Die Nvidia-Aktie hinkt dem Gesamtmarkt hinterher und ist historisch günstig bewertet. Was hinter der Schwäche steckt – und welche sieben Katalysatoren jetzt die Wende bringen könnten.
Skeptiker des KI-Booms haben in den vergangenen Jahren immer wieder auf die hohen Bewertungen hingewiesen, die bereits viele positive Zukunftsaussichten einpreisen würden. Zumindest bei Nvidia ist dieses Argument mittlerweile nicht mehr ganz so eindeutig: Das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell nur noch bei 19,6. Damit notiert Nvidia sogar leicht unter dem KGV des S&P 500 und auf der niedrigsten Bewertung seit 2019. Seit Jahresbeginn ist die Nvidia-Aktie nur um rund fünf Prozent gestiegen und damit zunehmend in ihre ehemals hohe Bewertung hineingewachsen.
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Warum kommt die Nvidia-Aktie 2026 nicht richtig in Schwung?
Einer der Hauptgründe dürfte technischer Natur sein: Viele Momentum-Trader und Trendfolger haben ihr Kapital in den vergangenen Monaten offenbar von Werten wie Nvidia oder Broadcom abgezogen und stärker in andere KI-Aktien umgeschichtet – etwa Micron, Intel, SanDisk oder Lumentum.
Hinzu kommen die altbekannten Sorgen vor sinkenden Margen, langfristig nicht nachhaltig hohen KI-CapEx sowie steigender Konkurrenz durch Custom-Chips. Auch diese Faktoren dürften dazu beigetragen haben, dass die Nvidia-Aktie trotz weiterhin starker Fundamentaldaten bislang nicht richtig in Schwung kommt.
Preist der Markt aktuell zu viel Negatives ein?
Viele der Sorgen um steigende Konkurrenz haben zwar eine Daseinsberechtigung. Dennoch könnte der Markt aktuell zu viel Negatives einpreisen und die Chancen ausblenden. Dafür spricht auch das historisch günstige KGV von 19,6, das deutlich unter den Bewertungen vieler Konkurrenten liegt. Ähnlich sehen es auch die Analysten der Wall Street, die aktuell ein Kursziel von 288 US-Dollar ausgeben. Das entspricht rund 48 Prozent Aufwärtspotenzial.
Nvidia ist nach wie vor der Branchenprimus mit einem nur schwer kopierbaren Netzwerk aus Kunden, Lieferanten und Partnern. Das Unternehmen ruht sich zudem nicht auf seinen Erfolgen aus, sondern liefert am laufenden Band neue Produkte – zuletzt etwa in den Bereichen Robotik, Quantencomputing und Notebook-CPUs. Trotz seiner enormen Größe konnte Nvidia im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 seinen Umsatz um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigern.
Doch all diese Stärken nützen wenig, wenn sie der Markt nicht honoriert und seinen Fokus stattdessen auf die Risiken richtet. Daher haben wir eine (unvollständige) Liste mit möglichen Kurskatalysatoren zusammengestellt, die die Aktie wieder in Schwung bringen könnten. Natürlich müssen nicht alle davon eintreten. Aber je mehr, desto besser.
Sieben mögliche Kurskatalysatoren für die Nvidia-Aktie
1. Die Investoren müssen wieder stärker daran glauben, dass das hohe Wachstum noch über mehrere Jahre anhält. Das könnte beispielsweise passieren, wenn Nvidia-CEO Jensen Huang eine längerfristige Prognose zum Gesamtmarkt oder zu den Nvidia-Umsätzen abgibt. Auch Aussagen zu mittelfristigen Angebotsengpässen könnten wieder mehr Vertrauen in die Nachhaltigkeit der hohen Gewinne schaffen.
2. Die CapEx der Hyperscaler bleiben dauerhaft hoch. Das wiederum wäre vor allem dann möglich, wenn die Unternehmen mit ihren KI-Produkten tatsächlich Geld verdienen. Daher könnten alle konkreten Aussagen von Microsoft, Amazon, Meta oder Alphabet zur Rendite auf ihre KI-Investitionen auch für Nvidia wichtig sein.
3. Nvidia kann wieder nennenswerte Umsätze in China erzielen. Aktuell ist das aufgrund der Exportbeschränkungen kaum möglich. Eine Entspannung würde nicht nur die Umsatzschätzungen erhöhen, sondern vermutlich auch die Stimmung deutlich aufhellen.
4. Die Sorgen um Custom-Silicon-Chips müssen kleiner werden. Das könnte passieren, wenn die Hyperscaler weiterhin große Deals mit Nvidia abschließen, obwohl sie eigene Chips entwickeln. Das würde dafür sprechen, dass Spezialchips Nvidia nicht verdrängen, sondern ergänzen.
5. Robotik und „Physical AI“ gewinnen an Bedeutung. Kurzfristig wäre das weniger wichtig für den Umsatz, könnte Nvidia aber eine neue Wachstumsstory geben und wieder mehr Fantasie in die Aktie bringen.
6. Das technische Momentum muss zurückkommen, ähnlich wie bereits von Ende März bis Mitte Mai. Dann könnte die Nvidia-Aktie wieder mehr Kapital von Momentum-Tradern anziehen.
7. Aktienrückkäufe könnten das Abwärtsrisiko reduzieren. Je niedriger die Bewertung wird, desto mehr Aktien kann Nvidia mit seinen laufenden Gewinnen zurückkaufen. Das reduziert die Aktienzahl und erhöht für die verbleibenden Aktionäre den Anteil am Unternehmen. Das dürfte den Kurs stabilisieren.
Fazit
Aktuell mangelt es Nvidia weder an herausragenden Innovationen noch an hohen Umsatzsteigerungen oder einer niedrigen Bewertung. Was der Aktie derzeit vor allem fehlt, ist Momentum. Genau dieses könnte durch die oben genannten Katalysatoren wieder zurückkommen.
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Häufig gestellte Fragen:
Warum läuft die Nvidia-Aktie 2026 nicht so stark?
Die Nvidia-Aktie kommt 2026 bislang nicht richtig in Schwung, weil viele Anleger stärker auf Risiken wie sinkende Margen, hohe KI-CapEx und Konkurrenz durch Custom-Chips achten. Zudem fehlt der Aktie derzeit technisches Momentum.
Ist die Nvidia-Aktie aktuell günstig bewertet?
Gemessen am Forward-KGV ist die Nvidia-Aktie aktuell so günstig bewertet wie seit 2019 nicht mehr. Mit einem KGV von rund 19,6 liegt die Bewertung sogar leicht unter dem S&P 500 und deutlich unter vielen Konkurrenten.
Welche Katalysatoren könnten die Nvidia-Aktie antreiben?
Mögliche Katalysatoren für die Nvidia-Aktie sind dauerhaft hohe KI-Investitionen der Hyperscaler, neue China-Umsätze, weniger Sorgen vor Custom Chips, Wachstum in Robotik und Physical AI sowie mögliche Aktienrückkäufe.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.