Halbleiter, KI und Korea: Welche ETFs im bisherigen Jahr 2026 alle anderen in den Schatten gestellt haben – und was Anleger jetzt wissen müssen.

Fast 100 Prozent Plus in nur einem Quartal: Laut einer Auswertung von Morningstar haben vor allem Halbleiter- und Korea-ETFs im zweiten Quartal 2026 außergewöhnliche Renditen erzielt. Welche ETFs ganz oben im Ranking stehen – und was Anleger bei der Auswahl beachten sollten.

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ETF-Jahr 2026: Turbulent, aber mit klaren Gewinnern

Das Jahr 2026 hat es in sich. Geopolitische Spannungen, KI-Boom und eine globale Neuordnung der Lieferketten haben die Märkte in Atem gehalten – und gleichzeitig für außergewöhnliche Renditechancen gesorgt. Besonders das zweite Quartal 2026 entpuppte sich als eine der stärksten ETF-Perioden der jüngeren Vergangenheit.

Während breite Welt-ETFs wie der iShares Core MSCI World ETF weiterhin die meisten Zuflüsse auf sich vereinen – laut Morningstar allein 6,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr – spielte sich die eigentliche Performance-Story woanders ab: in der Halbleiterbranche und auf der koreanischen Halbinsel.

Der Grund: Die KI-Revolution treibt die Nachfrage nach Chips in ungekannte Höhen. Halbleiter sind knapp, komplex herzustellen und unverzichtbar – für Rechenzentren, autonomes Fahren und KI-Anwendungen aller Art. Davon profitieren sowohl globale Chip-ETFs als auch Korea-ETFs, denn Südkorea ist einer der weltgrößten Halbleiterproduzenten.

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Weiterführende Links

Die Top-ETFs laut Morningstar: Halbleiter räumen ab

Morningstar hat die Performance-Gewinner für deutsche Anleger ausgewertet. An der Spitze dominieren eindeutig zwei Themen: Halbleiter-ETFs und Korea-ETFs. Laut Morningstar-Daten erzielte der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF im April 2026 allein einen Monatsgewinn von rund 34 Prozent – einer der stärksten Monatswerte, die je für einen breiten ETF verzeichnet wurden. Aufs Quartal gesehen legte er sogar um 96,58 Prozent zu. Auch andere Halbleiter-ETFs belegen die vorderen Plätze. Hier ein kleiner Überblick: 

- iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF (USD, Acc): Führt das Morningstar-Ranking an; breite globale Streuung über Chip-Konzerne weltweit

- HSBC Nasdaq Global Semiconductor UCITS ETF: Fokus auf Nasdaq-gelistete Halbleiterunternehmen

- VanEck Semiconductor UCITS ETFGrößter Halbleiter-ETF im Ranking mit rund fünf Milliarden Euro Volumen; einziger Technologie-ETF mit Morningstar-Fünf-Sterne-Bewertung

ISIV-M.GL.SEMI. DLA (WKN: A3CVRA)

Anleger sollten jedoch beachten: Themen-ETFs mit solch starken Kurzfristrenditen schwanken auch stärker. Wer in Semiconductor-ETFs investiert, braucht einen langen Atem und die Bereitschaft, zwischenzeitliche Kursrückgänge auszusitzen.

Korea-ETFs: Samsung, Chips und starkes Comeback

Südkorea hat 2026 ein eindrucksvolles Comeback an den Kapitalmärkten hingelegt. Der Xtrackers MSCI Korea UCITS ETF erzielte im April 2026 laut Morningstar einen Monatsgewinn von rund 34 Prozent – nahezu gleichauf mit dem führenden Halbleiter-ETF.

- Xtrackers MSCI Korea UCITS ETF: Bildet den MSCI Korea Index nach; starke Gewichtung von Samsung und SK Hynix

- Franklin FTSE Korea UCITS ETF: Kosteneffizienter Zugang zum südkoreanischen Aktienmarkt

- iShares MSCI South Korea ETF (EWY): Einer der liquidesten Korea-ETFs mit breiter globaler Handelbarkeit

db x-trackers KOSPI 200 UCITS ETF 1D (WKN: DBX1K2)

Wichtig für Anleger: Korea-ETFs sind keine breit gestreuten Schwellenländer-Investments. Die Indizes sind stark auf einige wenige Schwergewichte konzentriert – allen voran Samsung Electronics und SK Hynix, zwei der weltgrößten Chipkonzerne. Wer Korea kauft, kauft damit zu einem erheblichen Teil auch Halbleiter. Zudem geht es gerade bei den Südkorea-Aktien und dem Kospi wieder abwärts - wenn auch auf hohem Niveau.

Morningstar warnt: Kurzfristige Renditen kein Kaufsignal

So verlockend die Zahlen auch klingen – Morningstar mahnt zur Vorsicht. Quartals- und Monatsrenditen können Trends sichtbar machen, sagen aber nichts darüber aus, wie sich diese langfristig entwickeln werden. Wer jetzt blind in die Topperformer des Quartals investiert, könnte in eine klassische Performance-Falle tappen: kaufen, wenn die Rally bereits gelaufen ist.

Die Empfehlung von Experten lautet daher: Themen-ETFs wie Semiconductor oder Korea allenfalls als Beimischung nutzen – und als solide Basis weiterhin auf breit diversifizierte Welt-ETFs setzen.

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Häufige Fragen

Warum haben Halbleiter-ETFs 2026 so stark abgeschnitten?

Der KI-Boom hat die Nachfrage nach Chips in die Höhe getrieben wie kaum ein anderer technologischer Trend zuvor. Rechenzentren, KI-Modelle und vernetzte Geräte benötigen immer leistungsstärkere Halbleiter – und davon gibt es nicht genug. Die Kombination aus knappem Angebot und explodierender Nachfrage hat die Kurse der führenden Chiphersteller und damit auch der entsprechenden ETFs massiv nach oben getrieben. Hinzu kamen Entspannungssignale im US-chinesischen Handelskonflikt, die den Sektor zusätzlich beflügelten.

Lohnt sich der Einstieg in Korea-ETFs noch – oder ist die Rally vorbei?

Das ist die entscheidende Frage. Südkorea hat als Chiplieferant der Welt 2026 von denselben Kräften profitiert wie Halbleiter-ETFs. Allerdings ist der koreanische Aktienmarkt historisch sehr günstig bewertet – der sogenannte „Korea Discount" ist seit Jahren ein Thema. Reformen zur besseren Unternehmensführung und Kapitalrückgaben an Aktionäre könnten langfristig Kurspotenzial entfalten. Gerade geht es beim südkoreanischen Markt allerdings wieder abwärts. Und für kurzfristig orientierte Anleger gilt: Nach einer Rally von fast 100 Prozent in einem Quartal ist Vorsicht geboten.

Wie viel Gewichtung sollten Themen-ETFs im Depot haben?

Experten empfehlen, Sektor- und Themen-ETFs als Satelliten zu behandeln – also als Ergänzung zu einem breiten Kern-Investment wie einem MSCI World oder FTSE All-World ETF. Als Faustregel gilt: Der Themenanteil sollte nicht mehr als zehn bis 20 Prozent des Gesamtportfolios ausmachen. So können Anleger von Trends wie KI und Halbleiter profitieren, ohne ihr Depot einseitig auszurichten und bei einem Sektoreinbruch empfindlich getroffen zu werden.

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