Gold zeigt sich trotz hoher US-Zinserwartungen robust. Trotz Rekordrally hält ein Goldstratege das Edelmetall monetär für sehr günstig. 

Der Goldpreis hat am Freitag, gestützt durch gefallene Rohölpreise, etwas zugelegt. An der Börse in London wurde die Feinunze bei 4.393 US-Dollar gehandelt – 1,71 Prozent mehr als am Vortag. Am Montag hält sich der Preis mit rund 4.392 US-Dollar je Feinunze nahezu auf diesem Niveau.

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“Gold fungiert wieder verstärkt als sicherer Hafen”

Händler verwiesen auf die gesunkenen Rohölpreise, durch die sich die zuletzt gestiegenen Inflationserwartungen etwas abschwächten. Damit könnte auch der Druck auf die Notenbanken nachlassen, die Leitzinsen weiter zu erhöhen. Da Gold keine Zinserträge abwirft, belasten steigende Zinsen das Edelmetall normalerweise. Dennoch zeigte sich der Goldpreis zuletzt erstaunlich robust.

„Das legt nahe, dass Gold wieder verstärkt als sicherer Hafen fungiert und hierdurch gestützt wird“, kommentierte Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen. Vollständig immun gegenüber höheren US-Zinserwartungen sei Gold allerdings nicht. Auch deshalb wird die Fed-Entscheidung kommenden Mittwoch mit Spannung erwartet.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Gold-Prognose: „Monetär betrachtet ist Gold weiterhin extrem günstig“

Unabhängig davon wähnt der Goldstratege Ronald-Peter Stöferle im Gespräch mit finanzen.det sich weiter in einer “Goldenen Dekade. “Zeitlich haben wir mehr als die Hälfte hinter uns; inhaltlich ganz sicher nicht", sagte er dem Fachmedium. Nach seiner Einschätzung ist Gold zudem trotz der Rekordrally langfristig noch nicht teuer. Entscheidend sei nicht allein der absolute Preis, sondern das Verhältnis des Edelmetalls zur stark gestiegenen Geldmenge und zur weltweiten Verschuldung. 

„Monetär betrachtet ist Gold trotz Rekordrally weiterhin extrem günstig“, sagt Stöferle. Seiner These zufolge steht hinter dem Preisanstieg daher weniger eine Übertreibung als vielmehr eine schleichende Neubewertung von Gold im internationalen Währungssystem.

Als wichtigste Treiber nennt Stöferle die anhaltenden Goldkäufe der Notenbanken, die geopolitische Unsicherheit und die zunehmende Entdollarisierung. Gold sei dabei „kein Crowded Trade“, weil viele Pensionskassen und Versicherungen weiterhin nur geringe Bestände hielten. Zudem kauften Zentralbanken und asiatische Anleger strategisch und nicht nur mit Blick auf die nächste Zinsentscheidung.

Weiterführende Links

Goldpreis: Was Anleger beachten sollten

Für Anleger ergibt sich daraus ein langfristig positives, aber nicht risikoloses Bild: Kurzfristige Rückschläge durch höhere Realzinsen oder einen stärkeren US-Dollar bleiben möglich. Stöferle geht jedoch davon aus, dass Gold langfristig noch erhebliches Gewicht behalten könnte: “Seine traditionellen Stärken spielt Gold dann aus, wenn die Inflation monetär getrieben ist oder wenn die geldpolitische Antwort ausbleibt. Und genau danach sieht es mittelfristig aus.”

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Warum steigt der Goldpreis trotz hoher Zinserwartungen?

Gefallene Rohölpreise dämpfen die Inflationserwartungen. Gleichzeitig profitiert Gold von geopolitischer Unsicherheit, anhaltenden Käufen der Notenbanken und seiner Rolle als sicherer Hafen.

Wie lautet die Goldpreis-Prognose?

Goldstratege Ronald-Peter Stöferle sieht das Edelmetall weiterhin in einer „Goldenen Dekade“. Langfristig hält er Gold trotz der Rally für vergleichsweise günstig – kurzfristige Rückschläge bleiben jedoch möglich.

Was sollten Anleger beim Goldkauf beachten?

Gold kann durch steigende Realzinsen, einen stärkeren US-Dollar oder eine restriktivere Geldpolitik unter Druck geraten. Die langfristigen Chancen sind positiv, aber nicht risikolos.