Tesla hat den Nachfolger seines zweisitzigen Roadsters vorgestellt – samt Raketenantrieb. Was das für die Aktie bedeutet.

Elon Musk hat die Autowelt einmal mehr auf den Kopf gestellt: Der zweisitzige Roadster war das erste Modell, mit dem Tesla im Jahr 2008 in den Markt startete. Fast 20 Jahre später wird der Roadster einen spektakulären Nachfolger bekommen.

Von null auf 97 km/h in weniger als einer Sekunde

Bei der Vorstellung in Waco, Texas erklomm da Auto erst überkopf eine Art inverse Sprungschanze, flog dann mehrere Meter durch über andere geparkte Teslas hinweg und vollführte dabei noch eine Schraube. Möglich macht das ein Raketenantrieb auf Basis von Kaltgas-Düsen. Dieser Antrieb stammt aus der Weltraumtechnik von SpaceX und soll den Roadster auf der Straße in weniger als einer Sekunde von Null auf 60 Meilen pro Stunde beschleunigen, das entspricht knapp 97 km/h.

Schon die Reservierung kostet 250.000 Euro

Laut Tesla soll der Roadster ab 2028 produziert und verkauft werden. Einen genauen Preis nennt das Unternehmen allerdings noch nicht. Tesla kündigte jedoch an, dass allein für die Reservierung der normalen  „Thrust“-Variante ohne Raketenantrieb insgesamt umgerechnet 250.000 Euro fällig werden. 5.000 davon sind sofort zahlbar; der Rest binnen zehn Tagen. Mit einem ähnlichen Modell, zu niedrigeren Preisen, hatte Tesla auch im Jahr 2008 die Produktion des Roadster gestartet. 

Elon Musk kündigte an, dass die fliegende „Rocket Version“ nur einzelnen Kunden auf Einladung angeboten werde. Klar: Nicht jeder normale Fahrer dürfte den Fliehkräften gewachsen sein, die bei einer Raketen-Beschleunigung wirken – auch gesundheitlich. Deshalb wird es auch „normale“ Roadster geben.

Insofern dürfte die tatsächliche Zahl der Raketen-Roadster überschaubar bleiben. Tesla erklärte ausdrücklich, dass das Fliegen im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen ist. Außerdem schränkte Musk ein, dass der Raketenantrieb in einigen Regionen gar nicht verfügbar sein werde. Man kann sich vorstellen, was der deutsche TÜV dazu sagen würde.

Nicht der Roadster: Das bewegt die Tesla-Aktie

Mit der spektakulären Flugshow ist Musk ohne Zweifel ein weiterer PR-Coup gelungen. Dabei spielt der Roadster im Modellmix von Tesla sowohl nach Stückzahlen als auch nach Umsatz eine untergeordnete Rolle.

An der Börse schürt die gestrige Präsentation aus einem anderen Grund neue Fantasie: Die Raketentriebwerke werden als Hinweis darauf gesehen, dass sich Musks Weltraum- und KI-Konzern SpaceX Tesla bald komplett einverleiben könnte. Dann hätte Musk sein Imperium wieder unter einem Dach versammelt und den Tesla-Aktionären würde womöglich eine interessante, kurstreibende Abfindung winken.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Jetzt wieder einsteigen?

Nach der spekatkulären Präsentation legt die Tesla-Aktie am Freitag im europäischen Handel um vier Prozent zu. Allerdings notiert sie damit noch immer rund 25 Prozent unter ihrem Allzeithoch von 481 Dollar aus dem Dezember 2025. Gegenüber dem Jahresanfang 2026 steht der Kurs 20 Prozent im Minus. Trotzdem ist der charttechnische Aufwärtstrend, der im Januar 2023 begann, noch intakt. .Im Juli 2026 startete die Aktie eine Erholungsrally und hat seitdem – gegenüber dem Tiefkurs Ende Juli – schon mehr als Prozent zugelegt und dadurch jüngst auch die 200-Tage-Linie zurückerobert. Zu dem Kursaufschwung trugen unter anderem die unerwartet guten Verkaufszahlen im September bei.

Für BÖRSE ONLINE ist Tesla derzeit keine laufende Empfehlung. Das liegt unter anderem daran, dass die Aktie sogar auf Basis ihres Forward-KGV mit einem Wert von 186 wahrlich kein Schnäppchen ist. Zudem irritiert der wechselnde Fokus der Investoren: Hieß es in der ersten Jahreshälfte noch, die Fahrzeugverkäufe spielten fast keine Rolle mehr, da die Kursfantasie vor allem auf dem Robotaxi (Cybercab) und dem humanoiden Roboter Optimus basiere, so hat Tesla in den vergangenen Wochen vor allem versucht, im angestammten E-Auto-Geschäft Punkte zu sammeln.

Für einen Einstieg bei Tesla spricht, dass Elon Musk mit dem fliegenden Roadster nun eine Euphorie um die Aktie entfacht, die den Kurs in den kommenden Wochen antreibt. Zumal weitere kursrelevante Ankündigungen bevorstehen: Nachdem die ersten Cybercabs im September in Austin den kommerziellen Realbetrieb aufnahmen, dürften spätestens zum Jahreswechsel weitere Städte folgen. Elon Musk wird seinen Fans und den Medien bald neues Futter geben. Dann dürfte auch in Vergessenheit geraten, dass der nun vorgestellte Roadster seit fast zehn Jahren überfällig war – und der angekündigte Produktionsbeginn im Jahr 2028 sich womöglich auch noch einmal verschieben könnte.

Wer jetzt einsteigt, setzt darauf, das Elon Musk gestern Abend einen neuen Hype um Tesla entfesselt hat. Anleger müssen bei der Aktie aber immer auch auf starke Schwankungen und Rücksetzer vorbereitet sein.

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Häufige Fragen zu Tesla

Was ist das besondere am neuen Tesla Roadster?

Das Fahrzeug wird für ausgewählte Kunden auch in einer Rocket Variante mit Raketenantrieb produziert, der es ihm ermöglcht, kurze Strecken zu fliegen und in weniger als einer Sekunde vion null auf 60 Meilen pro Stunde zu beschleunigen (ca. 97 km/h).

Was kostet der neue Tesla Roadster und wann kommt er auf den Markt?

Konkrete Preise hat Tesla nicht genannt. Bekannt ist nur, dass allein die Resrevierung der Rocket-Variante 250.000 Euro kosten wird. Produktin und Verkauf sollen 2028 beginnen.

Welchen Börsenwert hat Tesla im Oktober 2026?

Auf Basis eines Aktienkurses von 378 US-Dollar ist Tesla an der Börse aktuell 1,43 Billionen US-Dollar wert (Stand 16.10.2026).

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.