Der CEO und drei Aufsichtsräte kauften Aktien am Markt. Die Aufträge wachsen dank Staatsgeldern. Was Anleger über dieses Unternehmen wissen sollten.
Die Zefiro Methane Corp. aus Vancouver verdient ihr Geld mit einer Aufgabe, die politisch an Gewicht gewinnt: Sie verschließt stillgelegte Öl- und Gasbohrungen, aus denen Methan entweicht. Methan ist ein besonders wirksames Treibhausgas. In den USA stehen Hunderttausende alte Bohrungen dieser Art, und staatliche Programme finanzieren ihre Stilllegung. Es winkt also ein Geschäft mit großem Wachstumspotenzial.
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Zefiro Methane profitiert stark von US-Staatsgeldern
Im Geschäftsjahr 2025/26 wuchs der Umsatz laut Unternehmensangaben um knapp 30 Prozent auf 58,7 Millionen kanadische Dollar. Der operative Verlust lag bei 2,8 Millionen kanadischen Dollar. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres meldet das Unternehmen einen Rekordumsatz von 33 Millionen US-Dollar.
Zefiro hat dazu den staatlich finanzierten Auftragsbestand erstmals beziffert: rund 40 Mio. US-Dollar, verteilt auf Projekte bis Juni 2029. Davon sollen im laufenden zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 rund 4,9 Mio. US-Dollar abgearbeitet werden. Der Rest von etwa 34,6 Mio. US-Dollar soll überwiegend in den Jahren 2027 und 2028 umsatzwirksam werden. Den größten Einzelauftrag bildet ein dreijähriger Vertrag mit dem Ohio Department of Natural Resources über 19,6 Mio. US-Dollar. Darin sollen rund 200 Bohrungen in Ohio stillgelegt werden. Hinzu kommen ein Auftrag über 11,5 Mio. US-Dollar einer Umweltbehörde in der Region der Großen Seen (November 2026 bis Juni 2029), Projekte über 2,4 Mio. und rund 1,9 Mio. US-Dollar sowie drei Ohio-Projekte mit zusammen rund 5 Mio. US-Dollar und 48 Bohrungen. Ein zusätzlicher Erkundungsauftrag in Südostohio ist ebenfalls vergeben. Das Volumen dieses Auftrags hat das Unternehmen noch nicht genannt.
Im Januar 2026 löste das Unternehmen auf Ebene der Muttergesellschaft mehr als 2 Millionen US-Dollar an teuren Schulden ab. Für das erste Halbjahr 2026 weist Zefiro einen Nettogewinn von 300.000 US-Dollar aus, nach einem Verlust von 6,1 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
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Kapitalerhöhung: mehr Liquidität, mehr Aktien
Zefiro hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 5,0 Mio. kanadischen Dollar abgeschlossen. Platziert wurden 7,58 Mio. Units zu 0,66 kanadischen Dollar. Jede Unit besteht aus einer Aktie und einem halben Warrant. Nach Vermittlungsprovisionen von etwa 0,3 Mio. kanadischen Dollar dürften rund 4,7 Mio. kanadische Dollar (3,35 Mio. US-Dollar) zugeflossen sein. Das Geld soll vor allem für allgemeine Unternehmenszwecke und das Working Capital genutzt werden. Teile könnten auch in strategische Akquisitionen fließen.
Die Kehrseite: Die neuen Aktien und Warrants verwässern die bestehenden Aktionäre. Die Liquidität steigt damit spürbar, sie wird aber mit Verwässerung erkauft.
Neues Management, Insider kaufen zu
Nach einem Wechsel an der Spitze im Sommer 2025 hat das Team die Kosten gesenkt und den Betrieb neu ausgerichtet. Im Dezember 2025 kauften der CEO und drei Aufsichtsräte zusammen 723.000 Aktien am Markt. Im März 2026 setzte sich das Management bei der Hauptversammlung gegen einen Aktionärsangriff durch.
Analystenbewertung mit Einschränkung
Die GBC AG bestätigt am Mittwoch ihre Empfehlung „Kaufen“ mit einem Kursziel von 1,42 US-Dollar (bisher 1,50 US-Dollar) und einem Horizont bis 30. Juni 2027. Als Referenzkurs nennt die Studie 0,45 US-Dollar. Die Analysten ziehen die Kapitalerhöhung inklusive Warrants in ihr DCF-Modell ein und sehen weiterhin hohes Kurspotenzial. Allerdings handelt es sich um eine Issuer-Sponsored Research, also eine vom Unternehmen beauftragte und finanzierte Studie.
Das sind die Schattenseiten
Der Blick auf die Bilanz zeigt die Schwäche. Zum 30. Juni 2026 verfügte Zefiro über rund 1,1 Mio. US-Dollar an liquiden Mitteln, bevor die Kapitalerhöhung wirkte. Für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 30 Mio. US-Dollar ist das wenig. Die Kapitalerhöhung hat die Lage verbessert, doch weitere Finanzierungsrunden sind bei dieser Größe nicht ausgeschlossen.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen. Verzögerungen bei Ausschreibungen, Budgetkürzungen oder Genehmigungsprobleme treffen das Unternehmen direkt. Der Großteil des Auftragsbestands soll erst 2027 und 2028 in Umsatz fließen. Ein Teil des Wachstums hängt also von der Projektumsetzung in den kommenden Jahren ab. Der Kurs liegt zuletzt bei rund 0,40 Euro (Tradegate, 28. Oktober 2026). Bei solch niedrigen Kursen und geringer Handelsliquidität reagieren Aktien stark auf einzelne Nachrichten.
Fazit: Sollen Anleger zuschlagen?
Zefiro Methane hat operativ einen klaren Aufwärtstrend hingelegt. Der staatlich finanzierte Auftragsbestand von rund 40 Mio. US-Dollar und die Insiderkäufe sprechen für das Geschäftsmodell. Die Kapitalerhöhung stärkt die Liquidität, verwässert aber den Anteil der Altaktionäre. Die Kaufempfehlung stammt von einem Analysten, den das Unternehmen selbst beauftragt hat.
Die Aktie ist also eine Wette darauf, dass Zefiro die Aufträge der Jahre 2027 und 2028 liefert, ohne erneut Kapital einsammeln zu müssen.
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Häufige Fragen
Was macht Zefiro Methane genau?
Das Unternehmen verschließt stillgelegte Öl- und Gasbohrungen, aus denen Methan entweicht. Zudem erfasst es Methanlecks und erzeugt CO₂-Gutschriften. Der Schwerpunkt liegt auf den USA, vor allem in den Appalachen und in Ohio.
Wie gesund sind Umsatz und Bilanz?
Der Umsatz wächst deutlich, und im ersten Halbjahr 2026 stand ein kleiner Nettogewinn. Die liquiden Mittel waren mit rund 1,1 Mio. US-Dollar zum 30. Juni 2026 knapp. Die Kapitalerhöhung über rund 5 Mio. kanadische Dollar hat die Liquidität inzwischen deutlich verbessert, allerdings mit Verwässerung für Aktionäre.
Welche Risiken wiegen bei einem Nebenwert wie diesem besonders schwer?
Die Handelsliquidität ist gering, deshalb kann ein einzelner Verkauf den Kurs deutlich bewegen. Hinzu kommen Verwässerung durch neue Aktien und Warrants sowie die Abhängigkeit von öffentlichen Auftraggebern. Verzögert sich ein Projekt, fehlt der Umsatz sofort.
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