Siemens-Aktie stürzt ab - Konzern enttäuscht Anleger mit Aussagen zum 2. Quartal
· Börse Online Redaktion
Wegen der Schwäche der Sparten Energieerzeugung und Energieverteilung erwarte Siemens einen moderaten Rückgang des organischen Umsatzes im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15, sagte Kaeser. Die Aktien des Münchener Industrie- und Technologieriesens brachen daraufhin um bis zu 3,7Prozent ein und waren damit der größte Verlierer im Dax. "Die Kommentare zum zweiten Quartal enttäuschen", begründete ein Händler die Kursreaktion. Analysten hatten Reuters-Daten zufolge eher mit einem leichten Umsatzplus im zweiten Quartal gerechnet. "Die Anleger sind auf Gewinnmitnahmen eingestellt und reagieren derzeit schnell mit Verkäufen auf die geringsten Schwächeanzeichen der Unternehmen."
Etwa acht Prozent der konzernweiten Aufträge kämen derzeit direkt aus der Öl- und Gas-Industrie, erläuterte der Siemens-Chef. Dieser Anteil werde nach der umstrittenen Übernahme des US-Ölausrüsters Dresser-Rand auf elf Prozent wachsen. "Die Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie ist immer noch begrenzt", betonte Kaeser. "Die acht Prozent bereiten mir weniger Sorgen als die sogenannten Sekundäreffekte." Vor allem Russland, OPEC-Staaten und zentralasiatische Länder investierten weniger in Infrastruktur, weil ihre Ölexporte wegen des Preisverfalls nicht mehr soviel Geld brächten.
Siemens hatte sich nach einem langen Preiskrieg auf die Übernahme von Dresser-Rand für 7,6 Milliarden Dollar geeinigt. Doch der Konzern hatte doppeltes Pech: Wegen des starken Dollars muss Siemens in Euro mehr für das Unternehmen bezahlen. Dazu trifft die Branchen-Flaute Dresser-Rand mit voller Wucht. Wegen der schwachen Auftragslage will das Unternehmen acht Prozent der Stellen abbauen. Die Kartellbehörden müssen dem Deal allerdings noch zustimmen. Die EU-Kommission will die Übernahme erst einmal genau prüfen.
Reuters
Buchtipp: Der große Gebert
„Der intelligente Investor“, „Börsenindikatoren“ und „Börsenzyklen“ sind Klassiker der Börsenliteratur. Ihr Autor ist der seit vielen Jahrzehnten an der Börse außerordentlich erfolgreiche Physiker Thomas Gebert, dessen „Gebert Börsenindikator“ seit Jahren die Fachwelt durch seine Einfachheit und durch seine Outperformance beeindruckt. Nun hat Thomas Gebert seine drei Bestseller komplett überarbeitet, an die heutige Situation angepasst und mit aktuellen Beispielen versehen.
„Der große Gebert“ ist geballtes Börsenwissen, das dem Leser eine Anleitung gibt, wie er sachlich, unaufgeregt und überaus erfolgreich an den Märkten agieren kann.
Autoren: Gebert, Thomas
Seitenanzahl: 336
Erscheinungstermin: 08.02.2024
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-86470-965-4