Ermittler haben Büros und Privatwohnungen von Mitarbeitern in Taiwan durchsucht. Die Aktie reagiert mit deutlichen Verlusten auf die Schmuggel-Vorwürfe.
Das Tech-Unternehmen Supermicro ist offenbar in einen handfesten Schmuggel-Skandal verwickelt: Laut Bloomberg durchsuchten Ermittlungsbehörden am Montag die Büros von Supermicro in Taiwan. Im Zentrum der Untersuchung steht der Verdacht, das Unternehmen habe Grafikprozessoren des US-Herstellers Nvidia illegal über seine Server nach China geschleust.
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Razzia bei Supermicro: Landen Nvidia-Chips so in China?
Die Ermittler durchsuchten darüber hinaus die Privatwohnungen von sechs Personen sowie die Räumlichkeiten von drei verbundenen Unternehmen im Bezirk Keelung. Supermicro erklärte, vollumfänglich mit den taiwanesischen Behörden zu kooperieren. Zu den betroffenen Standorten zählten auch der taiwanesische Rechenzentrumsbetreiber Chief Telecom sowie der Supermicro-Distributor Albatron Technology.
Es wäre nicht das erste Mal, dass das Unternehmen mit Schmuggelvorwürfen in Taiwan Schlagzeilen macht: Bereits im März wurden drei Personen mit Verbindungen zu Supermicro angeklagt, weil sie milliardenschwere US-KI-Technologie nach China geschmuggelt haben sollen.
Taiwan stuft den Export von KI-Chips nach China bislang zwar nicht als Straftat ein, steht jedoch unter wachsendem Druck seines Verbündeten USA. Im Machtkampf um die technologische Vorherrschaft haben die Vereinigten Staaten die Exportkontrollen für Hochleistungschips nach China erheblich verschärft.
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Razzia bei Supermicro: Aktie auf Talfahrt
Infolge der Nachrichten fiel die Supermicro-Aktie im US-Handel zeitweise um sechs Prozent – und setzt damit ihre Talfahrt nach einer kurzen Erholung Mitte Juni fort. Zusätzlich zu den Schmuggelvorwürfen belastet eine Kapitalerhöhung über sieben Milliarden US-Dollar den Kurs - und zwar massiv: Das Unternehmen benötigt frisches Kapital, um seine gigantischen KI-Server-Aufträge im Wert von 39 Milliarden US-Dollar stemmen zu können. Dies führt zu einer starken Verwässerung der Aktie.
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Häufige Fragen
Was macht Supermicro?
Supermicro (Super Micro Computer, Inc.) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Hochleistungs-IT-Infrastruktur. Das Unternehmen baut unter anderem Server, Speichersysteme sowie Komplettlösungen für Rechenzentren und hat Partnerschaften mit Chipherstellern wie Nvidia oder Intel. In Taiwan hat die Firma ihre asiatisch-pazifische Zentrale sowie wichtige Produktions- und Entwicklungsstandorte.
Was wird Supermicro-Mitarbeitern im Zusammenhang mit der Razzia in Taiwan vorgeworfen?
Mitarbeiter von Supermicro stehen im Verdacht, Hochleistungs-Grafikprozessoren des US-Herstellers Nvidia illegal in seinen Servern nach China geschmuggelt zu haben. Taiwanesische Ermittler durchsuchten deshalb Firmengebäude, verbundene Unternehmen sowie Privatwohnungen von sechs Verdächtigen.
Wie reagierte die Supermicro-Aktie auf die Razzia?
Die Aktie fiel infolge der Nachrichten zeitweise um bis zu sechs Prozent. Neben den Ermittlungen belastet auch eine Kapitalerhöhung über sieben Milliarden US-Dollar den Kurs, da sie den Wert der Aktien erheblich verwässert.
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