Star-Investor Warren Buffett setzt bei Berkshire Hathaway auf wenige ausgewählte Aktien. Der Ausbau der Alphabet-Position könnte die Rangliste im zweiten Quartal jedoch deutlich verändern.

Die 13F-Meldung von Berkshire Hathaway zum Ende des ersten Quartals zeigt die starke Konzentration des Portfolios: Rund 67 Prozent des gemeldeten US-Aktienportfolios im Wert von etwa 263 Milliarden US-Dollar entfielen auf fünf Unternehmen.

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Diese fünf Aktien führen das Depot an

Apple führte die Rangliste mit rund 58 Milliarden US-Dollar (21,99 Prozent) an. Berkshire Hathaway hielt zudem American Express im Wert von etwa 46 Milliarden US-Dollar (17,43 Prozent). Es folgten Coca-Cola mit rund 30 Milliarden US-Dollar (11,56 Prozent), Bank of America mit ungefähr 25 Milliarden US-Dollar (9,52 Prozent) und Chevron mit etwa 17,5 Milliarden US-Dollar (6,64 Prozent). 

Zusammen kamen die fünf größten Positionen Ende März auf rund 67 Prozent des US-Aktienportfolios. Spätere Käufe und Verkäufe sind in der zeitversetzt veröffentlichten 13F-Meldung nicht erfasst. Doch die kürzliche Aufstockung der Alphabet-Position dürfte die Rangfolge für das zweite Quartal nachhaltig verändern.

Zwei der Titel sind vor allem für Dividendenanleger spannend. Wer sein Portfolio breiter streuen oder eine Dividendenpyramide aufbauen möchte, kann im "Globale Dividenden-Stars"-Index passende Werte entdecken.

Warren Buffett initiierte die Alphabet-Position

In einem CNBC-Interview vom 15. Juli 2026 erklärte Buffett, dass er selbst den Aufbau der Alphabet-Beteiligung angestoßen habe. Auf die Frage, wer dafür verantwortlich sei, antwortete er: "Ich habe sie initiiert.“ Zuvor sind viele Marktbeobachter davon ausgegangen, dass die Aufstockung auf den neuen Berkshire-CEO Greg Abel zurückzuführen sei.

Berkshire Hathaway legte im dritten Quartal 2025 zunächst eine Alphabet-Position im Wert von rund 4,3 Milliarden US-Dollar offen. Im ersten Quartal 2026 kamen etwa 11,5 Milliarden US-Dollar hinzu. Im Juni vereinbarte Berkshire laut CNBC zudem den Kauf weiterer Alphabet-Aktien im Wert von rund zehn Milliarden US-Dollar im Rahmen einer privaten Platzierung. Die Beteiligung war zuletzt mehr als 30 Milliarden US-Dollar wert.

Buffett betonte zugleich, dass Abel in die Entscheidung eingebunden ist. "Ich tue nichts, was [Abel] nicht gutheißt. Er tut nichts, was ich nicht gutheiße. Wir sprechen ständig miteinander - aber er ist der Entscheider", sagte die Börsenlegende. Alphabet dürfte in der Rangliste für das zweite Quartal daher deutlich aufrücken. Trotz seiner bekannten Zurückhaltung gegenüber Technologiewerten hält Buffett Alphabet offenbar für besonders robust. Das Unternehmen investiere zwar „riesige Summen“ in die KI-Infrastruktur. Aufgrund seiner bisherigen Entwicklung sei Alphabet aber „wahrscheinlicher ein Gewinner als 90 oder 95 Prozent dessen, was an der Wall Street angepriesen wird“, sagte Buffett gegenüber CNBC.

Sollten Sie es Warren Buffett gleichtun?

Wer jetzt versucht, die fünf größten Positionen aus Berkshires Portfolio einfach zu kopieren, sollte berücksichtigen, dass Buffetts Konzentration auf einer detaillierten Analyse der jeweiligen Unternehmen beruht. Privatanleger sollten die Gewichtungen daher nicht ungeprüft übernehmen. Berkshire Hathaway verfügte Ende März über rund 397 Milliarden US-Dollar in Barmitteln. Hinzu kommen Tochterunternehmen und ein großes Versicherungsgeschäft. Über einen vergleichbaren finanziellen Puffer verfügen die meisten Anleger nicht. Wer sein Portfolio auf wenige Aktien konzentriert, muss deshalb auch mit entsprechend hohen Kursverlusten rechnen. Die 13F-Meldung bildet zudem nur einen Teil der Vermögenswerte von Berkshire Hathaway ab und erfasst beispielsweise keine operativen Tochterunternehmen.

Dennoch sollten Anleger die genannten Aktien nicht aus den Augen verlieren. Besonders spannend für dividendenorientierte Investoren: Coca-Cola gilt als Dividendenkönig und erhöht seine Ausschüttung seit mehr als 60 Jahren in Folge. Chevron zählt hingegen zu den Dividendenaristokraten. Der Energiekonzern erhöht seine Dividende seit mehr als 25 Jahren.

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Häufig gestellte Fragen

Sollte man die Alphabet-Aktie kaufen, nur weil Warren Buffett investiert?

Nein. Buffetts Einstieg kann ein interessantes Signal sein, ersetzt aber keine eigene Analyse von Bewertung, Geschäftsentwicklung, Wettbewerb und Risiken. Anleger sollten außerdem beachten, dass sich die persönliche Anlagestrategie und der Anlagehorizont des Investors deutlich vom eigenen unterscheiden können.

Was sagt eine 13F-Meldung über das Portfolio von Berkshire Hathaway aus?

Eine 13F-Meldung zeigt die meldepflichtigen US-Aktienpositionen eines institutionellen Investors zu einem vergangenen Stichtag. Sie ist deshalb keine Echtzeitübersicht und enthält weder sämtliche Vermögenswerte noch die Beweggründe für Käufe und Verkäufe.

Warum hält Berkshire Hathaway so viel Bargeld?

Ein hoher Bargeldbestand gibt Berkshire Hathaway finanziellen Spielraum für Übernahmen, Aktienkäufe und andere Investitionen. Gleichzeitig kann er darauf hindeuten, dass Buffett beziehungsweise das Management attraktive Bewertungen und passende Gelegenheiten abwarten.

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