Der Bitcoin-Boden könnte näher rücken: Laut der On-Chain-Analyseplattform Glassnode lässt der Verkaufsdruck nach. Steht eine Stabilisierung des Kryptomarktes bevor?

Das Verhalten von Bitcoin-Anlegern, die in der Nähe des Zyklushochs eingestiegen sind, könnte erste Hinweise auf eine mögliche Stabilisierung des Marktes liefern. Nach Einschätzung des Glassnode-Analysten Cryptovizart lässt der Verkaufsdruck dieser Gruppe nach. Eine bestätigte Trendwende ist damit jedoch noch nicht in Sicht.

Experte zeigt klassisches Bodenmuster

Im Mittelpunkt steht das Volumen der realisierten Verluste. Die Kennzahl erfasst, wie hoch die Verluste beim Transfer von Bitcoin ausfallen. Dafür wird der aktuelle Transferpreis mit dem Preis beim vorherigen Transfer verglichen.

Glassnode betrachtet dabei Bitcoin, das zwischen Juli 2024 und Juli 2025 zuletzt bewegt wurde. Diese Gruppe dürfte ihre Coins überwiegend in der zweiten Hälfte der vergangenen Aufwärtsphase erworben haben. In diesem Zeitraum stieg der Bitcoin-Kurs laut Glassnode von rund 62.800 auf 107.000 Dollar. Viele der betroffenen Anleger dürften deshalb bei einem Verkauf unter ihrem Einstiegspreis liegen.

Mit zunehmender Frustration steigt die Bereitschaft, Verluste zu realisieren. "Historisch gesehen haben Bärenmärkte keinen nachhaltigen Boden gefunden, bevor diese spezielle Gruppe ihren Verkaufsdruck nicht erschöpft hatte", schrieb der Glassnode-Analyst mit dem Pseudonym Cryptovizart auf X. In seinem Beitrag zeigt der Experte ein klassisches Bodenmuster, das sich möglicherweise wiederholt.

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Die im Beitrag veröffentlichte Grafik zeigt den gleitenden 30-Tage-Durchschnitt der realisierten Verluste. Zuletzt hatte dieser mehr als 75 Millionen Dollar erreicht und begann anschließend, nach unten zu drehen. „Wenn der gleitende 30-Tage-Durchschnitt der realisierten Verluste dieser Anlegergruppe abkühlt und nach unten dreht, war das häufig eines der deutlichsten frühen Signale dafür, dass die stärkste Verkaufsphase am Markt hinter uns liegt“, schreibt der Analyst.

Was bedeutet das für Anleger?

Ein weiteres wichtiges Kursniveau liegt laut Glassnode bei rund 69.000 Dollar. Dort befindet sich die durchschnittliche Kostenbasis kurzfristiger Halter. Das Niveau entspricht zudem dem früheren Rekordhoch aus dem Bullenmarkt von 2021. Eine überzeugende Rückeroberung dieser Marke könnte Raum für weitere Kursgewinne schaffen. Eine Zurückweisung an diesem Widerstand würde dagegen dafür sprechen, dass die bisherige Handelsspanne intakt bleibt.

Die Daten liefern einen wichtigen Beobachtungspunkt, aber kein verlässliches Kaufsignal. Anleger sollten darauf achten, ob der Verkaufsdruck der Ein- bis Zweijahres-Halter weiter sinkt und Bitcoin die Marke von 69.000 Dollar nachhaltig zurückerobert. Erst das Zusammenspiel aus nachlassenden realisierten Verlusten, einer stabileren Nachfrage und der Rückeroberung des Kursniveaus würde das Signal deutlich stärken.

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Häufig gestellte Fragen

Wie erkennt man einen möglichen Bitcoin-Boden?

Ein möglicher Bitcoin-Boden lässt sich nicht anhand eines einzelnen Indikators sicher bestimmen. Anleger achten häufig auf eine Kombination aus nachlassendem Verkaufsdruck, stabilisierenden Kursen, steigender Nachfrage und der Rückeroberung wichtiger Widerstandsmarken.

Was bedeutet die Kostenbasis bei Bitcoin?

Die Kostenbasis beschreibt den durchschnittlichen Preis, zu dem eine bestimmte Gruppe ihre Bitcoin erworben beziehungsweise zuletzt bewegt hat. Liegt der aktuelle Kurs darunter, können Anleger beim Verkauf Verluste realisieren; liegt er darüber, entsteht ein Gewinn.

Welche Faktoren beeinflussen den Bitcoin-Kurs neben On-Chain-Daten?

Neben On-Chain-Daten beeinflussen unter anderem Zinsen, Liquidität, Zuflüsse in Bitcoin-ETFs, Regulierung und die allgemeine Risikobereitschaft an den Finanzmärkten den Bitcoin-Kurs. Deshalb sollte eine Glassnode-Analyse immer zusammen mit makroökonomischen und marktbezogenen Faktoren betrachtet werden.

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