Der mögliche Aufstieg des Raumfahrtkonzerns im Nasdaq 100 könnte Milliarden in passive Fonds lenken. Für die Bewertung wäre das aber nur ein kurzfristiger Rückenwind.

SpaceX steht vor einem ungewöhnlichen Börsenmoment. Denn eine bevorstehende Anpassung im Nasdaq 100 könnte für zusätzliche Nachfrage sorgen. Der Grund: Bald werden weitere Haltefristen auslaufen und damit dürfte nach Einschätzungen von Marktbeobachtern der Streubesitz von SpaceX deutlich zunehmen. 

Damit könnte auch das Gewicht des Unternehmens im Nasdaq 100 steigen. Für Fonds, die den Index passiv nachbilden, bedeutet das, dass sie ihre SpaceX-Positionen aufstocken müssen.

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SpaceX-Aktie: Milliardenzukäufe durch passive Fonds

Derzeit wird SpaceX im Nasdaq 100 mit einem Anteil von rund 1,25 Prozent geführt, wie die US-Finanzplattform “Seeking Alpha" schreibt. Je nach Berechnung könnte die Gewichtung bei der Anpassung am 21. September dann weiter steigen.

Strategen von J.P. Morgan gehen sogar davon aus, dass die Gewichtung des Raumfahrtunternehmens im Nasdaq 100 bei der quartalsweisen Neugewichtung auf 2,25 Prozent steigen könnte, was Nettozukäufe passiver Fonds in Höhe von 15,5 Mrd. US-Dollar auslösen könnte. Eine solche Nachfrage kann den Kurs kurzfristig stützen oder zusätzliche Bewegungen verstärken – insbesondere bei einem Unternehmen, dessen Börsenwert bereits außergewöhnlich hoch ist.

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Kurs unter Druck, Geschäft weiter im Aufwind

An der Börse hat sich die Stimmung zuletzt eingetrübt. Die SpaceX-Aktie notierte im Handelsschluss bei über 147 Dollar und gab am Mittwoch 3,8 Prozent nach. Zuvor legte sie eine ziemliche Achterbahnfahrt hin: Nach einem Rekordbörsengang und einem Allzeithoch von über 200 Dollar im Juni fiel die Aktie unter ihren Ausgabepreis von 135 US-Dollar und ging nach langen Verlusten im Sommer in eine leichte Aufwärtsbewegung über.

Der Grund: Das Raumfahrtunternehmen legte im zweiten Quartal ein ordentliches Wachstum hin. So soll der Umsatz um rund 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar gestiegen sein. Der wichtigste Wachstumstreiber ist weiterhin die SpaceX-Tochter Starlink, die über Satelliteninternet wiederkehrende Erlöse liefert. 

SpaceX (WKN: A42D4F)

SpaceX-Aktie: Anleger bezahlen für diese Perspektiven bereits einen hohen Preis

Gründer Elon Musk schwebt aber noch viel mehr vor - er beschreibt eine Vision, die KI-Rechenzentren im Weltall, kommerzielle Raumflüge, ein globales Satellitennetzwerk und Mars-Missionen umfasst. Kritiker bezweifeln die Umsetzbarkeit der Pläne, während Musks Fans an ein goldenes Zeitalter glauben.

Anleger bezahlen für diese Perspektiven bereits einen hohen Preis. Die Bewertung von SpaceX liegt bei mehr als zwei Billionen Dollar - erwirtschaftet hat das Unternehmen im Gesamtjahr 2025 18,7 Milliarden Dollar Umsatz und einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. 

Genau das ist die Krux für Anleger: Ein höheres Indexgewicht könnte den Kurs von SpaceX kurzfristig nach oben bewegen, verändert aber weder Umsatz noch Marge noch die technologischen Risiken des Geschäfts.

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Häufige Fragen

Warum könnte die SpaceX-Aktie vom Nasdaq-100-Rebalancing profitieren?

Wenn der frei handelbare Aktienbestand von SpaceX steigt, könnte auch das Gewicht des Unternehmens im Nasdaq 100 zunehmen. Indexfonds, die den Börsenindex passiv nachbilden, müssten ihre SpaceX-Positionen dann möglicherweise aufstocken. Das könnte kurzfristig zusätzlichen Kaufdruck erzeugen.

Wie hoch könnten die möglichen Indexkäufe bei SpaceX ausfallen?

Im optimistischen Szenario rechnen Strategen von JPMorgan mit passiven Käufen von bis zu 15,5 Milliarden Dollar. Die tatsächliche Summe hängt unter anderem vom neuen Indexgewicht, der Entwicklung des Aktienkurses und den Anlageentscheidungen der Fonds ab.

Ist die SpaceX-Aktie durch den Nasdaq-100-Effekt automatisch ein Kauf?

Nein. Indexkäufe können den Kurs kurzfristig stützen, verbessern aber weder Umsatz noch Gewinn des Unternehmens. Für die langfristige Bewertung bleiben vor allem die Entwicklung von Starlink, der Erfolg des Starship-Programms, die Profitabilität und die bereits sehr hohe Marktkapitalisierung entscheidend.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.

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