Dieser Raumfahrtkonzern könnte sich gerade zum Angriff auf SpaceX bereit machen: Mit der Übernahme von Iridium entwickelt sich Rocket Lab vom Raketenstarter zum Raumfahrtkonzern mit eigenem Satellitennetz – eine klare Parallele zum Geschäftsmodell von SpaceX.
Der spektakuläre Börsengang von SpaceX hat für Furore an der Börse gesorgt. Die Dimensionen des größten IPOs der Geschichte waren gewaltig: Die Aktie von Elon Musks Raumfahrtunternehmen startete bei 135 Dollar je Anteil, das Angebot brachte rund 75 Milliarden Dollar ein und die Bewertung lag bei 1,75 bis 1,77 Billionen Dollar. Im Schatten dieses Börsenspektakels könnte sich nun ein anderer Raumfahrtkonzern zum Herausforderer von SpaceX entwickeln.
Rocket Lab spielt als privater Raketenstarter seit Längerem in der ersten Liga mit. Die Electron-Rakete hat inzwischen mehr als 50 erfolgreiche Starts absolviert. Allein 2025 kamen 21 Flüge bei einer Erfolgsquote von 100 Prozent zusammen. Nun will sich das kalifornische Unternehmen für rund acht Milliarden Dollar den Satellitenbetreiber Iridium Communications einverleiben. Damit würde Rocket Lab vom Launch-Anbieter zum vertikal integrierten Raumfahrtkonzern aufsteigen.
Raketen, Satelliten und Kommunikation
Mit dieser Strategie zielt Rocket Lab auf ein ähnliches Geschäftsmodell wie der große Konkurrent SpaceX. Auch Elon Musk verbindet Raketenstarts mit einem Satellitennetzwerk und datengetriebenen Raumfahrtservices. Rocket Lab verfolgt nun eine ähnliche Strategie, indem es Trägerraketen, Satellitenbau und Satellitenkommunikation unter einem Dach bündelt. Der Unterschied: Während SpaceX mit Starlink ein Netz mit Tausenden Satelliten für den Massenmarkt aufbaut, übernimmt Rocket Lab mit Iridium ein deutlich kleineres Netz.
Trotz der Parallelen im Geschäftsmodell bleibt der Unterschied zum großen Konkurrenten allerdings enorm: SpaceX erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von etwa 18,7 Milliarden Dollar, Rocket Lab und Iridium kommen gemeinsam auf etwa 1,5 Milliarden.
Kurssprung für die Aktie
An der Börse kam die geplante Übernahme gut an: Die Rocket Lab Aktie, die nach einer starken Rally seit Ende Mai um rund 33 gefallen war, legte um 16 Prozent zu. Wie die Redaktion von BÖRSE ONLINE die weiteren Wachstumsaussichten einschätzt und ob die Aktie zum Kauf empfohlen wird, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe 28/2026 – ab sofort in der Digitalausgabe oder ab Freitag am Kiosk.
Häufig gestellte Fragen
Was ist derzeit das Kerngeschäft von Rocket Lab?
Das Kerngeschäft von Rocket Lab ist derzeit die Electron-Rakete: Mit ihr verdient das Unternehmen sein Geld vor allem durch den Start kleiner und mittelgroßer Satelliten ins All.
Wie kann Rocket Lab von der Iridium-Übernahme profitieren?
Rocket Lab würde sich ein bestehendes Satellitennetz, Kunden und wiederkehrende Umsätze sichern - statt ein eigenes Netz erst mühsam aufzubauen.
Ist Rocket Lab damit schon eine echte SpaceX-Alternative?
Rocket Lab entwickelt sich vom reinen Raketenstarter zu einem breiter aufgestellten Raumfahrtkonzern - ähnlich wie SpaceX mit Launch, Satellitennetz und weiteren Geschäftsfeldern. Bislang ist Rocket Lab allerdings deutlich kleiner.