Mit Blick auf seine düsteren Prognosen für die US-Wirtschaft kann man Peter Schiff durchaus als Crashpropheten bezeichnen. In einem Interview mit Kitco News bestätigte der bekannte Goldoptimist diese Einschätzung und erklärte, warum er bei Gold ausgerechnet steigende Anleiherenditen für besonders positiv hält.
Für Peter Schiff stehen die USA vor einer schweren Finanzkrise. Besonders am Immobilienmarkt erwartet der Ökonom erhebliche Verwerfungen. Bereits Anfang Oktober erreichte der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige US-Hypotheken laut Mortgage Bankers Association 7,49 Prozent und damit den höchsten Stand seit November 2023. Schiff befürchtet, dass die Finanzierungskosten im ersten Quartal 2027 sogar auf neun Prozent steigen könnten.
Für Immobilienbesitzer und potenzielle Käufer hätte dies gravierende Folgen. Höhere Zinsen verteuern die monatlichen Kreditraten und schränken die Nachfrage nach Wohneigentum ein. Schiff hält deshalb einen landesweiten Rückgang der US-Immobilienpreise um 30 bis 50 Prozent für möglich. Damit könnte der Einbruch ähnlich heftig oder sogar schlimmer ausfallen als während der Immobilienkrise 2007 und 2008.
Hinzu kommt, dass viele Hausbesitzer ihre Immobilien bislang zur Kapitalbeschaffung nutzten. Durch Umschuldungen konnten sie günstige Kredite aufnehmen oder zusätzliche Mittel für Konsumausgaben freisetzen. Nach Schiffs Einschätzung dürfte diese Möglichkeit angesichts steigender Finanzierungskosten weitgehend verschwinden.
Anleihe-Bärenmarkt: Droht den USA ein Schuldenschnitt?
Auch für den US-Anleihemarkt zeichnet Schiff ein düsteres Bild. Seiner Ansicht nach endete der rund 40 Jahre dauernde Bullenmarkt bei Anleihen bereits 2020 beziehungsweise 2021. Nun erwartet er einen langfristigen Bärenmarkt, der mindestens halb so lange dauern dürfte wie der Bullenmarkt, also womöglich 20 Jahre. Steigende Renditen bedeuten dabei fallende Anleihekurse und entsprechende Verluste für Investoren.
Besonders problematisch sei die Kombination aus hoher Staatsverschuldung und steigenden Zinsen. Bereits heute belaufen sich laut Congressional Budget Office die jährlichen Nettozinsausgaben der USA auf ungefähr eine Billion Dollar. Schiff hält es für möglich, dass sie innerhalb weniger Jahre auf drei bis vier Billionen Dollar anwachsen. Während die US-Regierung in der Finanzkrise 2008 noch Banken und andere Marktteilnehmer retten konnte, könnte sie bei der nächsten Krise selbst auf Hilfe angewiesen sein. Allerdings gebe es weltweit niemanden, der groß genug wäre, um die USA zu retten, warnt Schiff.
Als denkbare Konsequenz nennt er einen Schuldenschnitt. Statt Gläubigern nominal 100 Cent je Dollar zu versprechen und deren Wert durch Inflation auf rund 20 Cent schrumpfen zu lassen, könnten die USA ihnen offen 50 Cent anbieten. Schiff hält diesen Weg für ehrlicher als eine schleichende Entwertung.
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Goldpreis und Goldminen: Warum Schiff optimistisch bleibt
Ausgerechnet die steigenden Anleiherenditen betrachtet Schiff als besonders günstige Voraussetzung für Gold und Silber. Seine Begründung: Wenn Anleihebesitzer hohe Kursverluste erleiden, könnten sie ihr Kapital zunehmend in Edelmetalle umschichten. Damit widerspricht er der verbreiteten Einschätzung, wonach höhere Zinsen grundsätzlich gegen Gold sprechen.
Schiff hält es für möglich, dass Gold die 5.000 Dollar noch schneller erreicht als bei der letzten Aufwärtsbewegung. Als potenziellen Auslöser sieht er eine neue Finanzkrise, die die US-Notenbank zu einer geldpolitischen Kehrtwende zwingen könnte.
Seine Inflationssorgen gehen sogar so weit, dass er Verbrauchern empfiehlt, haltbare Lebensmittel bereits für das kommende Jahr einzukaufen. Sollten deren Preise anschließend um zehn oder 20 Prozent steigen, ließe sich auf diese Weise Kaufkraft erhalten.
Bei seinen eigenen Investments setzt Schiff allerdings nicht ausschließlich auf physisches Gold. Nach eigenen Angaben hält er einen erheblich größeren Teil seines Vermögens in Goldminenaktien. Sein bevorzugtes Investment ist somit Gold, das noch im Boden liegt.
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