Bitcoin steht nach einem Einbruch von fast 50 Prozent erneut an einem kritischen Punkt. Ein Blick auf die vergangenen Crashs zeigt, warum die aktuelle Schwächephase mehr sein könnte als nur ein weiterer Rückschlag.

Bitcoin notiert bei rund 65.000 US-Dollar und damit fast 50 Prozent unter seinem bisherigen Rekordhoch. Institutionelle Anleger ziehen Geld ab, die Stimmung kippt und die Zweifel am Bitcoin-Zyklus nehmen zu. Die Vergangenheit zeigt allerdings auch, dass auf schwere Einbrüche mehrfach eine Erholung folgte.

Keine Nachrichten mehr verpassen: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.

Die Historie des Bitcoin ist klar

2011 brach Bitcoin nach einer Sicherheitslücke und ungewöhnlichen Handelsaktivitäten auf Mt. Gox zeitweise um rund 94 Prozent ein. Auch in den Jahren 2013 bis 2015 sowie 2018 folgten mit Verlusten von 87 beziehungsweise 84 Prozent schwere Crashs. 

Im März 2020 halbierte sich der Kurs binnen zwei Tagen, erholte sich aber noch im selben Jahr auf ein neues Rekordhoch. 2021 belasteten unter anderem Elon Musks Tesla-Entscheidung und Chinas Vorgehen gegen Kryptowährungen den Markt.

2022 fiel Bitcoin vom damaligen Rekordhoch bei rund 69.000 US-Dollar auf etwa 17.500 US-Dollar. Anschließend sorgten unter anderem die erwartete und später erfolgte Genehmigung von Spot-Bitcoin-ETFs in den USA für neue Nachfrage. 

Im März 2024 erreichte Bitcoin rund 67.000 US-Dollar, bevor im Oktober 2025 mit mehr als 126.000 US-Dollar ein neues Rekordhoch folgte.

Übrigens: Möchten Sie in Kryptowährungen investieren, finden Sie die besten Anbieter zum Kauf und Verkauf im Krypto-Plattformen-Vergleich von BÖRSE ONLINE.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Auch in diesem Jahr ein ähnliches Muster

Auf einen starken Anstieg folgte in mehreren früheren Bitcoin-Zyklen ein massiver Rückgang, eine kurze Erholungsrally, eine weitere Abwärtsbewegung und eine längere Erholung. Ob sich dieses Muster 2026 wiederholt, ist allerdings offen.

Die aktuelle Schwäche wird unter anderem durch ETF-Abflüsse, steigende Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen und geopolitische Spannungen verstärkt. Der Crypto Fear & Greed Index misst die Stimmung am Kryptomarkt und zeigt, ob Anleger eher gierig oder ängstlich sind. Aktuell liegt der Wert im Bereich „Extreme Fear“, der eine besonders pessimistische Marktstimmung  signalisiert. Der Index ist jedoch kein verlässliches Signal für einen unmittelbar bevorstehenden Tiefpunkt.

Für Anleger liefert die historische Entwicklung zumindest einen positiven Anhaltspunkt: Auf alle sechs bisher betrachteten Einbrüche folgte eine Erholung, in mehreren Fällen sogar ein neues Rekordhoch. Das wiederkehrende Muster spricht dafür, dass starke Rückgänge bei Bitcoin langfristig auch Chancen eröffnet haben. Dennoch bleibt Bitcoin ein hochvolatiler Vermögenswert.

Auch Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse, hat in einem Marktkommentar auf das attraktive Kurs-Chance-Verhältnis und die historischen Daten verwiesen. Mehr dazu können Sie in diesem Artikel lesen.

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Ist Bitcoin nach einem starken Kursrückgang eine Kaufgelegenheit?

Ein starker Rückgang kann die Bewertung attraktiver erscheinen lassen, ist aber kein Beweis für einen erreichten Boden. Anleger sollten zusätzlich Marktliquidität, ETF-Zu- und -Abflüsse, Zinsen, Regulierung und die eigene Risikotragfähigkeit berücksichtigen.

Wie beeinflussen Bitcoin-ETFs den Bitcoin-Kurs?

Spot-Bitcoin-ETFs ermöglichen Anlegern einen regulierten Zugang, ohne die Kryptowährung direkt verwahren zu müssen. Steigende Mittelzuflüsse können die Nachfrage stützen; Abflüsse können dagegen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Wie viel Bitcoin sollte man als Anleger im Depot halten?

Eine allgemein passende Quote gibt es nicht. Wegen der hohen Kursschwankungen sollte Bitcoin nur einen begrenzten Teil eines breit diversifizierten Portfolios ausmachen und nicht mit Geld gekauft werden, das kurzfristig benötigt wird.

Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.