Salzgitter, wie auch der größere Rivale ThyssenKrupp, leiden unter dem anhaltenden Preisverfall für Stahl in Europa, wo derzeit ein Überangebot herrscht. Ende Oktober senkte der Branchenverband Eurofer seine Jahresprognosen für 2014 und 2015; Anbieter aus Übersee sowie die Konjunkturabkühlung setzten der Industrie zu. Thyssen-Manager Andreas Goss erklärte kürzlich, eine Besserung sei nicht in Sicht.

Bereits in den ersten neun Monaten waren die Einnahmen von Salzgitter auf 6,8 Milliarden Euro von 7,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Vor Steuern erreichte der Konzern einen Gewinn von 5,5 Millionen Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Fehlbetrag von 366 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Das laufende Sanierungsprogramm zahle sich aus, begründete Salzgitter das Plus. Salzgitter hatte bereits im vergangenen Jahr den Abbau von 1500 der einst 23.000 Stellen angekündigt, um sich zurück in die Gewinnzone zu arbeiten. Analysten rechnen mit weiteren Einschnitten. "Wir erwarten, dass das Management mehr in den verlustträchtigen Bereichen tun wird, auch wenn sich das Unternehmen womöglich nicht dazu äußert", kommentierte Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe.

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger erleichtert auf die Aussichten, dass sich Salzgitter trotz geringerer Einnahmen für das laufende Jahr dennoch einen Vorsteuergewinn vorgenommen hat. Die Titel legten im MDax rund zwei Prozent zu.

Reuters