Vor den US-Zwischenwahlen war der Goldmarkt verunsichert, nach dem Sieg der Demokraten schnellte der Preis über 4.000 Dollar. Ein Blick zurück zeigt, wie sich der Goldpreis nach Zwischenwahlen oft verhalten hat.
Es war ein Stimmungsumschwung innerhalb weniger Stunden. Am Mittwoch, dem 4. November, sprang der Goldpreis nach der Wahlnacht wieder über die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar je Unze. Zuvor war das Edelmetall deutlich gefallen: Am 30. Oktober verlor es mehr als 120 Dollar und rutschte kurzzeitig unter 3.900 Dollar.
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Goldpreis: Das bedeutet der Sieg der Demokraten
Die Demokraten siegten bei den Midterms gegenüber den Republikanern von US-Präsident Donald Trump haushoch und gewannen beide Kammern. Für den Goldpreis wirkte das über zwei Kanäle:
- Der Dollar gab nach: Der Dollar-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit etwa einem Monat.
- Die Renditen sanken: Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte zuletzt rund 4,9 Prozent und damit niedriger als vor der Wahl.
Der Silberpreis legte mit einem Plus von 5,1 Prozent am stärksten seit Juni zu. Auch die Aktienmärkte reagierten: Der Dow Jones schloss drei Prozent höher.
Die Analysten sind jedoch zurückhaltend. Eine geteilte Regierung könnte Ausgaben und Schulden begrenzen, was Staatsanleihen und Gold stützen würde. HSBC sieht aber den Spielraum für weitere Kursgewinne begrenzt, solange die Fed wegen der Inflation hart bleibt.
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Ein Blick zurück: Was nach früheren Midterms geschah
Seit 1974 gab es 13 Zwischenwahlen - und wie sich der Goldpreis dazu verhalten hat, zeigt eine Auswertung der Edelmetall-Plattform “Kitco News”. Demnach stieg im Jahr danach der Goldpreis in acht Fällen, im Schnitt um 14 Prozent. Die Spannweite war jedoch enorm, von minus 22 bis plus 90 Prozent. Die Durchschnittszahl sagt daher wenig über den Einzelfall aus.
Die extremen Fälle erzählen mehr:
- 1974: Nach der Aufhebung der Dollar-Konvertibilität 1971 war Gold stark gestiegen. In den zwölf Monaten nach der Wahl fiel der Novemberdurchschnitt von rund 182 auf rund 142 Dollar, ein Minus von 22 Prozent. Es war der Beginn des ersten großen Bärenmarkts der Ära flexibler Wechselkurse.
- 1978: Die Demokraten gewannen beide Kammern, und der Goldpreis stieg von rund 206 auf rund 392 Dollar, ein Plus von 90 Prozent. Der Lauf setzte sich bis zu einem Hoch von über 850 Dollar im Januar 1980 fort. Das Umfeld war turbulent: zweiter Ölschock, iranische Revolution, Geiselkrise. Als Paul Volcker die Leitzinsen drastisch anhob, brach der Goldpreis in den folgenden Jahren wieder ein und fiel unter 300 Dollar.
- 2010: Die Republikaner gewannen am 2. November das Repräsentantenhaus. Einen Tag später kündigte die Fed Anleihekäufe über 600 Milliarden Dollar an. Ein Jahr darauf lag der Goldpreis im Novemberdurchschnitt 27 Prozent höher. Der Goldpreis erreichte im September 2011 ein Rekordhoch von rund 1.900 Dollar.
Auch die jüngeren Wahlen zeigen ein gemischtes Bild. Nach 2018 stieg der Goldpreis im Folgejahr um 20 Prozent, nach 2022 um 15 Prozent. Die Wahl selbst war dabei nicht der Auslöser. Entscheidend waren eher die Geld- und Fiskalpolitik, die danach folgte.
Fazit
Der Sieg der Demokraten hat dem Goldpreis Luft verschafft, eine Trendwende ist damit aber nicht entschieden. Solange Inflation und Fed die Zinsen hochhalten und der Iran-Konflikt schwelt, bleibt der Markt nervös. Die Geschichte zeigt: Die großen Bewegungen kamen aus der Geldpolitik und den Krisen der Zeit, nicht aus dem Wahlergebnis selbst.
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Häufige Fragen
Warum hat der Goldpreis vor der Wahl nachgegeben?
Die Sorge vor einer straffen Geldpolitik und hartnäckiger Inflation drückte auf das Edelmetall. Hinzu kamen steigende Renditen und Unsicherheit durch den Iran-Konflikt.
Warum steigt Gold, wenn die Demokraten gewinnen?
Eine geteilte Regierung dürfte Ausgaben und neue Schulden begrenzen. Dadurch sinken Renditen und Dollar tendenziell, was Gold attraktiver macht. Der Zusammenhang ist allerdings nicht zwingend.
Ist die Erholung nachhaltig?
Das ist offen. Analysten verweisen auf die Inflation und die Fed. Solange diese die Zinsen hochhalten, sind weitere Kursgewinne nach Einschätzung von HSBC begrenzt.