gesunder Lebensjahre.“
Verschmelzung von Technologien sorgt für Wachstumsschub
Generell geht es Wood vor allem um die Verschmelzung mehrerer Technologien: KI, Robotik, Energiespeicherung, öffentliche Blockchains und Multiomics, also die gleichzeitige Analyse verschiedener biologischer Datenebenen. Wenn diese Technologien zusammenwirken, so Wood, könnte das reale Bruttoinlandsprodukt-Wachstum spürbar steigen.Sie rechnet mit Produktivitätsgewinnen von fünf bis sechs Prozent. Gleichzeitig sieht sie die Inflation in einer Spanne zwischen minus zwei und plus zwei Prozent.
Das wäre ein Umfeld, in dem Unternehmen kräftig wachsen, ohne dass die Preise außer Kontrolle geraten. Wood erwartet zudem, dass die Notenbanken diese Entwicklung nicht ausbremsen müssen. Die kurzfristigen Zinsen könnten im Gleichschritt mit dem nominalen Wachstum steigen. Die Zinskurve würde sich dabei invertieren, ohne dass eine Rezession folgt. Eine inverse Zinskurve gilt sonst als einer der verlässlichsten Vorboten einer Konjunkturschwäche. Wood verweist dagegen auf die industrielle Revolution, in der sich ähnliche Muster zeigten, ohne dass die Wirtschaft in eine Krise rutschte. “Unserer Ansicht nach könnte dieses Umfeld ein neues goldenes Zeitalter für Aktien und einen Innovations-Superzyklus einläuten – zugunsten von Unternehmen und Aktien, die auf der richtigen Seite des Wandels stehen”, so Wood.
Was Anleger daraus mitnehmen sollten
Wood ist eine der bekanntesten Wachstumsinvestorinnen. Wer ihrer Sicht folgt, würde vor allem in Unternehmen aus KI, Robotik, Energiespeicherung und Biotechnologie investieren. Anleger sollten dabei aber auch bedenken: Die Fonds der Ark-Gruppe haben in der Boomphase 2020 und 2021 zwar stark zugelegt, verloren in der Korrektur 2022 aber mehr als 70 Prozent ihres Höchststands. Wood gilt zwar als Vorreiterin, was Tech-Investitionen angeht - doch ihr Risikoprofil ist hoch. Finanz-Tester wie Stiftung Warentest stufen ARK-Fonds wegen der geringen Diversifikation und der hohen Risiken meist nur als hochspekulatives „Satelliten-Investment“ für risikofreudige Anleger ein.
Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Häufige Fragen
Wer ist Cathie Wood?
Cathie Wood ist Gründerin und Chefin des US-Vermögensverwalters ARK Invest, den sie 2014 gegründet hat. Die Gesellschaft setzt auf disruptive Innovationen wie KI, Robotik, Genomik und Blockchain. Bekannt wurde Wood vor allem durch ihren Fonds ARK Innovation ETF, der in der Boomphase 2020 und 2021 stark zulegte und in der Korrektur 2022 deutlich an Wert verlor.
Was sagt Cathie Wood über die Aktienmärkte?
Wood sieht die Märkte am Beginn eines Innovations-Superzyklus, der an die industrielle Revolution erinnert. Sie erwartet, dass Technologien wie KI, Robotik, Energiespeicherung, Blockchain und Multiomics das reale Wirtschaftswachstum anheben und für Anleger große Gewinne bringen könnten.
Hält Cathie Wood KI für eine Blase?
Nein. Sie vergleicht die Sorgen um KI mit den Zweifeln während der PC- und Smartphone-Revolution. Damals wichen die Skepsis und die Kursschwankungen, weil die Technologien in reale Produktivitäts- und Gewinnsprünge übersetzt wurden.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.