So startet der DAX in die neue Woche. Im Fokus: Apple, Meta, TSMC, CXMT, Hypoport, Aumovio, Infineon, Öl und der Iran-Krieg.

Der Dax behält am Montag mit einem wohl leichten Plus sein Rekordhoch im Visier. Der Broker IG taxierte das deutsche Börsenbarometer zwei Stunden vor dem Auftakt 0,1 Prozent höher auf 26.357 Punkte. Damit bleibt er in Sichtweite zur Bestmarke von 26.445 Punkten vom Freitagnachmittag, als die US-Jobdaten dem Leitindex frischen Schub gegeben hatten. Sorgen vor einer notwendigen Zinserhöhung wurden davon gemildert.

Ein zentrales Thema bleibt auch am Montag wieder der Iran-Krieg mit seinen Auswirkungen auf die Ölmärkte. Einen diplomatischen Durchbruch zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gibt es weiterhin nicht, doch US-Präsident Donald Trump gibt sich gelassen. "Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie", sagte der US-Präsident laut dem Nachrichtenportal "Axios".

JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka bleibt derweil optimistisch für Aktien und rechnet mit weiteren Höchstständen - trotz zahlreicher Bedenken der Anleger, die von der Geopolitik über Inflationsangst bis hin zu Konjunktursorgen reichten. Das solide Fundament der Ergebnisentwicklung sowie die alles andere als übertriebene Positionierung der Anleger federten den Markt immer wieder gegen Schocks von der Geopolitik oder Inflationssorgen ab, so Matejka.

Weiterhin dürfte die Kursentwicklung im KI-Technologiesektor kritisch beäugt werden. Hier glaubt Matejka, dass die Ergebnisdynamik der Unternehmen weiterhin stark bleibt und der zuletzt absolvierte Risikoabbau der Anleger etwas übertrieben wurde. Er sieht in dem Sektor für die zweite Jahreshälfte aber auch "keinen eindeutigen Gewinner". Bei den deutschen Branchenwerten Infineon oder Aixtron bahnt sich ein freundlicher Start an.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten Deutschland

Finanzdienstleister Hypoport bestätigt Jahresziele für 2026

Der Finanzdienstleister Hypoport sieht sich auf Kurs zu seinen Jahreszielen. "Die geopolitischen Spannungen des ersten Halbjahres könnten bei einer Fortsetzung das Marktumfeld im zweiten Halbjahr noch negativ beeinflussen", sagte Unternehmenschef Ronald Slabke bei Vorlage von endgültigen Zahlen zum zweiten Quartal am Montag. Das Unternehmen dürfte jedoch erneut Marktanteile gewinnen und in den letzten noch verlustreichen Gesellschaften Wachstum erzielen. Dies werde sich positiv auf den operativen Gewinn (Ebit) auswirken. Zudem dürfte das Schlussquartal wieder einen hohen Ergebnisbeitrag beisteuern.

Die Ziele für 2026 bestätigte der Manager. Im Gesamtjahr will das Unternehmen den Rohertrag weiterhin auf mindestens 280 Millionen Euro steigern. Der operative Gewinn (Ebit) soll 40 bis 55 Millionen Euro erreichen.

Das Unternehmen hatte bereits Ende Juli vorläufige Zahlen vorgelegt. Im Halbjahr 2026 steigerte das Unternehmen seinen Rohertrag wie bereits bekannt um fünf Prozent auf knapp 138 Millionen Euro, wie das im SDax gelistete Unternehmen in Berlin mitteilte. Der operative Gewinn legte um ein Fünftel auf 19,3 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente Hypoport 13 Millionen Euro - gut ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Aumovio weiter erholt - Bernstein sieht gute Einstiegschance

Die Empfehlung der Investmentbank Bernstein hat die Erholung der Aktien von Aumovio am Montagmorgen weiter angetrieben. Auf der Handelsplattform Tradegate stiegen die Papiere des Autozulieferers um gut 4 Prozent über ihren Xetra-Schluss vom Freitag auf 39,10 Euro.

Der Bernstein-Experte Harry Martin traut ihnen mit 54 Euro deutliche Rekorde zu und empfahl sie folglich mit "Outperform". Ihren Höchststand nach der Abspaltung von Continental hatten sie Mitte Januar bei gut 47 Euro erreicht.

Martin sah das zweite Quartal als reinigendes Gewitter. Bei den Einsparungen liege Aumovio nach den ersten sechs Monaten Eigenständigkeit über Plan. Mit dem Vergleich mit BMW habe man die Probleme um ein zugeliefertes Bremssystem günstiger aus der Welt geschafft, als es in den Aktien eingepreist worden sei, so der Experte. 2027 dürfte man nun selbst ohne Umsatzwachstum beim operativen Ergebnis die Markterwartungen übertreffen.

Nachrichten International

TSMCs Monatsumsatz steigt dank KI-Nachfrage um 44,7 Prozent

TSMC erzielte im Juli einen Umsatz von 467,58 Mrd. NT-Dollar und übertraf damit den Vorjahreswert um 44,7 Prozent. Von Januar bis Juli stieg der Umsatz um 37 Prozent auf 2.872,06 Mrd. NT-Dollar. Die robuste Nachfrage nach KI-Chips veranlasste das Unternehmen, seine Wachstumsprognose für 2026 auf rund 40 Prozent anzuheben und die Investitionspläne auszuweiten.

Meta drohen in US-Prozess Strafen von 1,4 Billionen US-Dollar

Meta muss sich ab dem 18. August in Kalifornien gegen Vorwürfe verteidigen, Facebook und Instagram seien süchtig machend und schädlich für junge Nutzer. Vier Bundesstaaten verfolgen Verbraucherschutzansprüche, während Generalstaatsanwälte aus 29 Bundesstaaten separate Klagen nach dem US-Kinder-Datenschutzgesetz COPPA eingereicht haben. Neben möglichen Strafen von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar steht Meta bereits wegen eines Falls in New Mexico mit einer Haftung von insgesamt 942 Mio. US-Dollar unter Druck.

Apple testet Speicherchips von Chinas CXMT

Apple prüft laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ Speicherchips von CXMT für iPhones und MacBooks, die in China verkauft werden. Eine Liefervereinbarung gibt es bislang nicht, doch der Test erfolgt vor dem Hintergrund einer durch KI-Investitionen verschärften globalen Speicherchip-Knappheit. Eine mögliche Zusammenarbeit könnte Apples Lieferkette diversifizieren, wäre wegen der Spannungen zwischen den USA und China jedoch mit geopolitischen Risiken verbunden.

Ölpreise wenig verändert - Straße von Hormus im Fokus

Die Ölpreise haben sich am Montag trotz der Unsicherheit über die Öltransporte durch die Straße von Hormus wenig verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Rohöl aus der Nordsee der Sorte Brent mit Lieferung im Oktober wurde bei 83,71 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitag.

Der Iran hatte am Samstag Hoffnungen auf eine schnelle Wiedereröffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gedämpft. Die Führung in Teheran stellte neue Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Meerenge für Transporte von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump zeigte sich daraufhin demonstrativ und sagte dem Nachrichtenportal "Axios": "Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit".

In den vergangenen drei Handelstagen war der Preis für Rohöl der Sorte Brent noch deutlich stärker gestiegen, zeitweise ging es wegen der Unsicherheit über die Öffnung der Straße von Hormus mehr als fünf Dollar nach oben. Am Wochenende hatte der iranische Außenminister Abbas Araghch zwar mitgeteilt, dass eine Einigung mit dem Oman über die Einrichtung einer Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus kurz bevorstehe, direkte Gespräche mit den USA schloss er aber vorerst aus.

Enthält Material von dpa-AFX

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