Starkes Wachstum, strategische Akquisitionen und eien interessante vertikale Integration bilden bei diesesm Unternehmen die Grundlage für eine anhaltend dynamische Entwicklung im Space- und Defense-Sektor.

Seit dem zwischenzeitlichen Tief am 30. März konnte die Aktie von Rocket Lab um rund 57 Prozent zulegen. Damit rückt das Unternehmen, das in den USA und Neuseeland sitzt, wieder verstärkt in den Fokus der Investoren. Was sind die Treiber hinter dieser Entwicklung? Und wie solide ist die fundamentale Ausgangslage?

Vertikale Integration als Wettbewerbsvorteil

Das Geschäftsmodell von Rocket Lab gliedert sich in zwei zentrale Bereiche: „Launch Services“ und „Space Systems“. Im Launch-Segment, also bei den Raketenstarts, bietet das Unternehmen mit seiner Elektron-Rakete Starts für kleine Satelliten an. Parallel wird mit Neutron eine größere, wiederverwendbare Rakete entwickelt, mit der Rocket Lab künftig stärker mit SpaceX konkurrieren will.

Das Space-Segment umfasst die Entwicklung und den Bau von Satelliten, Komponenten, Solarpanels sowie entsprechender Softwarelösungen für deren Betrieb. Die Satelliten werden unter anderem für Kommunikations- und Verteidigungsanwendungen eingesetzt.

Gerade im militärischen Bereich gewinnt Rocket Lab zunehmend an Bedeutung, da die USA ihre Abhängigkeit von einzelnen Anbietern reduzieren wollen. Durch die vertikale Integration – also die Kombination aus Satellitenbau und eigeneen Raketenstarts – kann das Unternehmen Projekte schneller umsetzen und langfristig potenziell höhere Margen erzielen.

Übernahme von Mynaric und Ausbau des Produktportfolios

Am 14. April 2026 gab Rocket Lab die Übernahme des Münchner Start-ups Mynaric bekannt. Die Gegenleistung beläuft sich laut SEC auf rund 155,3 Millionen US-Dollar, die sich aus einem geringen Cash-Anteil sowie rund 2,3 Millionen Aktien zusammensetzen. Mynaric hatte zuvor das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (kurz: StaRUG), bemüht, mit dem jeder Altaktionär de facto enteignet und der Weg für einen neuen Investor freigemacht wurde. 

Mynaric entwickelt Laser-Kommunikationsterminals, die Satelliten direkt miteinander vernetzen und damit aus isolierten Einheiten leistungsfähige Netzwerke machen. Insbesondere im Verteidigungssektor handelt es sich dabei um eine Schlüsseltechnologie, da sichere und latenzarme Kommunikation in diesem Bereich entscheidend ist. Durch die Integration dieser bislang extern bezogenen Komponente erhöht Rocket Lab die Kontrolle über kritische Technologien und verbessert perspektivisch Margen und Umsatzpotenzial.

Ergänzend wurde mit „Gauss“ ein eigenes elektrisches Antriebssystem für Satelliten vorgestellt. Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit solcher Antriebe reduziert es bestehende Engpässe im Markt und eröffnet Rocket Lab zusätzliches Hardware-Umsatzpotenzial pro Satellit.

Hohes Wachstum, noch höhere Bewertung

Die Fundamentaldaten zeigen ein starkes Wachstum bei gleichzeitig hohen Investitionen: Im Jahr 2025 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 602 Millionen US-Dollar (+38 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Dem stand ein Verlust von rund 198 Millionen US-Dollar gegenüber, der vor allem auf deutlich gestiegene Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückzuführen ist.

Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragsbestand, der von 1,1 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2025 auf 1,85 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal anstieg.

Für 2026 erwarten die Analysten der Wall-Street ein Umsatzwachstum von etwa 49 Prozent.

Die Bewertung ist infolge des starken Kursanstiegs zuletzt deutlich gestiegen und bewegt sich inzwischen auf einem ambitionierten Niveau. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 86 liegt die Aktie deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

SpaceX vor dem Börsengang: Chance oder Risiko für Rocket Lab?

Der Börsengang von SpaceX im Juni oder Juli dieses Jahres könnte gemischte Effekte auf die Aktie von Rocket Lab haben. Positiv wären vor allem die erhöhte Aufmerksamkeit für den gesamten Sektor, insgesamt noch höhere Multiples für die Branche sowie potenzielle Kapitalzuflüsse in Space-ETFs.

Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko, dass Investoren den Branchenführer bevorzugen und Kapital eher in SpaceX als in kleinere Wettbewerber wie Rocket Lab lenken.

Fazit: Hohe Chancen – aber nichts für schwache Nerven

Rocket Lab überzeugt operativ mit einem starken Wachstum und einer klaren Positionierung in den Zukunftsbereichen Space und Defense. Gleichzeitig belasten die hohen Investitionen weiterhin die Profitabilität. Auch die Bewertung hat bereits ein sehr hohes Niveau erreicht. Entsprechend ist weiterhin mit einer erhöhten Volatilität der Rocket Lab-Aktie zu rechnen. 

Für die Aktie spricht das derzeit hohe Momentum. Das Papier ist vor allem für Investoren interessant, die entweder langfristig an die zugrunde liegenden Megatrends glauben oder kurzfristig auf zusätzliche Dynamik im Zuge des SpaceX Börsengangs setzen. Für defensivere Anleger könnte es sinnvoll sein, zunächst auf Rücksetzer zu warten.

Alternativ kann der Tech-Giganten Index von Börse Online für Anleger interessant sein, die lieber auf etabliertere Tech-Unternehmen mit solider Marktstellung setzen möchten.

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Häufig gestellte Fragen:

Warum ist die Rocket Lab-Aktie zuletzt so stark gestiegen?

Die Aktie von Rocket Lab profitierte zuletzt von der Übernahme von Mynaric sowie neuen Produkteinführungen wie beispielsweise den Gauss-Antrieben.

Wie ist die fundamentale Bewertung der Rocket Lab-Aktie?

Trotz hohen Wachstums weist Rocket Lab aktuell eine ambitionierte Bewertung auf. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 86 liegt die Aktie deutlich über dem historischen Durchschnitt.

Welche Chancen bietet das Geschäftsmodell von Rocket Lab für die Zukunft?

Das Geschäftsmodell von Rocket Lab kombiniert Raketenstarts mit Satellitenbau und Softwarelösungen. Damit profitiert es von den beiden Megatrends Space und Defense.