Daten der Bank of America zeigen: Institutionelle Anleger und Hedgefonds kaufen Technologie- und Large-Cap-Aktien, während private Kunden weiter verkaufen.
Die Risikobereitschaft professioneller Anleger an der Wall Street ist zurück. Kunden der Bank of America (BofA) kauften in der jüngsten Auswertung des Instituts bereits die zweite Woche in Folge US-Aktien. Mit zusammen rund 7,0 Milliarden US-Dollar verzeichneten Einzelaktien und Aktien-ETFs die stärksten Nettozuflüsse seit Mitte Juli. In der wöchentlichen Datenreihe der Bank, die bis 2008 zurückreicht, war es der sechststärkste Zufluss überhaupt.
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Institutionelle Anleger geben den Ton an
Den größten Beitrag leisteten dabei institutionelle Kunden. Sie kauften Aktien und ETFs per saldo für etwa 5,8 Milliarden Dollar. Hedgefonds kamen auf knapp 4,0 Milliarden Dollar.
Private beziehungsweise auf das Privatkundengeschäft entfallende Kunden standen demgegenüber auf der Verkäuferseite: Ihre Nettoverkäufe summierten sich auf etwa 2,7 Milliarden Dollar. Damit blieben sie bereits die sechste Woche in Folge Nettoverkäufer. Während professionelle Anleger also die Marktabschwächung offenbar zum Ausbau ihrer Positionen nutzten, reduzierten Privatanleger ihr Engagement.
Technologie und Large Caps beliebt
Auf der Ebene der Anlageklassen entfielen rund 3,9 Milliarden Dollar der Zuflüsse auf Einzelaktien. Weitere 3,1 Milliarden Dollar flossen in Aktien-ETFs. Bei den Einzelaktien konzentrierten sich die Käufe vor allem auf den Technologiesektor: Dort beliefen sich die Nettozuflüsse auf rund 2,1 Milliarden Dollar. Finanzwerte folgten mit etwa 907 Millionen Dollar.
Insgesamt kauften BofA-Kunden Einzelaktien aus acht der elf S&P-500-Sektoren. Technologie verzeichnete damit die zweite Woche in Folge Zuflüsse. Auch der Kommunikationsdienstleistungssektor drehte nach fünf Wochen mit Abflüssen wieder ins Plus.
Auch beliebt bei BofA-Kunden: die Aktien großer und mittlerer Unternehmen. Nebenwerte dagegen wurden verkauft. Dasselbe Muster zeigte sich im ETF-Geschäft: Large-Cap-, Mid-Cap- und breit aufgestellte ETFs waren gefragt, während Small-Cap-ETFs Abflüsse verzeichneten.
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Growth-ETFs melden sich zurück
Auch bei den Anlagestilen verschob sich das Bild zugunsten von Wachstum. BofA-Kunden kauften Value-, Growth- und Blend-ETFs. Besonders auffällig: Growth-ETFs verzeichneten erstmals seit fünf Wochen wieder Nettozuflüsse.
Bei den Sektor-ETFs war das Gesundheitswesen der stärkste Anziehungspunkt. Gleichzeitig flossen aus Technologie-ETFs die größten Beträge ab – ein scheinbarer Widerspruch zu den starken Käufen von Technologie-Einzelaktien. Er lässt sich damit erklären, dass Anleger innerhalb des Sektors offenbar selektiver vorgehen, statt den gesamten Bereich über passive Produkte abzubilden.
Was das Signal für Anleger bedeutet
Die BofA-Daten - die natürlich auch nicht den gesamten US-Aktienmarkt abbilden - liefern auch Anlegern in Deutschland interessante Einblicke. Positiv ist, dass demnach institutionelle Anleger und Hedgefonds trotz eines weitgehend stagnierenden S&P 500 wieder Kapital in den Aktienmarkt lenken. Die Nachfrage nach Technologie und Growth deutet zudem darauf hin, dass der Appetit auf strukturelle Wachstumsthemen – insbesondere rund um künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur – anhält.
Gleichzeitig mahnen die Verkäufe von Privatanlegern, Small Caps und Industrieaktien zur Vorsicht. Das Muster sieht eher nach einer Umschichtung innerhalb des US-Aktienmarkts aus als nach einer Flucht in die Breite. Für Anleger bleibt daher entscheidend, ob sich die Zuflüsse in den kommenden Wochen fortsetzen und ob sie sich auf weitere Sektoren und Unternehmensgrößen ausweiten.
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Häufige Fragen
Was macht die BofA?
Die Bank of America (BofA) ist eine der größten US-Banken. Sie bietet Privat- und Firmenkunden Bank-, Investment- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen an.
Welche US-Aktien sind laut BofA-Daten besonders gefragt?
Im Fokus stehen Technologie-Aktien sowie Large- und Mid-Caps. Growth-ETFs verzeichneten erstmals seit fünf Wochen wieder Zuflüsse. Small Caps wurden dagegen verkauft.
Was bedeutet das für Privatanleger?
Das Signal ist positiv für Technologie- und Wachstumswerte, aber kein alleiniger Kaufindikator. Privatanleger verkauften bereits die sechste Woche in Folge, zudem bilden die BofA-Daten nicht den gesamten Markt ab.
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