Bitcoin steht nach dem jüngsten Kursrückgang technisch stark unter Druck. Historisch niedrige Bewertungsfaktoren sprechen jedoch dafür, dass die Kryptowährung an Attraktivität gewinnen könnte. Eine Trendwende ist damit aber noch nicht absehbar.
Anlass für die Einschätzung ist ein Marktkommentar von Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse. Darin analysiert er den jüngsten Bitcoin-Kursrückgang und kommt zu dem Schluss, dass der starke Verkaufsdruck das Chance-Risiko-Verhältnis mittelfristig verbessert haben könnte.
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Bitcoin unter Druck: RSI als Indikator
Der Bitcoin-Kurs fiel im Juni deutlich zurück. Dabei unterschritt er die Unterstützung bei 60.000 US-Dollar und markierte ein zyklisches Tief bei rund 58.000 US-Dollar. "Die technischen Indikatoren geben trotz des Kursrückgangs ein vorsichtig positives Signal: Bitcoin fiel zwar weiter, doch der Verkaufsdruck war geringer als im Februar. Das könnte darauf hindeuten, dass die Abwärtsbewegung an Kraft verliert. Eine Trendwende ist damit aber noch nicht bestätigt", schrieb Weibel in einem Marktkommentar.
Der wöchentliche Relative-Stärke-Index (RSI) fiel während des starken Kursrückgangs im Februar auf außergewöhnlich niedrige Werte. Vergleichbare Niveaus traten in den vergangenen 15 Jahren nur 13-mal auf – jeweils in Phasen, in denen der Bitcoin-Kurs rund fünfmal stärker als üblich gefallen ist. Auch auf Tagesbasis fiel der RSI im Februar und Anfang Juni auf Werte, die zuletzt beim Corona-bedingten Markteinbruch im März 2020 erreicht wurden. Noch niedrigere Werte gab es lediglich im Bärenmarkt 2018.
Passend dazu: Wer nicht auf volatile Bitcoin-Kurse setzen möchte, findet im "Stabile Werte"-Index einige robuste Titel, die selbst Krisensituationen trotzen können.
Die Grafik zeigt den Bitcoin-Preis der vergangenen 17 Jahre im Vergleich zu RSI. Die markierten Stellen weisen auf niedrige RSI-Werte hin, die häufig mit einem Bitcoin-Tiefpunkt zusammenfielen.
Das sollten Anleger jetzt tun
Das Interesse privater Anleger liegt trotz der Kursschwäche in anderen Bereichen. Laut Bitcoin Suisse sind es vor allem Gold und KI-Anlagen. "Die Kombination aus schwacher Marktstimmung, umfangreichem Deleveraging und anhaltend geringem Momentum deutet darauf hin, dass das verbleibende Abwärtsrisiko im Verhältnis zum mittelfristigen Aufwärtspotenzial zunehmend begrenzt erscheint", schrieb der Experte. Frühere Marktzyklen zeigen jedoch, dass Erholungen Zeit und neue fundamentale Impulse benötigen.
Weibel deutet mit seinem Kommentar auf ein attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis hin. Dieses kann für risikobewusste Anleger eine mögliche Kaufchance darstellen. Dennoch sollten Sie nicht allein aufgrund der RSI-Werte handeln. Bitcoin bleibt schwankungsanfällig; eine Erholung kann ausbleiben oder sich verzögern.
Wer allerdings auf ein starkes Momentum setzen möchte, findet im Aktienreport "Momentum-Raketen" jetzt drei Werte, die eine Gewinnchance von bis zu 300 Prozent bieten sollen.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Dominic Weibel?
Dominic Weibel ist Head of Research bei Bitcoin Suisse und analysiert dort Entwicklungen am Kryptomarkt. In einem Marktkommentar ordnete er den jüngsten Bitcoin-Kursrückgang ein und verwies auf ein möglicherweise verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis.
Ist Bitcoin jetzt überverkauft?
Ein niedriger RSI kann darauf hindeuten, dass Bitcoin kurzfristig überverkauft ist. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Tiefpunkt erreicht wurde oder der Kurs unmittelbar wieder steigt.
Welche Faktoren beeinflussen den Bitcoin-Kurs?
Neben technischen Indikatoren wie dem RSI wirken sich unter anderem Zinsen, Liquidität, die Nachfrage institutioneller Anleger, Regulierung und die allgemeine Risikobereitschaft an den Märkten aus. Deshalb kann Bitcoin trotz eines positiven technischen Signals weiter fallen, wenn sich das makroökonomische Umfeld verschlechtert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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