Bei diesem beliebten ETF soll ab sofort die Anlagestrategie geändert werden, von passiv zu aktiv. Was erstmal nicht nach einem Problem klingt, könnte auch für MSCI‑World-Sparer früher oder später zum Problem werden.
Vor kurzem hat J.P. Morgan eine wichtige Änderung beim JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond UCITS ETF (JPMB) angekündigt. Denn künftig soll der 400-Millionen-Dollar schwere ETF nicht mehr passiv einem Index folgen, sondern aktiv verwaltet werden.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen
Beliebter ETF will Anlagestrategie ändern
„Die vorgeschlagenen Änderungen könnten die potenziellen Renditen [des JPMB] verbessern und bieten bessere Aussichten für ein Wachstum beim verwalteten Vermögen (AuM). Sie sind daher im besten Interesse der Anteilseigner. Ein solches Wachstum könnte zu mehr Skalierung, Liquidität und Handelseffizienzen innerhalb [des JPMB] führen“, so der Asset Manager in einer Mitteilung an die Aktionäre.
Ob das am Ende des Tages wirklich so bleibt, ist unsicher. Aktives Management hat aus Sicht der Wissenschaft nicht zu einem langfristigen, replizierbaren Alpha gegenüber passiven Indizes geführt. Tatsächlich zeigt die Fondsindustrie seit Jahrzehnten, wie schlecht aktive Strategien tatsächlich funktionieren.
Allerdings gibt es aus Sicht der Fondsindustrie im Vergleich zu passiven Anlagestrategien große Vorteile. Durch Narrative kann besseres Marketing betrieben und können mehr Kunden angelockt werden. Zudem erscheint es einfacher, für aktives Management höhere Kosten zu verlangen, während passive ETF-Sparer nur auf der Suche nach dem Anbieter mit der niedrigsten TER sind.
Wird das für MSCI World-Anleger zum Problem?
Übrigens könnte die Umwandlung des JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond UCITS ETF (JPMB) auch zum Problem für ETF-Sparer werden. Denn während solche Strategiewechsel im ETF-Bereich bisher eher selten sind, könnte der zunehmende Fokus der Industrie auf aktive Produkte dazu führen, dass immer mehr Indexfonds umgewandelt werden, insbesondere dann, wenn diese nicht genügend Kapital anziehen.
In einem solchen Fall wären passive Anleger dann dazu gezwungen, ihren ETF zu verkaufen, wodurch ein Steuerevent auf die bestehenden Gewinne eintreten würde.
Entsprechend sollten sich Anleger im Vorfeld einer ETF-Investition über die Größe des ETFs, aber auch über die Produktstrategie des jeweiligen Anbieters informieren, um solche Probleme zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Warum soll der JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond UCITS ETF (JPMB) seine Anlagestrategie ändern?
Der rund 400 Millionen US-Dollar schwere ETF soll künftig nicht mehr passiv einem Index folgen, sondern aktiv verwaltet werden. J.P. Morgan begründet den geplanten Wechsel mit möglichen höheren Renditen, besseren Wachstumsaussichten beim verwalteten Vermögen sowie mehr Skalierung, Liquidität und effizienterem Handel.
Warum könnte die Umwandlung passiver ETFs auch für MSCI-World-Sparer zum Problem werden?
Ein zunehmender Fokus der Fondsindustrie auf aktive Produkte könnte dazu führen, dass künftig mehr Indexfonds umgewandelt werden, insbesondere wenn sie nicht genügend Kapital anziehen. Davon könnten auch Anleger betroffen sein, die passiv in einen MSCI-World-ETF investieren.
Welche Folgen hätte die Umwandlung eines passiven ETFs für Anleger?
Passive Anleger könnten zum Verkauf ihrer ETF-Anteile gezwungen sein. Auf bestehende Gewinne könnte dadurch ein steuerpflichtiges Ereignis entstehen. Um solche Probleme möglichst zu vermeiden, sollten Anleger vor dem Kauf auf die Größe des ETFs und die Produktstrategie des Anbieters achten.