Kurz vor der anstehenden Berichtssaison hat die Ratingagentur Morningstar einen Sieben-Schritte-Plan veröffentlicht, den jeder Anleger befolgen sollte. Ein Überblick.
Trotz schlechter Nachrichten rund um eine mögliche KI-Blase oder den Iran-Konflikt, sind es vor allem Tech-Werte, die weiter Höchststände verzeichnen. Dennoch raten zunehmend Experten zu einer Umschichtung im Portfolio. Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 der Unternehmen sind für Anleger daher besonders wichtig: Bleiben die Trends bestehen oder sacken die Kurse nach der Berichtssaison ab?
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Morningstars 7 Schritte für Anleger: So prüfen Sie Ihr Depot
Aufgrund der aktuellen Marktsituation und pünktlich vor den Quartalszahlen hat die Ratingagentur einen Sieben-Schritte-Plan veröffentlicht, den Anleger jetzt unbedingt befolgen sollten. Bevor Sie also Ihre Tech-lastigen Depots leeren und in Konsumaktien wie Coca-Cola investieren, können Sie sich am folgenden Leitfaden orientieren.
Finanzziel und Sparquote checken
Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Sparrate und Ihr Vermögen noch zu dem von Ihnen festgelegten Finanzziel passen. Wer noch Vermögen aufbaut, sollte also kontrollieren, ob dieses Ziel nach wie vor in Reichweite liegt. Morningstar empfiehlt eine solide Basis-Sparquote von 15 Prozent. Besserverdiener sollten 20 % oder sogar mehr anstreben, empfehlen die Experten. Wer bereits im Ruhestand ist, vergleicht jedoch eher die geplanten Entnahmen mit dem Depotwert. Ruhestandsrechner helfen in diesem Fall dabei, die eigene Lage besser einzuordnen.
Vermögensaufteilung prüfen
Kontrollieren Sie anschließend, ob Ihre Vermögensaufteilung noch zur gewünschten Mischung aus Aktien, Anleihen und Cash passt. Nach starken Börsenjahren liegt die Aktienquote oft über dem Zielwert. Für Anleger kurz vor dem Ruhestand kann ein zu hoher Aktienanteil das Risiko deutlich erhöhen. Sie sollten auch die Streuung der Aktienanteile im Auge behalten. Vor allem die Branchenkonzentration ist hierbei entscheidend. Wer zu einseitig investiert ist, sollte das Depot wieder breiter aufstellen.
Aktienpositionierung überprüfen
Schauen Sie nicht nur auf die Höhe der Aktienanteile, sondern auch auf deren Zusammensetzung. Viele Depots konzentrieren sich stark auf Großunternehmen und Technologiewerte. Das kann in guten Börsenphasen funktionieren, erhöht aber das Risiko. Wer breit streut, senkt die Abhängigkeit von wenigen Titeln oder Sektoren. Gerade längere Marktphasen mit Gegenwind zeigen, wie wichtig diese Streuung ist. Deshalb sollten Sie Faktoren wie Größe, Stil und Branche der Aktien im Blick behalten.
Liquiditätsreserve kontrollieren
Prüfen Sie außerdem, ob ausreichend liquide Mittel für Notfälle oder laufende Ausgaben bereitstehen. Für Berufstätige gelten meist drei bis sechs Monatsausgaben als sinnvolle Reserve. Im Ruhestand bieten sechs Monate bis zwei Jahre an liquiden Mitteln mehr Sicherheit. Wichtig ist auch, dass das Geld nicht auf schlecht verzinsten Konten liegt. Im Tagesgeld-Vergleich von BÖRSE ONLINE finden Sie passende Angebote, bei denen Sie nicht investierte Gelder mit attraktiven Zinsen kurzfristig anlegen können.
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Anleihenbestand bewerten
Bewerten Sie die Anleihen im Depot danach, ob sie im Ernstfall wirklich Stabilität bringen. Riskantere Anleihen wirken oft nur dann attraktiv, wenn die Märkte ruhig laufen. In schwachen Phasen können sie aber ähnlich stark unter Druck geraten wie Aktien. Hochwertige Anleihen erfüllen ihren Zweck meist besser, auch wenn die laufende Rendite dann niedriger ausfällt. Entscheidend ist nicht nur der Ertrag, sondern vor allem die Schutzfunktion im Depot. Wer den Bond-Anteil prüft, sollte deshalb auf Qualität und Ausgewogenheit achten.
Einzelpositionen durchsehen
Kontrollieren Sie zusätzlich einzelne Fonds, ETFs und Aktien. Schwache Entwicklung, Strategieänderungen oder starke Wetten auf einzelne Branchen sind Warnsignale. Auch zu groß gewordene Positionen verdienen Aufmerksamkeit, vor allem bei Firmenaktien. Eine einzige Position sollte nicht 90 Prozent Ihres Portfolios ausmachen. Wer einzelne Werte hält, sollte regelmäßig prüfen, ob sie noch zur Gesamtstrategie passen. Morningstar empfiehlt, dabei auf "Management- und Strategiewechsel, anhaltende Underperformance gegenüber günstigen Indexfonds und stark ausgeprägte Wetten auf einzelne Aktien oder Sektoren" zu achten.
Änderungen mit Bedacht vornehmen
Schichten Sie Ihr Depot nur um, wenn es wirklich nötig ist. Alter, Risikoneigung, Steuern und die Nähe zum Ruhestand spielen dabei die wichtigsten Rollen. Wer noch viele Jahre vom Ruhestand entfernt ist, muss nicht bei jeder Marktbewegung handeln. Naht die Rente allerdings, ist es umso entscheidender, ob zu viel Risiko im Depot steckt. Achten Sie auf steuerbewusste und kostenschonende Verkäufe beziehungsweise Umschichtungen Ihres Depots. Ein ruhiges Vorgehen ist oft besser als ein schneller Umbau. Wer eine längere Schwäche am Aktienmarkt überbrücken möchte, sollte "einen Teil Ihres stark gewachsenen Aktienportfolios in Cash und Anleihen umschichten", rät Morningstar.
Jetzt ist die richtige Zeit für einen Depot-Check
Ein gut aufgestelltes Depot braucht laut dieser Checkliste nicht nur Rendite, sondern auch Ordnung, Streuung und ausreichend Sicherheitspuffer. Gerade vor der Berichtssaison kann ein kurzer Portfoliocheck helfen, böse Überraschungen zu vermeiden. Für Anleger ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Risiken und Chancen einmal sauber gegeneinander abzuwägen.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist ein Depot-Check vor der Berichtssaison sinnvoll?
Vor der Berichtssaison steigen oft die Kursschwankungen, weil Unternehmen neue Zahlen und Ausblicke liefern. Ein kurzer Check hilft Anlegern, Klumpenrisiken, zu hohe Aktienquoten und unnötige Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen.
Wie viel Cash sollte man im Depot halten?
Das hängt vom Lebensabschnitt und vom Sicherheitsbedürfnis ab. Berufstätige fahren oft mit drei bis sechs Monatsausgaben als Reserve gut, während im Ruhestand eher ein größerer Puffer sinnvoll sein kann.
Wann sollte man ein Portfolio wirklich umschichten?
Eine Umschichtung ist meist dann sinnvoll, wenn sich Ziel, Risikoprofil oder Lebenssituation verändert haben. Auch nach starken Kursanstiegen kann es sinnvoll sein, die Gewichtung von Aktien, Anleihen und Cash wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
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