16.56 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson weist vor dem Parlament den Vorwurf zurück, zu lange mit strengeren Maßnahmen gewartet zu haben. Tatsächlich handle seine Regierung gemessen an der Zahl der Toten und Infizierten früher als etwa Frankreich es getan habe.

15.08 Uhr - Die Bundesregierung wird die vorübergehend gesenkte Mehrwertsteuer nach Worten von Kanzlerin Angela Merkel zum Jahresanfang 2021 wieder auf den vorigen Satz erhöhen. Eine Verlängerung werde nicht diskutiert, "sie läuft automatisch aus", sagt Merkel. Um den Konsum in der Krise anzukurbeln, hat die Regierung den Steuersatz vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz wurde von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent zurückgenommen.

14.58 Uhr - Falls die Gerichte etwa Restaurant-Öffnungsverbote mit Hinweis auf offene Geschäfte kippen sollten, müssten nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel auch Läden geschlossen werden. Es sei nicht verantwortbar, dass alle Bereiche im November wieder öffnen. Der Kontakt zwischen Menschen und damit die Gefahr von Infektionen müssten reduziert werden.

14.33 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, dass in Deutschland rund 30 Prozent der Bevölkerung zu einer Risikogruppe gehörten. Somit sei es so, dass "fast jeder jemanden kennt, den man eigentlich nicht infizieren möchte". Daher sei sie zuversichtlich, dass sich die überwiegende Mehrheit an die Auflagen halte. Im Augenblick zumindest gebe es nach wie vor "eine erstaunlich hohe Akzeptanz".

14.27 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 16. November mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Zwischenbilanz der Einschränkungen ziehen. Sie werde politisch alles tun, dass die Maßnahmen auf den November begrenzt blieben. Entscheidend sei die Sieben-Tage-Inzidenz. Dieser Wert müsse wieder auf unter 50 gesenkt werden. Derzeit liegt er für Gesamt-Deutschland bei über 100.

14.14 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, die neuen Einschränkungen seien schweren Herzens entschieden worden, aber auch aus voller Überzeugung. Sie seien geeignet, um das Ziel zu erreichen: "Wenn wir das einen Monat mit aller Konsequenz durchhalten, kann das in dieser zweiten Welle ein Wellenbrecher sein", sagt Merkel. Die Pandemie sei "ein sehr besonderes und sehr herausforderndes Ereignis", das es so wohl "nur einmal pro Jahrhundert" gebe.

14.09 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt vor der Bundespressekonferenz, die aktuelle Lage "macht uns Sorge". Die am Montag in Kraft getretenen Einschränkungen seien dringend erforderlich. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich in den vergangenen 14 Tagen verdreifacht, die Zahl der Intensivpatienten innerhalb der vergangenen zehn Tagen verdoppelt. Ziel sei, die Marke wieder unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken.

13.30 Uhr - Die griechische Regierung kündigt zweiwöchige Lockdowns ab Dienstag für die Regionen Thessaloniki und Serres im Norden des Landes an. Damit wird unter anderem der Flugverkehr von und nach Thessaloniki lahmgelegt. Zudem tritt dann im ganzen Land eine Ausweitung der nächtlichen Ausgangssperren sowie der Schließungen von Restaurants und Bars in Kraft. In Griechenland hat die Pandemie zwar einen weniger starken Verlauf als in anderen europäischen Ländern genommen. Im Oktober wurde aber ein starker Anstieg der Positiv-Tests registriert.

13.27 Uhr - Portugals Ministerpräsident Antonio Costa will zur Eindämmung des Coronavirus den Ausnahmezustand ausrufen lassen. Er habe Präsident Marcelo Rebelo de Sousa darum gebeten, erklärt Costa. Es seien kritische Zeiten. Es wird erwartet, dass der Präsident der Bitte nachkommt und den Ausnahmezustand am Abend in einer Fernsehansprache ankündigt. Nach der Bestätigung durch das Parlament gilt dieser zunächst für 15 Tage, kann nach Ablauf aber unbegrenzt immer wieder für jeweils 15 Tage verlängert werden. Costa zufolge reichen die gut zwei Wochen nicht aus.

13.13 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten sollen am 16. November erneut über Corona-Maßnahmen beraten. Das teilt Kanzleramtschef Helge Braun nach Reuters-Informationen aus Teilnehmerkreisen in der Schalte mit den Chefs der Staatskanzleien mit. Die Beratungen sollen vermutlich um 13.00 Uhr (MEZ) beginnen. Dabei wird eine Zwischenbilanz gezogen, wie sich die seit Montag geltenden Corona-Beschränkungen auf die Entwicklung der Infektionszahlen ausgewirkt haben. Maßnahmen wie die Schließung der Gastronomie gelten für den ganzen November.

12.51 Uhr - Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte bezeichnet die Lage in seinem Land als "sehr besorgniserregend". Das Infektionsgeschehen sei gravierend, in einigen Regionen mehr, in anderen weniger. Schärfere Einschränkungen seien erforderlich. Es sei gut möglich, dass die Kapazitäten an Intensivbetten in 15 von 20 Regionen binnen eines Monats erschöpft seien.

12.41 Uhr - Die Schweiz hat für das Wochenende 21.926 neue Positiv-Tests gemeldet. Mit im Schnitt 7309 pro Tag ist die Zahl allerdings weniger hoch als in den Tagen zuvor. Am Donnerstag hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen Rekordwert von 9386 neuen Fällen gemeldet. Das BAG veröffentlicht die Zahlen von Montag bis Freitag täglich sowie für einen 72-stündigen Zeitraum am Wochenende. Weitere 93 Menschen sind an oder mit Corona gestorben, insgesamt gibt es seit Beginn der Pandemie 2130 Todesfälle. Aus Angst vor einer Überlastung der Intensivstationen hat die Regierung in Bern jüngst neue Beschränkungen für des öffentliche Leben erlassen. Die Schweiz ist hinsichtlich der neuen Positiv-Tests eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

12.02 Uhr - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor einer Überforderung des Gesundheitssystems. In drei Wochen habe sich die Zahl der Corona-Intensivpatienten auf mehr als 2000 verdreifacht, twittert er. "Wir müssen diese Dynamik brechen, gemeinsam und entschlossen."

11.57 Uhr - Die Deutsche Bank, Goldman Sachs und andere Geldhäuser in London beordern angesichts des bevorstehenden Lockdowns in England wieder die Mehrheit der Mitarbeiter ins Homeoffice. Die Deutsche Bank werde die Zahl der Beschäftigten in den Büros erheblich reduzieren, heißt es in einem von Reuters eingesehenen Schreiben an die Mitarbeiter. Bei Goldman Sachs dürfen mit Beginn des Lockdowns nur noch Mitarbeiter ins Büro kommen, die dort unbedingt gebraucht werden, wie ebenfalls aus einem Schreiben an die Mitarbeiter hervorgeht. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Wochenende angesichts steigender Corona-Infektionen einen rund einmonatigen Lockdown für England angeordnet, der am Donnerstag beginnt.

11.30 Uhr - Trotz Virus-Krise hat sich das Geschäftsklima in der Digitalbranche zuletzt weiter aufgehellt. Im Oktober bewerteten die IT- und Telekommunikationsunternehmen sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die nähere Zukunft besser als im Vormonat, wie aus dem Bitkom-Ifo-Digitalindex hervorgeht. "Die Unternehmen blicken mehrheitlich mit Zuversicht in die Zukunft", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Aber mit der Zuspitzung des Infektionsgeschehens und pandemiebedingten Einschränkungen könne in den kommenden Wochen auch die Unsicherheit wieder zunehmen.

11.25 Uhr - Auch Bundesverteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer muss in Corona-Quarantäne. Sie sei informiert worden, dass es in ihrem näheren Umfeld eine Corona-Infektion gegeben habe, teilt das Ministerium mit. Sie selbst habe zuletzt vor acht Tagen mit dieser Person Kontakt gehabt. Ihre Corona-Warn-App habe am Sonntag ein rotes Warnsignal angezeigt. Zwar sei sie danach negativ getestet worden. Aber vorsorglich begebe Kramp-Karrenbauer sich für die kommenden sechs Tage in Quarantäne, damit insgesamt ein Abstand von 14 Tagen zu dem Kontakt entstehe.

10.25 Uhr - Der russische Arzneimittel-Hersteller Pharmasyntez will eine Variante des Coronamedikaments Remdesivir vom US-Konzern Gilead ohne dessen Genehmigung herstellen, berichtet die Zeitung "Vedomosti". Einen entsprechenden Antrag habe Pharmasyntez an die russische Regierung gestellt und berufe sich auf die Möglichkeit, Patentrechte zu ignorieren, wenn es um die nationale Sicherheit gehe. Das Blatt schreibt, eine Anfrage von Pharmasyntez an Gilaed zur freiwilligen Überlassung des Patents sei nicht beantwortet worden.

10.13 Uhr - Die britische Regierung hofft, den am Wochenende für England verhängten Lockdown Anfang Dezember beenden zu können. Angestrebt werde, die massiven Kontakteinschränkungen nach vier Wochen aufzuheben, sagt Finanzminister Rishi Sunak der BBC. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über Lockdowns.

09.45 Uhr - Bundesfinanzminister Olaf Scholz schließt Beschränkungen für längere Zeit nicht aus. Da es sich gewissermaßen um eine Naturkatastrophe handele, müsse man sich auf eine neue Normalität einstellen, sagt Scholz bei RTL/ntv Frühstart. "Das wird dieses und auch das nächste Jahr noch so sein", sagt der SPD-Kanzlerkandidat. "Solange die Zahlen nicht sinken, wird es immer Beschränkungen geben."

09.20 Uhr - Russland meldet 18.257 neue Coronavirusinfektionen. Fast 5000 davon seien allein in der Hauptstadt Moskau gezählt worden, teilen die Behörden mit. In den letzten 24 Stunden seien 238 weitere Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Damit gibt es insgesamt in Russland 1,655 Millionen Infektions- und 28.473 Todesfälle.

09.05 Uhr - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hofft, dass der Monat November mit verschärften Corona-Auflagen ausreicht, um die stark ansteigende Zahl von Infektionen zu stoppen. Ziel sei es, dass nach einem Monat die Welle gebrochen sei, sagt Laschet im WDR. Er könne aber auch nichts versprechen. Es werde alles getan, um sicherzustellen, dass die verschärften Regeln auf einen Monat beschränkt blieben. "Bleiben Sie zu Hause", appelliert Laschet an die Bürger.

08.05 Uhr - In Tschechien registrieren das Gesundheitsministerium 6542 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle auf insgesamt 341.644. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 178 auf 3429. In Tschechien leben 10,7 Millionen Menschen. Das Land verzeichnet eine der am schnellsten steigenden Infektionsraten in Europa und hat den Ausnahmezustand bis zum 20. November verlängert.

07.20 Uhr - In den USA ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle binnen 24 Stunden um mindestens 68.700 auf rund 9,24 Millionen gestiegen. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Mindestens 377 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es mindestens 231.097 Todesfälle. Die USA sind sowohl bei den Infektions- als auch den Todesfällen das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit.

06.30 Uhr - Weltweit haben sich nachweislich mehr als 46,37 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Demnach starben mehr als 1,19 Millionen Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Die meisten Infektionsfälle verzeichnen die USA, gefolgt von Indien, Brasilien, Russland, Frankreich und Spanien.

05.10 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 12.097 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich 545.027 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion steigt um 49 auf 10.530. Die Zahlen am Sonntag fallen für gewöhnlich niedriger aus, da die Gesundheitsämter am Wochenende häufig nicht alle Daten übermitteln.

01.43 Uhr - Angesichts des zweiten Corona-Lockdowns fordert Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller eine Entlastung der Bürger bei Abo-Verträgen. "Viele Verbraucher sind von der Krise stark betroffen. Sie sind in Kurzarbeit, haben ihre Arbeit oder Einkünfte verloren", sagt der Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In dieser Situation seien Verträge mit langen Laufzeiten und Kündigungsfristen eine besondere Belastung. Hinzu komme, dass manche Angebote wie Fitnessstudios während des Lockdowns gar nicht genutzt werden könnten. Als "Fehler" bezeichnete Müller das im Mai beschlossene Gesetz, wonach für abgesagte Veranstaltungen anstelle einer Rückerstattung Gutscheine ausgegeben werden. Mit dieser Regelung legalisiere die Politik "inakzeptable Zwangsvertragsverlängerungen".

01.01 Uhr - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will mit 290 Millionen Masken aus Bundesbeständen Pflegeheime und ambulante Pflegedienste unterstützen. Rund 33.000 Einrichtungen sollen die Masken-Hilfspakete bekommen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Masken waren in der ersten Phase der Pandemie angeschafft worden. "Die erfolgreichen Beschaffungsanstrengungen eröffnen Spielräume, die ich nutzen möchte, um Pflegeeinrichtungen gezielt und zusätzlich bei der Versorgung mit Schutzmasken zu unterstützen", zitieren die Zeitungen aus einem Brief Spahns an die Pflegeeinrichtungen. Die Träger müssten sich aber weiterhin frühzeitig um die Beschaffung von Schutzausrüstung für die kommenden Monate kümmern. Die kostenfreie Masken-Lieferung ist ab dem 10. November geplant.

00.09 Uhr - Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, begibt sich nach Kontakt mit einem Infizierten in häusliche Isolation. "Ich wurde als Kontaktperson von jemandem identifiziert, der positiv auf Covid-19 getestet wurde. Ich bin gesund und ohne Symptome, werde mich aber in den kommenden Tagen gemäß den WHO-Protokollen selbst unter Quarantäne stellen und von zu Hause aus arbeiten", schreibt der WHO-Chef auf Twitter.

00.01 Uhr - Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), warnt vor einem Scheitern der Gespräche über den milliardenschweren EU-Wiederaufbaufonds. Der "Bild" sagt Weber: "Wenn die Corona-Hilfen nicht ab Anfang 2021 fließen können, dann würde der Wiederaufbau nach der Corona-Krise verzögert und Vertrauen in die Politik verloren gehen. Das darf nicht passieren." Das EU-Parlament habe bereits im September grünes Licht dafür gegeben, dass die EU Kredite für den Wiederaufbaufonds aufnehmen kann. "Es ist jetzt an den EU-Staaten, dies auf den Weg zu bringen." Er forderte die Regierungen in Ungarn, Polen und den Niederlanden auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben, "damit die Parlamente der Mitgliedstaaten endlich die Beratungen aufnehmen können".

00.00 Uhr - Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, rechnet angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infizierten mit einem Rekord bei den intensivmedizinisch-versorgten Patienten in Deutschland. Der "Bild"-Zeitung sagt Gaß: "In zwei bis drei Wochen werden wir die Höchstzahl der Intensivpatienten aus dem April übertreffen - und das können wir gar nicht mehr verhindern. Wer bei uns in drei Wochen ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist heute schon infiziert." Das sei leider die realistische Prognose. Gaß kündigte an, auch Pflegepersonal aus nicht-intensivmedizinischen Bereichen auf den Intensivstationen einzusetzen. "Das ist natürlich nicht optimal, aber in einer solchen Ausnahmesituation zu rechtfertigen."

rtr