Starke US-Daten könnten Dax Jahresendrally bescheren
· Börse Online Redaktion
Seine bisherige Bestmarke markierte der Leitindex Ende Juni. Im Sommer knackte der Dax sogar die magische 10.000-Punkte-Marke und landete schließlich bei 10.050,98 Zählern. Von diesem Höchststand ist der Dax jedoch wieder weit entfernt: Unterm Strich kommt er in diesem Jahr mit aktuell rund 9250 Zählern auf ein Minus von rund drei Prozent. Neben der schwächelnden Wirtschaft in Europa dämpften auch die zahlreichen Krisen von der Ukraine bis nach Syrien die Kauflaune vieler Investoren.
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LEGT DIE EZB NOCH EINMAL NACH?
Ihre Hoffnung richten die Anleger nun auf die USA, die derzeit so kräftig wachsen wie kaum ein anderes Industrieland. Der Internationale Währungsfonds rechnet in diesem Jahr mit einem Plus von 2,2 Prozent, 2015 sogar mit 3,1 Prozent. Ermutigend seien auch die Bilanzen der amerikanischen Unternehmen, die bislang sehr ordentlich ausgefallen seien, sagt Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank. Marktexperten setzen nun darauf, dass die exportorientierten deutschen Unternehmen durch bessere US-Geschäfte die Schwäche der Euro-Zone und die Folgen der Ukraine-Krise zumindest teilweise ausgleichen können.
Auftrieb verleihen könnte dem Dax zum Jahresende ebenfalls die Europäische Zentralbank (EZB). "Wenn die EZB tatsächlich den Aufkauf von Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen beschließt, gibt das dem Leitindex sicherlich Rückenwind", sagt Rahn von Marcard, Stein & Co. Im Kampf gegen die Konjunkturflaute im Euro-Raum haben die Zentralbanker bereits ein ganzes Bündel an Maßnahmen, darunter auch den Ankauf von Wertpapieren, beschlossen. Die EZB plant nun zunächst, verbriefte Bankkredite aufzukaufen, um die Bilanzen der Banken zu entlasten und so Luft für neue Darlehen zu schaffen. Zu dem Programm gehört auch der bereits im Oktober angelaufene Erwerb von Pfandbriefen.
Auf Seite 3: SPEKULATIONEN UM US-ZINSWENDE KÖNNTEN DAX BREMSEN
SPEKULATIONEN UM US-ZINSWENDE KÖNNTEN DAX BREMSEN
Nicht alle Analysten sind allerdings davon überzeugt, dass der Dax in den letzten Wochen des Jahres Boden gutmachen wird. Ins Wanken geraten könnte der Leitindex zum Beispiel durch Spekulationen um den Zeitpunkt der Zinswende in den USA, sagt LBBW-Analyst Berndt Fernow. Sollte die US-Notenbank Signale für eine baldige Zinserhöhung liefern, dürfte das die Märkte überraschen, sagt der Experte. Bislang wird die Zinswende für Mitte 2015 erwartet. Viele Anleger hoffen noch auf einen möglichst langen Zeitraum niedriger Zinsen, die maßgeblich zur Aktien-Rally der vergangenen Jahre beigetragen haben.
Neue Jahrestiefststände müssen Anleger wegen der Zinsspekulationen laut Händlern allerdings nicht fürchten. Selbst wenn der Dax noch einmal ins Taumeln gerate, kämen gerade institutionelle Investoren wegen des Mangels an Alternativen an Aktien letztlich nicht vorbei, sagt ein Börsianer.
Reuters
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