Bitcoin ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag unter Druck geraten, nachdem Wallets, die der US-Regierung zugeschrieben werden, große Kryptobestände bewegten. Am gehebelten Markt sorgte das für eine heftige Liquidationswelle.
Bitcoin ist am Dienstagabend abrupt aus seiner zuletzt engen Handelsspanne gefallen und von zuvor 85.500 auf unter 83.000 US-Dollar gerutscht. Auch am Donnerstag konnte die Kryptowährung diese Marek nicht nachhaltig zurückerobern. Das ist ärgerlich, denn die Kryptowährung hatte zuletzt wieder deutliche Aufwärtsdynamik entfaltet.
Als Auslöser für den Flash-Crash nennen Beobachter mehrere Faktoren. Im Mittelpunkt stehen Transfers von Wallets, die die Krypto-Community der US-Regierung zuordnet. Laut wechselten dabei 833,6 Bitcoin im Gegenwert von rund 71,6 Millionen US-Dollar die Wallet. Zusätzlich wurden 40.285 Binance Coins bewegt. Zusammen hatten die Transfers nach einem Bericht von CoinPro ein Volumen von rund 103 Millionen US-Dollar.
Steht Verkaufswelle bevor?
Die Regierungs-Transaktionen bei Bitcoin haben den Markt nervös gemacht. Da die Coins zudem zur Handelsplattform Coinbase Prime transferiert wurden, werten Beobachter als Hinweis auf einen bevorstehenden Verkauf. Ob das passiert, ist aber nicht sicher. Bisher belegen die Blockchain-Daten das nicht.
Auch bei früheren Transfers staatlicher Krypto-Bestände folgte nicht zwangsläufig ein unmittelbarer Ausverkauf. Die US-Regierung hält nach Informationen von von Arkham Intelligance, die auf On-Chain-Daten auf CoinPro basieren, derzeit rund 325.000 Bitcoin, die überwiegend aus Beschlagnahmungen stammen. Die nun transferierten 833,6 Bitcoin wären also nur ein kleiner Teil.
Gehebelte Positionen verstärken den Rutsch
Dennoch reichte die Meldung offenbar aus, um Liquidationskaskade bei gehebelten Produkten auf Bitcoin auszulösen. Nach Angaben des Portals „IT Boltwise“ wurden dadurch innerhalb von 24 Stunden gehebelte Krypto-Positionen auf mehr als 600 Millionen US-Dollar liquidiert. Nach Angaben des Portals „IT Boltwise“ sein dadurch knapp 107.000 Trader „wiped out“ worden.
Bei gehebelten Long-Positionen reichen bereits kurze Rückgänge, damit Kryptobörsen offene Positionen aufgrund von Margin Calls automatisch schließen. Diese Zwangsverkäufe erhöhen den Verkaufsdruck und können den Kursrutsch beschleunigen. Der staatliche Wallet-Transfer war damit möglicherweise der Auslöser für Nervosität – die Wucht des Einbruchs entstand jedoch vor allem durch die immer noch extrem stark gehebelten Wetten auf steigende Kurse.
Das müssen Bitcoin-Anleger jetzt wissen
Auch der Bitcoin wird zunehmend von den hohen Anleiherenditen am Bondmarkt belastet, die die Risikoneigung der Investoren belasten.
Die reine Transaktion muss noch nicht bedeuten, dass wirklich ein Ausverkauf durch die US-Regierung bevorsteht. Das allerdings schon eine vergleichsweise geringe Menge an Bitcoin ausreicht, um den Markt abstürzen zu lassen, lässt aufhorchen und zeigt, wie dünn die Liquidität im Markt derzeit offenbar ist.
Entscheidend wird nun sein, ob die Zone um 83.000 bis 84.000 US-Dollar hält und ob liquidierte Trader ihr Long-Exposure wieder neu aufbauen. Wer investiert ist, sollte kurzfristige Krypto-Schwankungen einkalkulieren – und vor allem nicht mit Hebel auf eine schnelle Erholung spekulieren.
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Häufige Fragenz zum Bitcoin
Welche Bitcoin-Prognose gilt bis zum Jahresende als am wahrscheinlichsten?
Am wahrscheinlichsten ist ein moderater Fortgang des Aufwärtstrends bis zum Widerstand bei 97.000 US-Dollar. Dafür spricht auch, dass das vierte Quartal für Bitcoin historisch positiv ist; Voraussetzung ist, dass externe Faktoren weder starken Gegenwind noch großen Rückenwind bringen.
Wie könnte Bitcoin zum Jahresende die Marke von 100.000 US-Dollar überschreiten?
Überraschende Wahlerfolge der Republikaner bei den Midterms und die Aussicht auf weniger Zinserhöhungen in den USA könnten die Nachfrage nach spekulativen Anlagen stärken. In diesem bullischen Szenario wäre ein Anstieg über 100.000 US-Dollar bis zum nächsten Widerstand bei 108.000 US-Dollar denkbar.
Wie tief könnte der Bitcoin-Kurs in einem bärischen Szenario fallen?
Ein mögliches Kursziel liegt bei rund 66.000 US-Dollar, wo auch die 200-Wochen-Linie verläuft. Dazu könnte es kommen, wenn sich geopolitische Konflikte ausweiten, mehr Zinserhöhungen anstehen oder der KI-Boom ins Stocken gerät; nach dem 4-Jahreszyklus könnte das Winter-Tief erst im Dezember 2026 erreicht werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor und der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, sind unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.