Der ETF investiert vor allem in Aktien polnischer Unternehmen. Die laufen gut und erfahren bald noch mehr Aufmerksamkeit.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 23. September in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 40/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
Deutschlands Wirtschaft kommt kaum vom Fleck, Polens Konjunktur dagegen boomt. Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent zu. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft wuchs im selben Zeitraum lediglich um 0,3 Prozent.
Auch für die kommenden Jahre sind die Aussichten für Polen ausgesprochen positiv. Die Europäische Kommission hält jährliche Zuwachsraten von mehr als drei Prozent für möglich. Zu den maßgeblichen Wachstumstreibern zählen die EU-Zahlungen. Allein in diesem Jahr fließen rund 40 Milliarden Euro aus verschiedenen europäischen Finanzierungsprogrammen, wie zum Beispiel dem Wiederaufbaufonds NextGenerationEU, nach Warschau.
Die Mittel werden vor allem in Infrastrukturprojekte und in die Digitalisierung investiert. Doch Polen profitiert nicht allein von Brüsseler Geldern. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Produktionsstandort entwickelt und zieht ausländische Direktinvestitionen an. Gleichzeitig steigen die Einkommen und damit die Kaufkraft der privaten Haushalte. Die Binnennachfrage gewinnt dadurch als Wachstumsmotor immer mehr an Bedeutung.
Aufstieg in die höhere Börsenliga
Die starke wirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich an der Börse in Warschau wider. Der MSCI Poland legte in drei Jahren 163 Prozent zu. Der Aufwärtstrend dürfte trotzdem anhalten. Im August stufte S & P Polen vom Status eines „Emerging Market“ zu einem „Developed Market“ hoch. Im September kommenden Jahres wird das Land offiziell in den S & P Developed Market Index aufgenommen.
Damit wird der polnische Aktienmarkt stärker in den Fokus internationaler Investoren rücken, die sich ihren Anlagerichtlinien entsprechend nur in Märkten der Industriestaaten positionieren dürfen. Mit dem über 600 Millionen Euro schweren ETF Amundi MSCI Eastern Europe ex Russia können Anleger die Chancen nutzen.
Der ETF hat polnische Unternehmen mit etwa 70 Prozent gewichtet. Zu den Top-Ten-Werten zählen Finanzinstitute wie Pekao und PKO Bank Polski sowie das E-Commerce-Unternehmen Allegro.eu. Die restlichen Mittel sind in Aktien ungarischer und tschechischer Unternehmen investiert. Auch sie haben zur starken Wertentwicklung beigetragen. Innerhalb eines Jahres legte der ETF um 49,5 Prozent zu. In drei Jahren erzielte er 155 Prozent. Russische Aktien sind dagegen tabu.
Fazit
Der Amundi-ETF eignet sich zur Beimischung. Starke Wertentwicklung, weiterhin aussichtsreich. Hohe Gewichtung polnischer Aktien. Kein Engagement in russischen Unternehmen.