Der Goldpreis gerät nach seiner jüngsten Erholung wieder unter Druck. Trotzdem bleiben viele Analysten für die kommenden Jahre optimistisch.
Der Goldpreis setzt seine jüngste Erholung derzeit nicht fort und gibt in dieser Woche weiter nach. Das Edelmetall verliert damit einen Teil der Gewinne, die es in den vergangenen Wochen aufgebaut hatte. Ende August war der Preis für eine Feinunze Gold zeitweise auf knapp 4.700 US-Dollar gestiegen – den höchsten Stand seit Mitte Mai.
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Goldpreis: Fed-Entscheidung rückt in den Mittelpunkt
Auslöser für die aktuelle Schwäche sind vor allem neue Spekulationen über den geldpolitischen Kurs in den USA. Ein robuster Arbeitsmarktbericht hatte die Erwartung gestärkt, dass die US-Notenbank die Zinsen zunächst hoch halten oder sogar weiter anheben könnte.
Für Gold ist das ein Belastungsfaktor: Das Edelmetall wirft selbst keine laufenden Zinsen ab. Steigen die Renditen von Staatsanleihen, wird Gold im Vergleich zu verzinslichen Anlagen weniger attraktiv.
Die US-Notenbank Federal Reserve entscheidet am 15. und 16. September über die weitere Zinsrichtung. Eine Anhebung gilt an den Finanzmärkten als möglich, ist aber keineswegs sicher. Zuletzt hatten mehrere Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schrittes erhöht eingeschätzt.
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Prognose bis Ende 2026: JPMorgan sieht Gold bei 8.000 Dollar
Trotz der zwischenzeitlichen Rückschläge bleiben zahlreiche Banken und Rohstoffanalysten langfristig optimistisch. Besonders weit nach oben reicht die Prognose von J.P. Morgan. Die US-Großbank hält einen Goldpreis von rund 6.300 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2026 für möglich.
Zu den wichtigsten Argumenten der Bank zählt die anhaltende Diversifizierung der Währungsreserven. Viele Notenbanken stocken ihre Goldbestände auf, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Auch private Anleger und institutionelle Investoren könnten bei anhaltenden geopolitischen Spannungen, hoher Staatsverschuldung und einem schwächeren Vertrauen in die Finanzmärkte verstärkt auf Gold setzen.
J.P. Morgan sieht zudem ein optimistisches Langfristszenario: Bis 2030 könnte der Goldpreis demnach auf bis zu 8.000 Dollar je Feinunze steigen.
Prognosen bis 2030 gehen weit auseinander
Wie unsicher langfristige Preisziele sind, zeigt der Blick auf andere Einschätzungen. Am vorsichtigeren Ende steht die australische Großbank Westpac. Sie rechnet für Anfang 2030 mit einem Goldpreis von rund 4.970 Dollar. Damit läge der Kurs nur moderat über dem August-Niveau. Westpac kalkuliert als eine der wenigen großen Banken ausdrücklich mit einer zwischenzeitlichen Korrektur.
Deutlich optimistischer ist Charlie Morris von Atlantic House Investments. In einem Szenario für die London Bullion Market Association hält der Analyst bis 2030 einen Goldpreis von mehr als 7.000 Dollar für möglich. Voraussetzung dafür wären unter anderem anhaltende Käufe der Zentralbanken, eine weitere Abwertung des US-Dollars und dauerhaft erhöhte Inflations- oder Schuldenrisiken.
Fazit: Viel Potenzial, aber auch hohe Rückschlaggefahr
Für Anleger bedeutet das: Gold bleibt ein aussichtsreicher, aber schwankungsanfälliger Bestandteil eines breit aufgestellten Portfolios. Wer auf steigende Preise setzt, sollte nicht nur die optimistischsten Prognosen betrachten, sondern auch mögliche Korrekturen und das Risiko einer längeren Seitwärtsphase einkalkulieren.
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Enthält Material von dpa-AFX
Häufige Fragen
Wie hoch könnte der Goldpreis steigen?
J.P. Morgan hält einen Anstieg des Goldpreises auf rund 6.300 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2026 für möglich. In einem optimistischen Langfristszenario könnte Gold bis 2030 sogar auf bis zu 8.000 US-Dollar steigen. Andere Experten rechnen mit mehr als 7.000 Dollar, während vorsichtigere Prognosen bei etwa 4.970 Dollar liegen.
Warum gibt der Goldpreis aktuell nach?
Der Goldpreis steht unter Druck, weil ein robuster US-Arbeitsmarkt und die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh die Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung verstärkt haben. Höhere Zinsen machen Gold weniger attraktiv, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Auch ein starker US-Dollar kann den Goldpreis belasten.
Welche Faktoren beeinflussen die weitere Goldpreisentwicklung?
Entscheidend sind vor allem die Geldpolitik der US-Notenbank, die Entwicklung des US-Dollars, die Inflation und die Nachfrage der Zentralbanken. Auch geopolitische Krisen und die hohe Staatsverschuldung können den Goldpreis stützen. Bleiben die Zinsen dagegen länger hoch und beruhigen sich die Märkte, sind auch Rücksetzer möglich.