So reagiert der DAX auf die neuen Nachrichten aus dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Außerdem im Fokus: Nvidia, DeepSeek, Grok, BASF, DHL, Commerzbank, Lufthansa, Samsung und Bitcoin.

Nach dem Rückschlag auf Rekordniveau des Dax dürfte sich zur Wochenmitte zunächst wenig tun. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start 0,4 Prozent tiefer. Am Montag hatte der Dax mit 25.900 Punkten einen weiteren Rekord erreicht, dann aber seinem guten Lauf etwas Tribut gezollt - auch wegen der Gewinnmitnahmen im KI-Bereich. Diese sind noch nicht abgehakt: Der südkoreanische Kospi, zuletzt zum Sinnbild der KI-Rally, liegt am Morgen wieder deutlich im Minus auf dem tiefsten Niveau seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend nach deutlichen Verlusten nur mit Mühe seine 50-Tage-Linie verteidigt. Wieder mehr Thema ist auch der Iran-Krieg - mit gestiegenen Ölpreisen. Nach den jüngsten Attacken auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Zudem wurden die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Der Iran kritisierte dies als "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen.

USA: - VERLUSTE - Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat sich am Dienstag den vierten Börsentag in Folge zu einem Rekordhoch aufgeschwungen. Wie am Vortag gab das Börsenbarometer jedoch die ohnehin moderaten Gewinne rasch wieder ab und schloss am Ende mit 0,25 Prozent im Minus mit 52.925,15 Zählern. Damit kam die jüngste Kurs-Rally zum Halt. Weitaus höhere Verluste als der Dow mussten die Technologie-Aktien hinnehmen. Allen voran die der Halbleiterbranche, nachdem der südkoreanische Elektronik- und Chip-Gigant Samsung den Markt trotz eines Rekordergebnisses nicht hatte überzeugen können. Der am Vortag noch starke Nasdaq 100 büßte 1,77 Prozent auf 29.173,02 Punkte ein. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,45 Prozent auf 7.503,85 Zähler nach unten.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten aus Deutschland

Barclays hebt Ziel für DHL auf 62 Euro - 'Overweight'

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für DHL Group von 59 auf 62 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Analyst Marco Limite passte sein Bewertungsmodell am Dienstagabend an die Vorabzahlen der Bonner zum zweiten Quartal an. Der Rückenwind im Expressgeschäft dürfte auch im dritten Quartal anhalten, schrieb er.

BASF im Wandel: China 'spektakulär' - Stammwerk muss sparen

Rund 100 Tage nach Eröffnung eines 8,7 Milliarden Euro teuren Verbundstandorts in China hat BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann eine positive Bilanz gezogen. Der Chemiekonzern rechne im ersten Betriebsjahr noch mit Verlusten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Tatsächlich habe der Standort aber bereits fast zwei profitable Monate verzeichnet. Das sei "wirklich ganz spektakulär".

Für BASF sei das Areal in Zhanjiang vor allem eine Folge der Marktentwicklung. "Letztlich ist der Markt ausschlaggebend dafür, wo wir investieren", sagte Elvermann. Das Werk mit mehr als 30 Produktlinien, darunter ein Steamcracker, sei nicht nur planmäßig fertiggestellt worden, sondern habe auch das Budget unterschritten. "Das kommt bei Großprojekten nicht so oft vor." Zudem seien alle Anlagen sofort produktions- und lieferfähig gewesen.

Unicredit will Ergebnis für Commerzbank-Übernahmeangebot vorlege

Seit Monaten spitzt sich der Kampf um die Commerzbank zu, nun will die Unicredit das finale Ergebnis ihres Übernahmeangebots veröffentlichen. An diesem Mittwoch sollen neue Zahlen der Großbank aus Mailand zeigen, wie viele Aktionäre das Angebot für einen Aktientausch angenommen haben.

Die Unicredit, die im September 2024 bei der Commerzbank eingestiegen war, hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot für den Dax-Konzern vorgelegt, das bis 3. Juli verlängert wurde. Sie bot 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Umgerechnet lag die Offerte der Unicredit lange unter dem Kurs der Commerzbank-Aktien. Zuletzt wurde das Angebot der Italiener aber mit dem steigenden Aktienkurs der Unicredit zunehmend attraktiver.

Unicredit-Chef Andrea Orcel will mit einer Übernahme der Commerzbank eine europäische Großbank schmieden. Er sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus von 7.000 Stellen bei der Commerzbank.

Nach jüngstem Stand vom 19. Juni hat sich die Unicredit fast 40 Prozent der Anteile des Dax-Konzerns direkt gesichert, über Kaufoptionen Zugriff auf mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien und hielt weitere Finanzinstrumente. Überschreitet die Unicredit die Marke von 50 Prozent, könnte sie entscheidend Einfluss auf das Commerzbank-Management nehmen.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt eine Übernahme ebenso ab wie der Bund. Der deutsche Staat, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die Unicredit wurde, hat jüngst erneut klargemacht, dass er seine restlichen gut zwölf Prozent nicht verkaufen wird.

Talanx unter Druck - Großaktionär platziert 4,3 Millionen Papiere

Eine Aktienplatzierung durch einen großen Anteilseigner hat die Papiere des Versicherers Talanx am Mittwochmorgen belastet. Auf der Handelsplattform Tradegate wechselten die Anteilsscheine zuletzt für 112,20 Euro den Besitzer, und damit für 3,1 Prozent weniger als tags zuvor zum Xetra-Schluss. Damit würden sie im Hauptgeschäft 2026 wieder leicht im Minus liegen. Damit würden sie im Hauptgeschäft 2026 wieder leicht im Minus liegen, nachdem sie sich seit Anfang Juni deutlich erholt hatten.

Der japanische Branchenkollege Meiji Yasuda Life bot 4,3 Millionen Aktien für 110,70 Euro bis Marktpreis, also dem Schlusskurs, an, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente am Vorabend berichtet hatte. Ihren Daten zufolge hielten die Japaner einen Anteil von 1,68 Prozent an Talanx. Verkauft hat Meiji Yasuda Life die Talanx-Aktien in einem beschleunigten Verfahren dann laut einem Händler zu 110,70 Euro.

Barclays hebt Ziel für Lufthansa auf 7,75 Euro - 'Underweight'

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Lufthansa von 6,80 auf 7,75 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Underweight" belassen. Analyst Andrew Lobbenberg hob seine Schätzungen für Europas Airlines aufgrund gesunkener Treibstoffkosten und etwas besserer Aussichten für das Sommergeschäft an. Die Branche bleibe aber Geisel der unkalkulierbaren Entwicklungen in Nahost und der Ukraine.

Barclays hebt Daimler Truck auf 'Overweight' - Ziel 55 Euro

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Daimler Truck von 45 auf 55 Euro angehoben und die Aktien von "Equal Weight" auf "Overweight" hochgestuft. Die Lage in der Lkw-Branche bessere sich, schrieb Erwann Dargorne am Dienstag. Er geht davon aus, dass die Absatzvolumina, Gewinne sowie der Cashflow im Laufe der Jahre 2027 und 2028 wieder deutlich anziehen. Dargornes Favorit im Aufschwung ist Daimler Truck, gefolgt von Traton und Volvo. Bei Daimler Truck mag er vor allem die starke Stellung in Nordamerika, aber auch die Turnaroundstory in Europa. Die Bewertung habe immenses Nachholpotenzial.

Internationale Nachrichten

Grok verliert Marktanteile – ChatGPT bleibt KI-Chatbot-Marktführer

Grok, der KI-Assistent von SpaceX' xAI-Sparte, hat im US-Markt seit April 28 Prozent seiner täglichen Nutzer verloren und fiel im Juni auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent – Platz fünf hinter ChatGPT, Gemini, Claude und dem neu platzierten Meta AI. Laut Analysehaus Apptopia verlassen vor allem Gelegenheitsnutzer die App, während der Anteil der Intensivnutzer steigt – ein Muster, das auf Sättigungseffekte hindeutet. Auffällig ist zudem, dass 86 Prozent der Nutzer im zweiten Quartal bei nur einem Chatbot geblieben sind, was auf eine zunehmende Konsolidierung des Markts hindeutet.

Asiatische Märkte uneinheitlich – DeepSeeks eigener Chip belastet Tech-Aktien

Asiens Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch gespalten: Während Hongkong um knapp 2 Prozent zulegte, fielen Japan, Indien und Australien um bis zu einem Prozent, belastet von einem Ausverkauf bei Chipherstellern nach Berichten, dass DeepSeek an einem eigenen KI-Chip arbeitet. US-Futures erholten sich leicht, während Rohöl auf über 72 Dollar je Barrel stieg und Gold bei rund 4.100 Dollar je Unze notierte. In Japan stieg der Leistungsbilanzüberschuss im Mai deutlich auf umgerechnet rund 26 Milliarden Dollar, was den Kursrückgang des Nikkei teilweise abfederte.

Samsung startet Massenproduktion neuer KI-Hochleistungs-SSD für Nvidias Vera-Rubin-Plattform

Samsung hat die Massenproduktion seiner neuen Enterprise-SSD PM1763 gestartet, die auf dem PCIe-6.0-Standard basiert und als Kernspeicherlösung für Nvidias kommende Vera-Rubin-KI-Plattform dienen soll. Das Laufwerk mit dem neunten Generation V-NAND und einem 4-Nanometer-Controller bietet in der 16-Terabyte-Ausführung sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, die mehr als doppelt so hoch sind wie beim Vorgängermodell. Samsung hält im Enterprise-SSD-Markt mit rund 35 Prozent den größten Anteil, vor SK Hynix und Micron.

Iran-Eskalation belastet Krypto – ETF-Zuflüsse senden erstmals Gegensignal

Neue US-Luftangriffe auf den Iran als Reaktion auf Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz ließen Bitcoin von zwischenzeitlich über 64.000 Dollar auf rund 62.700 Dollar zurückfallen; auch Ethereum, Solana und XRP verzeichneten Verluste. Positiv sticht hervor, dass Bitcoin-ETFs drei Tage in Folge Nettozuflüsse von insgesamt rund 21 Millionen Dollar verzeichneten – nach wochenlangen Abflüssen ein erstes institutionelles Gegensignal. Ob daraus eine nachhaltige Trendwende entsteht, hängt nach Einschätzung von Marktbeobachtern maßgeblich vom weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten ab.

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links