Warren Buffett hält Nichtstun für eine Stärke. Zwei historische Phasen zeigen, warum sich Geduld bei Geldanlagen oft mehr auszahlt als Aktionismus. 

Wer aktiv sein Geld an der Börse anlegt, schichtet regelmäßig sein Portfolio um, nimmt Gewinne mit oder nutzt Kursrückgänge aus. Doch ist das immer die richtige Entscheidung? Laut Investorenlegende Warren Buffett meist nicht. Sein Motto lautet: „Der Trick besteht darin, nichts zu tun, wenn es nichts zu tun gibt.“

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Warum Warren Buffett Nichtstun oft für eine gute Strategie hält

Er erklärt dazu bei einer Hauptversammlung von Berkshire Hathaway: „Man handelt, wenn sich Gelegenheiten ergeben. Ich hatte in meinem Leben Phasen, in denen sich eine ganze Reihe guter Ideen bot, und lange Durststrecken, in denen nichts passierte. Wenn ich nächste Woche eine Idee habe, werde ich handeln. Wenn nicht, tue ich verdammt noch mal gar nichts.“ Dass Warten schwerfällt, aber sich lohnen kann, zeigen zwei Beispiele aus der Vergangenheit.

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Die Dotcom-Blase (1999/2000): Buffett wartet ab statt überteuert zu kaufen

Ende der 1990er-Jahre rauschten Technologieaktien nach oben, und Buffetts Berkshire Hathaway blieb außen vor. Buffett kaufte die Internet-Euphorie nicht mit, weil er die Bewertungen für überzogen hielt. Die Folge: Berkshire hinkte dem Markt deutlich hinterher, und das US-Finanzmedium “Barron's” fragte im Dezember 1999 mit dem Titel „What's Wrong, Warren?“, ob der Investor nach mehr als 30 Jahren seinen Zauber verloren habe.

Dann verlor der Nasdaq Composite von seinem Höchststand im März 2000 bis Herbst 2002 rund 78 Prozent. Wer in der Euphorie Technologiewerte gekauft hatte, verlor einen Großteil seines Kapitals. Buffett hatte kein Geld in überteuerte Aktien gesteckt und konnte in den Folgejahren zu deutlich günstigeren Preisen zukaufen. Das Warten war teuer, solange der Hype lief, aber es erwies sich im Nachhinein als gute Strategie.

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Die Finanzkrise (2008/2009): Buffett verkauft nicht trotz Kursrutsch

Im Herbst 2008 brach das Finanzsystem zusammen. Viele Anleger verkauften in Panik, gerade als die Kurse am tiefsten standen. Buffett blieb bei seinen Beteiligungen und verkaufte nicht. Er nutzte die Lage vor allem, um gezielt zu investieren, etwa mit einer milliardenschweren Beteiligung an Goldman Sachs.

Der S&P 500 verlor zwischen Oktober 2007 und März 2009 mehr als die Hälfte seines Werts. Wer in dieser Phase verkaufte, hat jedoch die Erholung verpasst. Der Index erreichte sein altes Hoch im Frühjahr 2013 wieder. Wer dagegen investiert blieb, konnte sich die Erholung sichern.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Fazit: Nichtstun kann sich auszahlen

Die beiden Beispiele von Buffett zeigen, dass Nichtstun sich manchmal auszahlt. Zwar wirkt es im Boom wie Verweigerung und bei Kursrutschen wie Passivität, die Geld kostet. Trotzdem war es in beiden Fällen die richtige Entscheidung.

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Häufige Fragen

Was meint Warren Buffett mit „Nichtstun“? 

Er meint nicht Untätigkeit, sondern Geduld: Man wartet auf gute Gelegenheiten und handelt nur, wenn sich eine echte Chance bietet.

Hatte Buffett mit seiner Zurückhaltung in der Dotcom-Blase recht? 

Ja, im Nachhinein. Während der Internet-Euphorie hielt er sich von überteuerten Technologieaktien fern. Der Nasdaq verlor danach zwischen 2000 und 2002 rund 78 Prozent seines Wertes.

Heißt das, Anleger sollten gar nicht handeln? 

Nein, eher: Regelmäßiges Sparen, breite Streuung und ein fester Anlageplan sind oft wirksamer als spontane Umschichtungen. Wichtig ist, Verkäufe nicht aus Angst oder Euphorie zu treffen.

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