Eine wichtige deutsche Tech-Aktie zeigt erste Erholungszeichen – aber reicht das für eine echte Trendwende? KI-Druck, ein Kaufsignal aus den USA und skeptische Analysten halten die Spannung hoch.

Geht es nach einer langen Abwärtsbewegung für die SAP-Aktie bald wieder nach oben? Das Papier dreht im Juli langsam ins Plus. Die Frage, die Anleger nun umtreibt: Ist das der Beginn einer echten Trendwende – oder nur ein kurzes Aufbäumen?

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SAP-Aktie leidet unter KI-Verunsicherung der Anleger

Hinter den bisherigen Kursverlusten steckt eine strukturelle Verunsicherung: Die KI-Revolution stellt etablierte Softwaregiganten vor die unbequeme Frage, wer von der neuen Technologie profitieren wird – und wer sein Geschäftsmodell gefährdet sieht.

SAP kann zwar KI nutzen, um die eigenen Produkte zu stärken, muss dafür aber erheblich investieren. Ob dem Konzern gelingt, die Profitabilität in diesem Transformationsprozess zu verteidigen, bleibt offen.

Immerhin: Der Kursverlust hat bereits viel Skepsis eingepreist – während SAP so tief in den Kernprozessen seiner Unternehmenskunden verankert ist wie kaum ein anderer Anbieter weltweit.

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Weiterführende Links

Trendwende bei Software-Aktien: Signal aus den USA

Ein erstes Anzeichen für eine Trendwende könnte ein Signal aus den USA sein: Guggenheim hat gleich zwei Softwarekonzerne – Salesforce und ServiceNow – auf „Kaufen" hochgestuft. Dahinter steckt die Überzeugung, dass die Branche zu hart abgestraft wurde. Für SAP gilt die Empfehlung zwar nicht direkt, doch die Logik überträgt sich. Wer KI-Ängste bei Unternehmenssoftware für übertrieben hält, muss konsequenterweise auch den Walldorfer Konzern neu bewerten. Schon bei der letzten Kaufempfehlung für die Konkurrenz konnte der deutsche Konzern mit profitieren.

SAP bringt dafür sogar bessere Voraussetzungen mit als mancher US-Wettbewerber: Das Unternehmen sitzt auf den Daten, auf die KI-Systeme angewiesen sind – und macht sich damit zum potenziellen Profiteur des Wandels. Zudem trifft die Sorge vor KI-Agenten, die klassische Software verdrängen könnten, Salesforce mit seinem CRM-Fokus wohl härter als einen breit aufgestellten ERP-Anbieter wie SAP.

SAP (WKN: 716460)

SAP fährt Sparkurs – JPMorgan bleibt skeptisch

SAP selbst setzt intern voll auf KI – und fährt ansonsten einen harten Sparkurs. Neueinstellungen sollen sich künftig nahezu ausschließlich auf KI-Rollen konzentrieren, interne Dienstreisen werden gestrichen, Lieferantenverträge auf den Prüfstand gestellt. JPMorgan reagiert darauf skeptisch: Die Bank hält SAP auf „Neutral" mit einem Kursziel von 175 Euro. Analyst Toby Ogg liest die jüngsten Sparankündigungen nicht als Stärke, sondern als Eingeständnis – wer Personal- und Reisekosten kürzen muss, um KI-Investitionen zu finanzieren, habe wenig Spielraum. Zudem seien die Margenerwartungen des Marktkonsenses noch auf Basis der Vor-KI-Ära kalkuliert – und damit zu optimistisch.

Anleger warten nun gespannt auf den 23. Juli, wenn SAP die Bücher für das zweite Quartal öffnet. Dann zeigt sich, ob Kostendisziplin und Cloud-Wachstum wirklich zusammenpassen – oder ob sich JPMorgans Margensorgen bewahrheiten.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Warum ist die SAP-Aktie zuletzt unter Druck geraten?

Anleger sind unsicher, ob SAP von der KI-Revolution profitiert oder durch sie unter Druck gerät. Der Konzern muss hohe Summen in KI investieren, während seine Profitabilität im laufenden Transformationsprozess noch nicht gesichert ist.

Was bedeutet Guggenheims Kaufempfehlung für Salesforce und ServiceNow für SAP?

Obwohl SAP nicht direkt erwähnt wird, überträgt sich die Logik: Wer glaubt, dass KI-Ängste bei Unternehmenssoftware übertrieben sind, muss auch SAP neu bewerten – zumal der Walldorfer Konzern als ERP-Anbieter weniger exponiert ist als CRM-fokussierte Wettbewerber.

Was erwartet Anleger beim SAP-Quartalsbericht am 23. Juli 2026?

Im Fokus steht, ob SAP Cloud-Wachstum und strikte Kostendisziplin gleichzeitig liefern kann. JPMorgan warnt, dass die Margenerwartungen des Marktes noch auf Vor-KI-Annahmen basieren – und damit zu optimistisch sein könnten.

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