Am Freitag sorgten Gewinnmitnahmen und die Veröffentlichung des US-Jobberichts für fallende Kurse im KI-Segment. Nach dem Wochenende erholten sich die Titel jedoch schnell. Und nun bahnt sich möglicherweise schon die nächste Rally an. Doch es gibt auch klare Verlierer des KI-Booms.

Micron Technology legte am Montag bereits zweistellig zu. Auch Marvell und Intel erholten sich deutlich von den Kursverlusten am Freitag. Nach dem Ausverkauf vom Freitag nutzten viele Anleger ihre Chance zum Nachkaufen und sorgten damit für Kursanstiege bei zahlreichen KI-Aktien. Auch deutsche Hersteller wie Infineon zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Im Softwaresektor müssen jedoch mit SAP und ServiceNow zwei Gewinner der letzten Wochen noch auf neue Impulse warten.

Nvidia-CEO lag richtig - KI-Aktien trotzen Ausverkauf

Auch am Dienstag setzen die KI-Titel ihren Aufwärtstrend fort. So notiert der Chip-Hersteller Infineon aktuell deutlich über der 80-Euro-Marke bei 81,31 Euro, ein Plus von 4,42 Prozent (Stand: 9. Juni 2026, 12:19 Uhr). Schon am Montag hatte Infineon dazugewonnnen, nachdem das Analysehaus Arete ein neues Kursziel bei 114 Euro setzte. Gleihces gilt für Micron Technology, deren Aktien nachbörslich noch einmal nachlegten und am DIenstg vorbörslixh bei 992 Dollar stehen, obwohl sie am Montag im Tagesverlauf schon auf fast 850 Dollar gefallen waren. Auch der koreanische Leitindex Kospi konnte seit Wochenbeginn seine Verluste von mehr als acht Prozent wieder ausgleichen. 

Die Papiere von SK Hynix verzeichnen im Handel im Frankfurter Freiverkehr ebenfalls ein Plus von knapp zehn Prozent. Doch nicht nur die direkten Chiphersteller profitieren. Ausrüster wie Suss Microtec oder PVA Tepla bewegen sich ebenfalls im positiven Bereich. Das weiterhin große Interesse der Anleger an KI-Titeln befeuert auch Werte aus der Netzwerk-Branche. Damit scheinen die Märkte schneller auf ihr hohes Niveau zurückzukehren als angenommen.

Jensen Huang, Chef von Nvidia, sagte zum Ausverkauf am Freitag, Anleger sollten die Chance nutzen, um sich die Tech-Aktien mit einem Rabatt zu sichern. Mit dieser Aussage behielt er augenscheinlich recht. Der erneute Kursanstieg bei den KI-Werten straft auch die pessimistischen Aussagen einiger Experten Lügen, die im Kursbruch am Freitag den möglichen Beginn eines Abschwungs vermuteten. Die Nvidia-Aktie hat den Ausverkauf problemlos verkraftet.

"Aktuell spricht vieles dafür, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung weiterhin unterschätzt wird", kommentierte Analyst Hagen Ernst vom Vermögensverwalter DJE Kapital. Entscheidend sei hierbei die Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten und die Monetarisierung von KI-Anwendungen. Solange die Kapazitäten die Nachfrage nicht decken, geht er von einem anhaltenden Aufwärtstrend aus.

Micron Technology (WKN: 869020)

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SAP verliert im KI-Hype

Klare Verlierer der KI-Erholung sind Software-Unternehmen. Mit SAP ist auch ein bekanntes deutsches Gesicht vertreten. Die Aktie notiert derzeit bei 156,24 Euro, was einem Verlust von 1,39 Prozent entspricht. Schon zu Wochenbeginn musste der Titel ein Minus verzeichnen. Mit ServiceNow zeigt sich auch ein Überraschungssieger der vergangenen Wochen mittlerweile deutlich schwächer.

Der Software-Konzern hatte nach einer längeren Durstrecke erst Ende Mai einen raketenhaften Anstieg erlebt, der am 1. Juni in einer Notierung bei 135,86 US-Dollar endete. Seitdem fiel der Kurs jedoch wieder auf 113,13 US-Dollar zurück. Die Sorge, dass KI-Modelle die Geschäftsmodelle etablierter Softwareriesen gefährden, wächst. Vor allem mit Blick auf den Börsengang von Anthropic und dessen KI-Modell Claude könnten KI-Aktien weiterhin gefragt sein, während Rücksetzer bei Software-Werten nicht auszuschließen sind.

Der nächste wichtige Meilenstein in der KI-Branche steht schon bevor: Am Mittwoch, den 10. Juni 2026, präsentiert Oracle nach Börsenschluss in den USA seine Quartalszahlen. Fallen diese positiv aus, könnten  sie zusätzlichen Rückenwind für denb KI-Boom liefern.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind KI-Aktien eigentlich?

KI-Aktien sind Aktien von Unternehmen, die direkt von der Entwicklung, dem Einsatz oder der Infrastruktur künstlicher Intelligenz profitieren. Dazu zählen etwa Chip-Hersteller, Cloud-Anbieter, Softwarefirmen und Zulieferer für Rechenzentren. Besonders gefragt sind aktuell Unternehmen, die die Hardware für KI-Modelle liefern.

Wer ist Jensen Huang und warum ist er für Anleger wichtig?

Jensen Huang ist der Chef von Nvidia und gilt als eine der einflussreichsten Figuren im KI-Sektor. Seine Aussagen werden an der Börse oft genau beobachtet, weil Nvidia als derzeit größter Profiteur des KI-Booms gilt. Wenn Huang sich positiv zur Entwicklung äußert, kann das die Stimmung für den gesamten Sektor verbessern.

Warum geraten SAP und andere Software-Aktien unter Druck?

Anleger fürchten, dass KI-Modelle klassische Software-Geschäftsmodelle verändern oder sogar verdrängen könnten. Wenn Unternehmen KI-Funktionen direkt in Plattformen integrieren, könnte der Wettbewerb für etablierte Softwareanbieter härter werden und diese Umsatz verlieren. Deshalb reagieren die Kurse von SAP, ServiceNow und anderen Software-Werten oft sensibel auf neue Nachrichten aus der KI-Branche.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.