Gegen Antriebsschwäche und Ausreden hat Nike ein einfaches, dennoch geniales Rezept: "Just do it" empfiehlt das US-Unternehmen und inspiriert Athleten und Freizeitsportler rund um den Globus zu leistungsstarken Aktivitäten mit modisch anspruchsvoller, aber auch technisch ausgeklügelter Ausrüstung. Ein Beispiel dafür ist der Ende November auf den Markt kommende Sportschuh Nike Hyper-Adapt. Seine Besitzer müssen die Schnürsenkel nicht mehr selbst zuziehen. Diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen Sensoren und Motoren. Über Tasten an der Seite lässt sich der wie ein Smartphone aufzuladende Sneaker zudem genau an die Form des Fußes anpassen. Sollte der Schuh, dessen bislang ausgereifteste Variante der nur in begrenzter Stückzahl produzierte "Back-to-the-future" ist, bei den Kunden ankommen, dürfte Nike weitere Selbstschnürer auf den Markt bringen.
Der Nike HyperAdapt ist jedoch nur eine von vielen Wachstumsinitiativen des Konzerns aus dem US-Bundesstaat Oregon. Werbung und Nachfragesteigerungen erhofft sich Nike insbesondere durch Ausrüsterdeals mit europäischen Top-Fußballclubs. Dafür nimmt der Konzern viel Geld in die Hand. So zahlt Nike dem FC Barcelona bis zum Jahr 2026 jährlich 150 Millionen Euro. Es ist der in der Geschichte des Fußballs bislang höchstdotierte Ausrüstervertrag. Auch mit dem FC Chelsea ist Nike im Geschäft. Der britische Club bekommt jährlich 66 Millionen Euro dafür, dass seine Spieler Trikots mit dem bekannten Nike-Swoosh tragen.
Die dazu notwendigen Mittel holt sich Nike unter anderem über den Kapitalmarkt. Vor Kurzem emittierte das Unternehmen mehrere Bonds mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Dollar. Trotz des Anstiegs der Verschuldung auf rund 3,5 Milliarden Dollar hält Moody’s an seiner Bonitätseinschätzung "A1" fest.
Gesunder Cashflow
Auch S&P sieht in den jüngsten Emissionen keinen Grund für eine schlechtere Kreditnote und beurteilt Nike wie bislang schon mit "AA-" und stabilem Ausblick. Die Agentur lobt neben der Innovationsstärke des Unternehmens und seinen Allianzen mit Teams und Sportlern - wie etwa dem Basketballer LeBron James oder der Tennisspielerin Serena Williams - auch die gesunde freie Cashflow-Entwicklung. Die entscheidende Messzahl für die Fähigkeit eines Unternehmens, Schulden zu bedienen, betrug im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 rund 721 Millionen Dollar.
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