Nach dem Kursziel-Hammer steht Sandisk heute Abend auf der Mizuho-Konferenz im Rampenlicht. Investoren hoffen auf neue Hinweise, ob die Speicherknappheit die Rally weiter antreiben kann.
Eine Rally, die ihresgleichen sucht: Sandisk gehörte in den vergangenen zwölf Monaten mit einer Performance von fast 4100 Prozent zu den stärksten Aktien im S&P 500. Doch einige Analysten sehen das Ende der Fahnenstange offenbar noch lange nicht erreicht. Am Montag erhöhte C.J. Muse von Cantor Fitzgerald sein Kursziel von 1800 auf 2900 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 77 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Montag.
Sein Fazit: „The memory trade is alive and well.“ Doch was steckt hinter der bullischen Einschätzung des Analysten? Und weshalb könnte der heutige Tag für Sandisk-Anleger besonders wichtig werden?
Steigender Speicherbedarf durch KI-Agenten
Laut Analyst C.J. Muse steigt der Speicherbedarf durch die zunehmende Verbreitung CPU-lastiger Agentic-AI-Workloads rasant an. Gemeint sind autonome KI-Agenten, die Aufgaben wie Programmieren, das Beantworten von E-Mails oder sogar das Bedienen von Apps übernehmen können. Besonders für Unternehmen sind solche Agenten relevant, weil sie dabei helfen, Prozesse mithilfe von KI zu automatisieren.
Der höhere Speicherbedarf entsteht, weil KI-Agenten über viele Arbeitsschritte hinweg Kontext, Zwischenergebnisse, Tool-Ausgaben, Nutzerhistorien und externe Wissensdaten speichern, verarbeiten und wieder abrufen müssen.
Da die Nachfrage nach solchen speicherintensiven KI-Anwendungen derzeit stark zunimmt, erwartet der Analyst Engpässe bei DRAM- und NAND-Speicher bis 2028. Das könnte die Margen und Gewinne der Speicherhersteller über einen längeren Zeitraum stützen.
Zu dieser Einschätzung passen auch die Aussagen von Nvidia-CEO Jensen Huang, der am Sonntag sagte, dass er eine Speicherknappheit über „mehrere Jahre“ erwartet.
Übrigens: Nvidia ist auch Teil des KI-Index von BÖRSE ONLINE, der die größten Gewinner des KI-Booms bündelt.
Weniger Zyklik durch langfristige Lieferverträge
Der zweite Hauptgrund für die deutliche Erhöhung des Kursziels ist die bessere Planbarkeit der Umsätze durch langfristige Lieferverträge.
Im letzten Quartalsbericht teilte Sandisk mit, dass das Unternehmen innerhalb nur eines Quartals langfristige Verträge im Volumen von rund 42 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hat. Diese Vereinbarungen enthalten fixe und variable Preiselemente, quartalsweise Kaufverpflichtungen, finanzielle Garantien und teilweise auch Vorauszahlungen. Das Management betonte zudem, dass Kunden bei Nichterfüllung nicht ohne Weiteres kostenlos aus den Verträgen aussteigen können.
Damit versucht Sandisk, die starke Zyklik des Geschäftsmodells zumindest teilweise zu reduzieren. Genau das könnte aus Sicht der Analysten eine höhere Bewertung rechtfertigen.
Mizuho-Konferenz: Kann Sandisk heute neue Impulse liefern?
Am heutigen Abend könnte erneut Bewegung in die ohnehin volatile Sandisk-Aktie kommen. Dann spricht das Management des Speicherherstellers auf der Mizuho Technology Conference, auf der auch andere große Tech-Konzerne vertreten sind. Laut Unternehmensangaben ist Sandisk um 21 Uhr deutscher Zeit an der Reihe. Der Vortrag kann über die Investor-Relations-Website live verfolgt werden.
Entscheidend wird vor allem, ob sich das Management zu den langfristigen Lieferverträgen äußert und ob zu den bereits gemeldeten 42 Milliarden US-Dollar weitere Vereinbarungen hinzukommen. Zudem dürften Anleger genau darauf achten, wie Sandisk die allgemeine Speicherknappheit einschätzt und wie lange diese aus Sicht des Unternehmens noch anhalten könnte.
Bereits im Vorfeld der Konferenz liegt die Aktie vorbörslich rund 3 Prozent im Plus (Stand: 09. Juni, 12 Uhr). Am Abend dürfte sich zeigen, ob das Management die hohen Erwartungen der Anleger erfüllen kann.
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Häufig gestellte Fragen:
Warum ist die Sandisk-Aktie zuletzt so stark gestiegen?
Die Aktie profitiert vom starken Speicherzyklus, der hohen Nachfrage nach DRAM- und NAND-Speicher sowie der Fantasie rund um KI-Anwendungen und Agentic AI.
Warum hat Cantor Fitzgerald das Kursziel für Sandisk erhöht?
Analyst C.J. Muse verweist vor allem auf die anhaltend starke Speichernachfrage, mögliche Engpässe bis 2028 und langfristige Lieferverträge, die Sandisks Umsätze besser planbar machen könnten.
Warum ist der Auftritt auf der Mizuho Technology Conference wichtig?
Anleger dürften genau darauf achten, ob Sandisk neue Aussagen zu langfristigen Lieferverträgen, zur Speicherknappheit und zur weiteren Nachfrageentwicklung macht.
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