Ripple rüstet den XRP Ledger für Zahlungen zwischen KI-Agenten auf. Das könnte XRP einen neuen Anwendungsfall verschaffen.

Anwendungen positionieren. Mit Version 1.1 des XRPL AI Starter Kits unterstützt Ripple nun das Machine Payments Protocol (MPP). Der offene Standard wurde von Stripe und Tempo mitentwickelt. 

Darüber können Anbieter einer Software zunächst einen Preis nennen, woraufhin ein KI-Agent die Zahlung autorisiert und anschließend Zugriff auf die angeforderte Leistung erhält. Unterstützt werden dabei Zahlungen in XRP sowie in Ripples US-Dollar-Stablecoin RLUSD. Das berichten mehrere Fachmedien.

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KI-Fantasie: XRP soll zur Maschinenwährung werden

Das Konzept ist auf viele kleine, automatisierte Transaktionen zugeschnitten. Ein KI-Agent könnte beispielsweise eine Datenbank abfragen, Rechenzeit buchen oder einen digitalen Analyse-Dienst nutzen. Statt dass ein Mensch jeden einzelnen Vorgang freigibt, läuft die Zahlung im Hintergrund nach vorher festgelegten Regeln ab.

Für XRP spricht aus Sicht von Ripple die technische Abwicklung des XRP Ledger. Eine Transaktion soll innerhalb von drei bis fünf Sekunden bestätigt werden und weniger als einen Cent kosten. Für wiederkehrende Zahlungen stehen zudem sogenannte Payment Channels zur Verfügung. Dabei muss nicht jede einzelne Nutzung sofort in der Blockchain verbucht werden. Mehrere Zahlungen können zunächst außerhalb der Hauptabrechnung gesammelt und später gebündelt abgewickelt werden.

Gerade bei KI-Agenten könnte dieses Modell interessant sein. Anders als bei einer klassischen Überweisung geht es nicht um wenige große Zahlungen, sondern um eine Vielzahl kleiner Beträge – etwa für jede einzelne Suchanfrage, Datenabfrage oder Rechenoperation. Die Infrastruktur muss deshalb schnell, günstig und möglichst automatisierbar sein.

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Weiterführende Links

Ripple: Mehr Zahlungsmöglichkeiten

Ripple integriert mit MPP zudem in seinem Entwicklerkit einen Standard, der von dem bekannten Zahlungsdienstleister Stripe entwickelt wurde. Das Ziel: Entwickler, die MPP einsetzen, sollen XRP und RLUSD künftig als mögliche Zahlungsoption auf dem XRP Ledger nutzen können. 

Außerdem unterstützt das Starter Kit den Open Wallet Standard. Dieser soll es Anwendungen erleichtern, Wallets über mehrere Blockchains hinweg über eine einheitliche Schnittstelle zu verwalten – ohne dass ein KI-Agent direkt auf private Schlüssel zugreifen muss. Ausgabenlimits und freigegebene Empfänger können dabei als Schutzmechanismen dienen.

Ripple hatte bereits im Juni die Unterstützung für den Webzahlungsstandard x402 ergänzt. Mit MPP und x402 setzt das Unternehmen damit auf mehrere offene Standards, statt sich auf ein einziges Protokoll festzulegen.

Kursfantasie gegen Unsicherheit

Die technische Erweiterung kommt in einer Phase, in der XRP stark von politischen und regulatorischen Erwartungen bewegt wird. Laut einem Überblick von “CryptoNews” notierte der Token Mitte September bei rund 1,29 US-Dollar. Zuvor hatten unter anderem das gescheiterte Votum zum US-amerikanischen CLARITY Act und eine Leitzinserhöhung der Federal Reserve die Stimmung belastet.

Damit prallen bei XRP derzeit zwei sehr unterschiedliche Geschichten aufeinander. Auf der einen Seite stehen regulatorische Hoffnungen, mögliche ETF-Zuflüsse und die Erwartung, dass Ripple im institutionellen Zahlungsverkehr eine größere Rolle spielen könnte. Auf der anderen Seite stehen hohe Zinssätze, politische Unsicherheit und die Frage, ob aus den vielen angekündigten Anwendungsfällen tatsächlich messbare Nachfrage nach XRP entsteht.

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Ripple (ISIN: CRYPT0000XRP)

Häufige Fragen

Was ist das XRPL AI Starter Kit?

Das XRPL AI Starter Kit ist ein Entwicklerpaket von Ripple für Anwendungen, in denen KI-Agenten selbstständig Zahlungen auslösen. Die aktuelle Version 1.1 unterstützt unter anderem das Machine Payments Protocol von Stripe und Tempo sowie den Open Wallet Standard. Damit sollen Zahlungen in XRP und RLUSD für digitale Dienste einfacher eingebunden werden können.

Warum könnte XRP von Zahlungen durch KI-Agenten profitieren?

KI-Agenten könnten künftig sehr viele kleine Beträge für Daten, Rechenleistung oder andere digitale Dienste bezahlen. XRP ist für dieses Szenario aus Sicht von Ripple interessant, weil Transaktionen im XRP Ledger schnell und vergleichsweise günstig abgewickelt werden können. Payment Channels sollen zudem wiederkehrende Zahlungen effizienter bündeln. Ob daraus tatsächlich eine größere Nachfrage entsteht, hängt jedoch von der Nutzung durch Entwickler und Anbieter ab.

Ist die neue KI-Integration ein sicherer Kurstreiber für XRP?

Nein. Die Integration erweitert zwar den möglichen Anwendungsbereich des XRP Ledger, ist aber noch kein Beleg für eine breite kommerzielle Nutzung. Die Software befindet sich teilweise in der Beta-Phase. Für eine nachhaltige Kurswirkung müssten sich zunächst reale Anwendungen, Nutzer und wiederkehrende Transaktionen entwickeln.